Landau. Das an der großen Zoowiese zentral gelegene Raubtiergehege des Landauer Zoos hat im Laufe der Zeit schon verschiedenste Tierarten beherbergt.
Ursprünglich ein Pärchen schwarze Leoparden und einen Jaguar, später dann über viele Jahre nur noch einen Jaguarkater, eine Zeitlang auch einen Luchs. Doch die gesetzlich vorgeschriebenen Richtlinien an die Haltung von Tieren und auch die Ideen für die Entwicklung eines Zoos ändern sich, und so bezogen im Juli 2013 drei südamerikanische Waldhunde das Gehege.
Die Wahl war auf diese Art gefallen, weil eine rudellebende Wildhundeart „in der Sammlung“ des Zoo Landau bisher fehlte. Zudem stellen die nur etwa 30 cm Schulterhöhe erreichenden Waldhunde geringere Raumansprüche als z.B. Wölfe oder afrikanische Wildhunde. „So passen diese kleinen, etwas bärenähnlich aussehenden Gesellen, die ein besonders interessantes Sozialleben haben, eben besonders gut in den flächenmäßig vergleichsweise kleinen Zoo Landau, mit nur 4,5 Hektar Gesamtfläche“, sagte Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel beim symbolischen Spatenstich.
Zu diesem Anlass wünschte auch Oberbürgermeister Thomas Hirsch auch im Namen des gesamten Stadtvorstandes gutes Gelingen und dankte für das vielfältige Engagement der Beteiligten bei der Umsetzung dieses Projekts.
Für ihn sei das bisherige Jahr 2017 bereits das „Jahr der Spatenstiche“, sagte Hirsch, denn die Stadt Landau plant unter anderem den Bau eines Hospizes und eines neuen Polizeigebäudes. Das Waldhundgehege in seiner bisherigen Form liegt zwar weit über den geforderten Mindestrichtlinien für die Haltung der Art, doch soll es jetzt unter anderem durch die Einrichtung zweier Badeteiche für diese wasserliebende Hundeart noch naturnäher und artgerechter gestaltet werden.
Außerdem werden die bisherigen massiven Gitter um die Außenanlage komplett verschwinden, und es wird zusätzlich eine Einblickmöglichkeit in den Stallbereich der Tiere geschaffen. Der für den Zoo regelmäßig aktive Architekt Peter Buchert aus Landau erläuterte, dass die Umbauten an vielen Stellen auf der Substanz der alten Anlage entstehen werden, was eine vergleichsweise kostengünstige Erstellung ermöglicht.
Die geplante Bausumme von gut 200.000 Euro wird zu 60 Prozent durch einen Zuschuss aus Landesmitteln, zu 10 Prozent über Eigenmittel des Zoos, die aus dem so genannten Baucent für Investitonen stammen, und zu 30 Prozent vom Freundeskreis des Landauer Tiergartens e.V. getragen.
Die stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises, Sonja Brunner-Hagedorn, freut sich, dass nach der Eröffnung des Streichelzoos im Oktober letzten Jahres, bereits jetzt das nächste große Bauprojekt unter Mitwirkung des Freundeskreises im Zoo ansteht.
Nicht nur der Freundeskreis hegt große Erwartungen und sieht mit Spannung der Wiederöffnung des Waldhundgeheges entgegen, indem in Zukunft dann auch eine Zuchtgruppe gehalten werden soll. Zoodirektor Dr. Heckel hofft mittelfristig auf ein mindestens 8-10köpfiges Familienrudel, bei dem man dann die Besonderheiten dieser sehr sozialen Tiere auch als Besucher besonders gut beobachten kann.
Als „kleine, exotische Verwandte“ des in Deutschland an immer mehr Orten wieder heimisch werdenden Wolfes, könnten Waldhunde dann u.a. im Rahmen des Zooschulunterrichts zukünftig als Botschafter dienen. (ld)

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