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Spatenstich: Arbeiten für Windpark in Hatzenbühl haben begonnen

11. September 2016 | Kategorie: Kreis Germersheim, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional, Wirtschaft in der Region
Bald wirbeln nicht nur die Spaten: v.li.: Till Meßmer (Vorstand Kur- und Rheinpfalz), Wolfgang Bühring (Geschäftsführer Stadtwerke Speyer), Hansjörg Eger (Oberbürgermeister Speyer), Uwe Schwind (Bürgermeister VG Jockgrim), Karlheinz Henigin (Bürgermeister Hatzenbühl), Dietmar Seefeldt (1. Kreisbeigeordneter GER), Lutz Gubernator (Vorstand WEAG) und Rudolf Müller, (Vorstandssprecher Volksbank Kur- und Rheinpfalz) warten darauf, dass sich die "Dinger bald drehen". Fotos: Pfalz-Express/Licht

Nächstes Jahr wirbeln nicht mehr die Spaten, sondern die Rotoren: v.li.: Till Meßmer (Vorstand Volksbank Kur- und Rheinpfalz), Wolfgang Bühring (Geschäftsführer Stadtwerke Speyer), Hansjörg Eger (Oberbürgermeister Speyer), Uwe Schwind (Bürgermeister VG Jockgrim), Karlheinz Henigin (Bürgermeister Hatzenbühl), Dietmar Seefeldt (1. Kreisbeigeordneter GER), Lutz Gubernator (Vorstand WEAG) und Rudolf Müller (Vorstandssprecher Volksbank Kur- und Rheinpfalz) warten darauf, dass sich die „Dinger bald drehen“.
Fotos: Pfalz-Express/Licht

Hatzenbühl/Speyer – Mitte 2017 sollen sie in Betrieb gehen: Fünf große Windkraftanlagen auf der Gemarkung der Gemeinde Hatzenbühl.

Viele Jahre wurde diskutiert, sondiert, geprüft und abgewogen – das Vorhaben war teilweise heftig umstritten. Am 9. September wurde nun der Spatenstich gesetzt. Der Windpark ist ein gemeinschaftliches Projekt der Gemeinde Hatzenbühl, der Stadtwerke Speyer und deren Partner, die WEAG Future Energies AG.

Ein langjähriges Genehmigungsverfahren liegt hinter den Akteuren. Emissionsschutz, der auf der Roten Liste stehende Kiebitz oder archäologische Bodendenkmäler sind nur einige Dinge, die beachtet werden mussten.

Giganten auf dem Feld

Die Windräder des Typs Enercon E115 indes sind mächtige Giganten: Mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und einem Rotordurchmesser von 115 Metern gehören sie zu den größten auf dem Markt.

Die fünf Anlagen sollen mit einer Leistung von 15 MW jährlich rund 30 Millionen Kilowattstunden Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Das entspricht in etwa dem jährlichen Strombedarf von 8.600 Einfamilienhäusern. 16.900 Tonnen CO2-Ausstoß im Jahr können so vermieden werden.

Langer Weg

Vor dem Spatenstich erläuterten die maßgeblich Verantwortlichen (Foto oben) im Dorfgemeinschaftshaus in Hatzenbühl nochmals den Ablauf des langwierigen Genehmigungsverfahrens.  Alle waren sichtlich erleichtert, dass die vielen Stolpersteine endlich aus dem Weg  geräumt wurden.

Die Zusammenarbeit sei aber immer freundschaftlich und konstruktiv gewesen, auch wenn gesetzliche Anforderungen „keine Formel 1 Geschwindigkeit“ zuließen (Schwind). Man habe die Belange der Allgemeinheit und der Landwirtschaft so weit als möglich berücksichtigt.

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Auch dass man den Grundstückseigentümern „etwas an Wertschöpfung“ in Aussicht gestellt und sich mit den Investoren auf ein „Pachtmodell“ geeinigt habe, seien wichtige Schritte gewesen (191 Grundstückeigentümer haben sich beteiligt).

Nun habe man sichere und saubere Energie für Hatzenbühl und Speyer (Henigin) durch ein Projekt mit einem verlässlichen Partner vor Ort (Eger).

Stabiles Fundament

Mit dem Bus ging es anschließend durch blühende Tabakfelder zum Spatenstich auf das 93 Hektar große Gelände, das direkt an die Gemarkung Herxheim grenzt. Dort gähnen schon riesige Löcher mit etwa 25 Metern Durchmesser in der Erde: Die Arbeiten hatten bereits am 1. August begonnen.

Die Windkraftanlagen sind getriebefrei – das bedeutet weniger Verschleiß und eine längere Nutzungsdauer.

Da bei starkem Wind große Kräfte auf die Anlagen einwirken, hat sich die WEAG wegen des recht weichen Baugrunds zu einer sogenannte „Pfahlgründung“ entschlossen. Dazu werden Rohre in den Boden gerammt, die mit Beton ausgegossen werden. So entstehen Betonsäulen, die mit dem etwa 3, 80 Meter dicken Fundament verbunden werden.

Die Netzeinspeisung erfolgt im Umspannwerk Kandel. Dazu müssen noch zusätzliche Erdkabel verlegt werden.

Sparbriefe am 12. September

WEAG-Vorstand Gubernator betonte, dass die Arbeiten zügig voran gehen sollen: Da die EEG-Vergütungen monatlich reduziert würden, gehe es um Millionen: „Da versucht man, keinen Monat zu verlieren.“ “Ende gut, alles gut“ – ein Bonmot, das des Öfteren fiel an diesem Tag –  könne man allerdings erst sagen, wenn die Arbeiten unfallfrei abgeschlossen seien.

Ab Montag können Bürger auch den „VR-WindkraftSparbrief Speyer-Hatzenbühl“ bei den Volksbanken erwerben.

Das Institut, das auch Kreditgeber für den Windpark ist, wirbt mit einer Verzinsung von 1 Prozent pro Jahr „in Zeiten von Zinsflaute und negativer Renditen“.

Die Mindesteinlage beträgt 2.000 Euro, das Maximum liegt bei 10.000 Euro bei einem begrenzten Kontingent von 3 Millionen Euro. (cli)

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6 Kommentare auf "Spatenstich: Arbeiten für Windpark in Hatzenbühl haben begonnen"

  1. Erhard Keller sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=trvN1BzkDGU

    ARD – Der Kampf um die Windräder

    Published on Aug 1, 2016

    #Windkraft: Auswüchse der EEG-Subventionen
    Geldverschwendung, Landschaftszerstörung, Selbstbedienung und Korruption.
    Gemeinderäte oder Kreistagsabgeordnete die gegen ihre eigenen Bürger stimmen, weil sie selbst zu den Profiteuren gehören…..

  2. Peter Müller sagt:

    Die Windräder steigern auch sofort den Wert der Häuser in Sichtnähe der Anlagen, da ja jeder gerne zuschaut wo seine saubere, sichere Energie herkommt. Freu mich schon.

  3. Werling sagt:

    War der Spatenstich irgendwo angekündigt?

  4. Werling sagt:

    Interessantes Detail: Die Sparbriefe kommen nicht von der Sparkasse!

    Hätte nicht gedacht, dass die Sparkasse an ihrer negativen Finanzprognose für den Windpark Hatzenbühl festhält und sich einer finanziellen Beteiligung am Windpark tatsächlich verweigert/verweigern kann.

    Vom ursprünglich propagierten „Bürgerwindpark“ mit Genossenschaftsanteilen und Sparbriefen mit 3–4 Prozent Verzinsung ist ja am Ende fast nichts übrig geblieben. Und ob die 191 Grundstückseigentümer jemals einen Gewinn verbuchen können? Die Frage wird erst zu beantworten sein, wenn das Fundament bis zum letzten Krümel wieder aus der Erde geholt wurde. Bis dahin steht jeder Gewinn auf Saufedern.

    Den gesenkten Sparkassen-Daumen im Hinterkopf, sollte sich jeder Sparer drei Mal überlegen, ob er auch nur einen Cent in den Windpark Hatzenbühl investieren will.

    • Alfred Treib sagt:

      Laut Bundesverband Windenergie:
      Das Fundament muss entfernt werden, eventuell aber nur so tief, dass eine landwirtschaftliche Nutzung wieder möglich ist.
      Es werden keine Kosten gescheut, diese Zufallsstromgeneratoren aufzustellen und die Fördermittel zu erbetteln. Es wird aber kaum dafür Geld ausgegeben, diese Monsteranlagen wieder abzubauen. Das betrifft den Sockel genauso wie den Rest. Wer entsorgt die Rotoren, die eigentlich Sondermüll sind?

      • Hans-Günter Gerstle sagt:

        Die Verträge für solche Windanlagen müssten halt den Bürgern mal offen gelegt werden damit wirklich diese ideologiegtriebenen „Baudenkmäler“ als Ganzes beurteilt werden können. Von jemanden der solche Veträge juristisch prüft, habe ich erfahren, dass diese riesigen Fundamente lediglich
        0,5 Meter abgetragen werden müssen, der Rest verbleibt dann im Boden, kann aber von Anlage zu Anlage unterschiedlich sein. Ob mit nur einem halben oder ganzen Meter Muttererde wieder die Nutzung zum Ackerbau uneingeschränkt möglich ist, bleibt zweifelhaft. Interessant ist sicherlich auch die Frage, wenn der riesige Klotz im Boden betoniert wird, wie es mit der Belastung des Erdreiches drum herum beschaffen ist, so ganz ohne Chemie kommt doch ein Beton heutzutage nicht mehr aus.
        Im übrigen soll es für gebrauchte Windkraftanlagen einen zweiten Markt geben. Was danach mit den Materialien passiert, wüsste ich auch gerne. Eins ist jedoch sicher, die Entsorgung gebrauchter Anlagen auf diesem Wege ist für die hiesigen Investoren so am Besten.