Saarbrücken – Die saarländische Landesregierung kann sich Saarbrücken als Standort für das von Union und SPD geplante deutsch-französische Zentrum für künstliche Intelligenz (KI) vorstellen.
„Das binationale Forschungszentrum wäre für das Saarland genauso wie für Deutschland insgesamt ein Imagefaktor“, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger (SPD), dem „Handelsblatt“.
Zwar müssten hierfür „wahrscheinlich noch viele harte Bretter durchbohrt werden, aber es gibt auch Anlass zu Optimismus“, fügte sie hinzu. „Immerhin fahren Forschungschefs der weltgrößten IT-Unternehmen nicht nur nach Kalifornien, sondern auch ins Saarland, wenn es zum Beispiel um die neuesten Paradigmen der Computergrafik, der intelligenten Benutzerschnittstellen oder der Sprachtechnologie geht.“
Rehlinger nannte in diesem Zusammenhang das in Saarbrücken ansässige Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) einen „saarländischen Tupfer“ in der nationalen Forschungslandschaft, der auch international wahrgenommen und geschätzt werde. „Davon können wir als Standort profitieren, wenn es zu einem deutsch-französischen Roll-out kommt.“
Auch der Generalsekretär der Saar-CDU, Markus Uhl, attestierte dem Saarland einen „klaren Standortvorteil“. Es „wäre also eine logische Konsequenz, mit den bereits vorhandenen Ressourcen die Zusammenarbeit im Bereich der Forschung und Wirtschaft weiter auszubauen“, sagte der Bundestagsabgeordnete mit Blick auf eine mögliche Kooperation mit Frankreich.
Für ein deutsch-französisches KI-Zentrum im Saarland plädiert auch die FDP. Er könne den Vorschlag „im Grundsatz nur unterstützen“, sagte der Vorsitzende der Saar-Liberalen und Bundestagsabgeordnete, Oliver Luksic.
Seit vielen Jahrzehnten werde in Saarbrücken „international anerkannte, hervorragende Arbeit“ auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz geleistet. „Zudem würde sich Saarbrücken auch geographisch als Sitz eines deutsch-französischen Forschungszentrums anbieten.“
In dem zwischen Union und SPD ausgehandelten Koalitionsvertrag wird die Entwicklung der Zukunftstechnologie als „grundsätzlich prioritäres“ Vorhaben behandelt. „Deutschland und Frankreich müssen insbesondere auch Innovationsmotor sein und werden dies in Vorhaben wie der Erforschung Künstlicher Intelligenz unter Beweis stellen“, heißt es in dem Vertrag.
Und: „Wir werden gemeinsam mit unseren französischen Partnern ein öffentlich verantwortetes Zentrum für künstliche Intelligenz errichten.“ Verbunden werden solle dies mit einem Masterplan „Künstliche Intelligenz“ auf nationaler Ebene.
Uhl, der dem Bundestagsausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur angehört, sagte dazu: „Wir wollen, dass KI-Systeme in Deutschland produziert, angewendet und in marktfähige Produkte übersetzt werden.“
Deutschland müsse hier mit den USA und China Schritt halten. In dem geplanten Zentrum könne die KI-Forschung „konzentriert weiterentwickelt“ werden. „Wichtig ist bei allen Anwendungen, dass ethische Grenzen stets beachtet werden“, sagte er.
Entscheidend sei dabei, dass die Beherrschbarkeit der KI-Systeme durch den Menschen stets gewahrt bleibe. „Die den Systemen zugrundeliegenden Algorithmen müssen prüf- und kontrollierbar bleiben“, so Uhl. (dts Nachrichtenagentur)

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