
Laut Messergebnis ist das Landauer Trinwasser bislang nicht verunreinigt.
Foto: dts Nachrichtenagentur
Landau /Neustadt – Die Vorfeldmessstellen der Trinkwasserversorgung der Stadt Landau sind weiterhin frei von Verunreinigungen durch Thermalwasser. Die am 14. April für Referenzmessungen entnommenen Proben ergaben keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung durch infiltriertes Thermalwasser.
Bereits in den am 4. April vorsorglich entnommenen Wasserproben waren keine Hinweise auf eine Infiltration von Thermalwasser gefunden worden.
Die Messstellen sollen dennoch vorsorglich weiter überwacht werden: die Beobachtungsintervalle werden noch festgelegt sobald ein ausführlicher Bericht der Messergebnisse vorliegt und ausgewertet ist.
Im Beregnungsbrunnen der Landesgartenschau GmbH hingegen wurden bei beiden Proben erhöhte Arsenwerte nachgewiesen; der Brunnen bleibt vorsorglich abgeschaltet. Da die Messergebnisse nicht auf Thermalwasser hindeuten, käme auch eine geologisch bedingte Ursache in Betrach, heißt es von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) aus Neustadt.
Für die Messungen waren Wasserproben aus Vorfeldmessstellen der Tiefbrunnen der Energie Südwest AG Landau (ESW) und einer südlich vom Wasserschutzgebiet gelegenen Messstelle, sowie Messstellen auf dem Gartenschaugelände („Alenco-Messstellen“) entnommen worden. Untersuchte Leitparameter, die solche Hinweise hätten geben können, sind u.a. Arsen, Lithium, Chlorid, Natrium sowie die elektrische Leitfähigkeit.
Ein Einfließen (wörtlich: „Eintrag“) des Thermalwassers in den Grundwasserleiter am Standort der Geothermie-Anlage geschehe nicht, so die SDG. Aufgrund der Fließrichtung des Grundwasserstroms von Westen nach Osten fließe das Wasser am südlichen Rand der gemeinsamen Schutzzone der ESW Landau und der Grundwasserwerke Bornheim vorbei. „Die nachgewiesenen sehr langen Fließzeiten des Grundwassers stellen einen weiteren, natürlichen Schutzfaktor dar.“
SPD-Fraktionsvorsitzender Ingenthron: „Rechnung ohne den Wirt gemacht“
Eine klare Absage erteilte SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Maximilan Ingenthron dem Bundesverband und dem Wirtschaftsforum Geothermie zur Zukunft des Kraftwerks in Landau.
Die Stadt und die Bürger hätten kein Vertrauen mehr in die Technologie, die Position sei klar: „Mit der Vermutung, das Geothermiekraftwerk in Landau werde über kurz oder lang wieder ans Netz gehen, haben Bundesverband und Wirtschaftsforum Geothermie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Ich halte die Erklärung der Verbände für schönrednerisch und die Stimmung in Landau weder treffend noch respektierend.“
Eine simple Erklärung eines Fehlers im Betrieb des Kraftwerks könne das Vertrauen nicht wiederherstellen, so Ingenthron.
„Dass es zu dieser intensiven Form der Ursachenforschung gekommen ist, ist alleine der Hartnäckigkeit der Stadt zu verdanken. Ich sehe nicht, dass sich der Betreiber hier irgendwelche Meriten verdient hat. Von dort ist nichts gekommen. Das ist das Gegenteil einer offenen Kommunikation und eines transparenten Verhaltens. Mein Eindruck ist: Hier wird auf die Bremse getreten statt aufs Gaspedal. Und meine Skepsis steigt, wenn hier verharmlosend von Versickerung von Thermalwasser gesprochen wird, statt von mit enormem Druck in den Boden gepresstem Wasser. Wir können froh sein, dass es zu keiner Verunreinigung des Trinkwassers gekommen ist.
Die Verbände werden doch nicht allen Ernstes annehmen, dass es unter diesen Umständen eine „friedliche Koexistenz“ von Kraftwerk, Stadt und der zunehmenden Besiedlung im Landauer Süden geben wird. Der Stadtrat hat mir seiner Resolution signalisiert, dass ihm an einem gegenseitigen Einvernehmen gelegen ist – mit dem Ziel des Ausstiegs aus der Geothermie. Wir wollen keine Verhärtung der Positionen, aber wir werden auch zu handeln wissen, wenn es zu keiner Annäherung in den Gesprächen kommt“, betonte Ingenthron. (red/cli)

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