München – Der 80-jährige Mann, in dessen Wohnung in München hunderte Kunstwerke von der Polizei beschlagnahmt wurden, weist Anschuldigungen der Augsburger Staatsanwaltschaft kategorisch zurück.
Gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ meldete er sich nun erstmals zu Wort und beteuerte, dass sein Vater die Kunstwerke rechtmäßig erworben habe. Die Justiz und die Öffentlichkeit stellten „alles falsch dar“. Zugleich betonte der Mann, dass er nicht beabsichtige, den Kunstschatz aufzugeben: „Freiwillig gebe ich nichts zurück“, so der 80-Jährige. Der Staatsanwaltschaft habe er bereits „genug“ Belege geliefert, die ihn von jedem Verdacht entlasten würden.
Mitarbeiter des Kanzleramts und der bayerischen Justiz wollen derweil weiterhin das Angebot unterbreiten, dass die Bilder freiwillig dem Staat überlassen werden sollen. Dem Nachrichtenmagazin „Focus“ zufolge soll im Gegenzug ein derzeit laufendes Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Augsburg wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung eingestellt werden. Der bayerische Justizminister Winfried Bausback (CSU) hatte gesagt, es wäre im Interesse aller, „wenn es zu einer einvernehmlichen Lösung käme“.
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte, es müsse jetzt alles getan werden, was getan werden könne. Die Versäumnisse der vergangenen eineinhalb Jahre müssten „rasch aufgeholt“ werden. Der 80-Jährige müsse jetzt „unter moralisch-ethischen Aspekten seine Verantwortung wahrnehmen“.
Die bayerische Justiz hatte die Beschlagnahme der 1.406 Kunstwerke zwanzig Monate verheimlicht. „Focus“ hatte den Sensationsfund vor drei Wochen öffentlich gemacht. (dts Nachrichtenagentur)

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