
Sebastian Edathy beeindruckte als Leiter des NSU-Untersuchungsausschusses.
Foto: dts Nachrichtenagentur
Hannover/Berlin – Die Polizei hat am 10. Februar die Wohnung und Büroräume des vor einigen Tagen überraschend zurückgetretenen SPD-Innenpolitikers Sebastian Edathy in Hannover und Berlin durchsucht.
Bei den Durchsuchungen wurden Akten und Computer gesichtet und sichergestellt.
Edathy hatte seinen Rücktritt mit gesundheitlichen Problemen begründet. Die Lokalzeitung „Die Harke“ schreibt, dass Staatsanwaltschaft Thomas Klinge mit den Ermittlungen beauftragt sei. Dieser leite die Zentralstelle zur Bekämpfung gewaltdarstellender, pornographischer oder jugendgefährdender Schriften, so die Zeitung.
Edathy selbst sei zu Hause nicht angetroffen worden. Der SPD-Politiker hatte sich als Leiter des NSU-Untersuchungsausschusses einen Namen gemacht. Die SPD-Bundestagsfraktion hält sich im Moment noch bedenkt und will die Vorgänge zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht kommentieren.
Edathy weist Kinderpornografie-Vorwurf zurück
Sebastian Edathy hat den Vorwurf zurückgewiesen, er würde sich im Besitz kinderpornografischer Schriften befinden. „Die öffentliche Behauptung, ich befände mich im Besitz kinderpornografischer Schriften bzw. hätte mir diese verschafft, ist unwahr“, erklärte Edathy auf seiner offiziellen Facebook-Seite.
„Die Tatsache, dass bei einer nur auf Mutmaßungen beruhenden gestrigen Hausdurchsuchung in meiner Privatwohnung die Lokalpresse zugegen war, nehme ich zum Anlass, Strafanzeige zu erstatten.“
Ein strafbares Verhalten liege nicht vor, erklärte der SPD-Politiker weiter. „Ich gehe davon aus, dass die Unschuldsvermutung auch für mich gilt.“ (red/dts Nachrichtenagentur)

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