Sonntag, 07. Juni 2020

Maximiliansau: Franz Nachbar erhält Landesverdienstmedaille

9. März 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Leute-Regional

V.li.: Prof. Hannes Kopf, Franz Nachbar, Dr. Dennis Nitsche.
Fotos. v. privat

Maximiliansau – Franz Nachbar, ehemaliger Ortsvorsteher von Maximiliansau, erhielt für seine besonderen Verdienste um unsere Gesellschaft, für sein herausragendes Engagement für Politik, Gemeinschaft und Wirtschaft die Landesverdienstmedaille von Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Die Auszeichnung wurde von Prof. Dr. Hannes Kopf, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd), übergeben. Bürgermeister Dr. Dennis Nitsche hat es sich nicht nehmen lassen, persönlich bei der Ehrung Worte des Dankes und der Anerkennung für die außergewöhnliche Lebensleistung an Nachbar zu richten.

Franz Nachbar wurde 1935 im damaligen Tscheb (heute Celarevo, Serbien) geboren und 1944 infolge des zweiten Weltkriegs von seinem Geburtsort vertrieben. Seine Mutter wurde in ein Zwangslager verschleppt und starb dort. Der Vater geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft. 1945 mussten der zehnjährige Nachbar und sein Großvater ins Todeslager nach Jarek. Sein Großvater verhungerte dort, seine Großmutter verstarb in einem anderen Lager.

Es folgte eine Zeit in einem Umerziehungslager. Eine glückliche Schicksalsfügung sorgte für die Wiedervereinigung mit seinem Vater, der aus der Kriegsgefangenschaft entkam. Zu Fuß und mit dem Zug flüchteten sie bis nach Wien. Nach Jahren der Flucht und der Rastlosigkeit in Österreich und Deutschland kam Nachbar mit seinem Vater 1952 nach Maximiliansau.

Franz Nachbar begann eine Lehre als Schlosser und arbeitete in der Esso-Raffinerie. Er engagierte sich in der Gewerkschaft und im Betriebsrat. 1967 folgte der Eintritt in die SPD und 1979 der Einzug in den Stadtrat. 1989 wurde er zum Ortsvorsteher von Maximiliansau gewählt (bis 1999). Von 1983 bis 1999 war er Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. Dem Stadtrat gehörte er wieder von 1999 bis 2019 an. Überdies vertrat Nachbar auch viele Jahre die Interessen der Bürgerschaft im Kreistag.

Auch der Einsatz der gesamten Familie für die deutsch-französische Verständigung im Rahmen der Partnerschaft zwischen Maximiliansau und Cany-Barville ist hervorzuheben. Nachbar ist zudem seit vielen Jahrzehnten Mitglied in unterschiedlichen Vereinen in Maximiliansau.

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