Samstag, 21. September 2019

Kommunalwahlen 2019: Vier Kandidaten für das Amt des Stadtbürgermeisters in Annweiler

19. Mai 2019 | 4 Kommentare | Kategorie: Allgemein, Kommunalwahl 2019, Kreis Südliche Weinstraße, Politik regional, Regional

Vier Bewerber wollen in Annweiler Bürgermeister werden.
Archivbild: Pfalz-Express/Ahme

Annweiler. Zu den Kommunalwahlen am 26. Mai stellt der Pfalz-Express Kandidaten für das Bürgermeisteramt vor. Mit der Überschrift „Kommunalwahl 2019 – Pfalz-Express fragt – Bürgermeisterkandidaten antworten“ haben wir den Kandidaten dieselben sechs Fragen gestellt. Sie sollen einen kleinen Überblick über die politischen Absichten der jeweiligen Bewerber geben.

Für die Stadt Annweiler bewerben sich vier Kandidaten um das Amt des Stadtbürgermeisters: Dirk Müller-Erdle (FWG), Benjamin Seyfried, Matthias Tönsmann und Karl-Martin Weißenbach (in alphabetischer Reihenfolge).

Dirk Müller-Erdle

Dirk Müller-Erdle.
Foto: privat

44 Jahre / selbst. Versicherungsfachmann mit Büro in Annweiler
Freie Wählergruppe der Stadt Annweiler am Trifels e.V., geschieden , ein Sohn (7 Jahre).

1) Warum möchten Sie Bürgermeister werden, was bewegt Sie zur Kandidatur?

Um die vielfältigen Aufgaben die vor uns liegen bewältigen zu können bedarf es zukünftig einer mutigen, ehrlichen und vor allem transparente Zusammenarbeit mit allen Personen. Diese Kultur der Zusammenarbeit habe ich in den letzten Jahren viel zu wenig wahrgenommen. Das möchte ich gerne ändern und bin deshalb bereit voranzugehen und Verantwortung zu übernehmen! Wenn man etwas verändern möchte muss ich etwas dafür tun. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass sich in Annweiler im Team richtig etwas bewegen lässt.

2) Beschreiben Sie einem Fremden Ihre Gemeinde mit maximal zwei Sätzen…

Kleines Städtchen an der Grenze zwischen SÜW und Pfälzerwald mit einem gewaltigen historischen Hintergrund voll von engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Manchmal schwierig, oft verträumt, aber voller Energie, sehr charmant und doch auch entschlossen und flexibel wie das Flüsschen Queich, das unsere Trifelsstadt durchfließt.

3) Wenn ich Bürgermeister bin, werde ich als erstes…?

…dem Stadtrat die Änderung der Hauptsatzung vorschlagen, so dass eine aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger möglich ist. Konkret bedeutet das u.a. einen Ausschuss für Stadtentwicklung zu schaffen, in dem städtebauliche Maßnahmen wie bspw. die Schaffung von Wohnraum und Gewerbegebieten diskutiert werden. Die Fraktionen werde ich dazu ermutigen, für Ausschüsse und Aufsichtsräte Menschen vorzuschlagen, die bereit dazu sind ihre Fachkompetenz im Sinne der Stadt einzubringen, unabhängig von ihrer parteipolitischen Zugehörigkeit.

4) Die nächsten drei Projekte sind…?

1. Eine ehrliche Ist-Analyse des städtischen Haushalts um daraus Zukunftskonzepte für Hohenstaufensaal, Museum unterm Trifels und die anderen freiwilligen Leistungen zu entwickeln.
2. Prüfung der vorhandenen Flächen zur Gewerbeansiedlung und Schaffung von Wohnraum für alle Generationen.
3. Ansiedelung eines Hotels in der Trifelsstadt.

5) Stichwort Finanzen: Wie wollen Sie die Gemeinde finanziell weiter voranbringen?

Es geht mir darum, dass Annweiler seine finanzielle Handlungsfähigkeit zurückerlangt und wir langfristig unsere Verschuldung reduzieren.
Wichtig wird es sein eine Balance zu finden zwischen Investitionen und Einsparungen. Bei den Investitionen muss es zukünftig immer das Ziel sein dass langfristig mehr Geld in die Stadtkasse fließt. Auch die städtischen Gesellschaften müssen einen noch höheren Beitrag leisten. Gleichzeitig müssen wir nach Möglichkeiten suchen wie wir Kosten einsparen können, wie z.B. im Hohenstaufensaal.

6) Worin liegt Ihre Stärke, was ist Ihre Schwäche?

Meine Stärken sehe ich in der Begeisterungsfähigkeit und Motivation von Menschen und der gemeinsamen Arbeit im Team. Mein Beruf erlaubt es mir, wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, finanzielle Risiken einzuschätzen und langfristige Auswirkungen von Investitionen zu beurteilen. Als langjähriger Vereinsvorsitzender habe ich auch gelernt zu gestalten und als Vermittler zwischen verschiedenen Positionen und Menschen zu agieren.

Mein Fachwissen in Verwaltungsangelegenheiten würde ich als ausbaufähig bezeichnen 🙂 jedoch bin ich mir sicher mit der Verbandsgemeindeverwaltung auch hier ein starkes Team bilden zu können. Meine größte Schwäche ist allerdings Schokolade!

Benjamin Seyfried

Benjamin Seyfried.
Foto: privat

Unabhängig, Parteilos, 35 Jahre alt, Verwaltungswirt, verheiratet, zwei Kinder

1) Warum möchten Sie Bürgermeister werden, was bewegt Sie zur Kandidatur?

Annweiler ist meine Heimat und diese liegt mir sehr am Herzen, sie ist ein Teil von mir. Darum habe ich mich schon immer in zahlreichen Vereinen, als auch in der Kommunalpolitik engagiert.

Ich sehe nun die Möglichkeit mich in einem größeren Rahmen einzubringen, gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern, den Vereinen und den Gewerbetreibenden, auf einer neutralen und sachlichen Ebene.

2) Beschreiben Sie einem Fremden Ihre Gemeinde mit maximal zwei Sätzen…

Annweiler am Trifels ist eine Lebens- und liebenswerte kleine Stadt, eingebettet in das malerische Queichtal, Umgeben vom Pfälzer Wald, welcher zahlreiche Erholungsmöglichkeiten bereithält.

Wir feiern dieses Jahr unser 800-jähriges Stadtjubiläum und Annweiler mit seiner stets verbundenen ehem. Reichsburg Trifels lädt mit seiner romantischen Historischen Altstadt, seinem Museum sowie seinen beiden Parks zum Verweilen, genießen und erleben ein.

3) Wenn ich Bürgermeister bin, werde ich als erstes…?

…mich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken, sowie meine Arbeitszeit bei meinem Dienstherrn um 50% reduzieren und die dadurch gewonnene Zeit dem Amt zur Verfügung stellen.

4) Die nächsten drei Projekte sind…?

Es gibt in Annweiler und seinen Ortsteilen zahlreiche Projekte und auch Probleme welche angegangen werden müssen, für mich persönlich wären dies zunächst:
– Belebung des gemeinsamen Wir-Gefühls – u.a. durch die Erarbeitung eines Leitfadens für Bürgerbeteiligung, dazu gehört auch eine regelmäßige Gesprächs- und Austauschplattform jenseits der Einwohnerfragestunde sowie die Initiierung des Jugendstadtrates.

– Lösung Infrastruktureller Probleme, wie z.Bsp.: die Wiedereröffnung des Weges „Hinter der Stadtmauer“ oder der Straße Finstertal im Ortsteil Sarnstall,
sowie gerade im Innenstadtbereich, die Stärkung und konsequentere Ausrichtung auf unser touristisches Profil.

5) Stichwort Finanzen: Wie wollen Sie die Gemeinde finanziell weiter voranbringen?

Die finanziellen Spielräume in Annweiler sind schon seit mehreren Jahren gering und alleine wird es die Stadt nicht schaffen. Selbstverständlich müssen wir gemeinsam Konsolidierungsvorschläge erarbeiten. Unser aller Ziel muss jedoch sein, die freiwilligen Aufgaben, wie z.Bsp.: Unser Museum unterm Trifels oder die Stadtbücherei langfristig zu erhalten, um unsere Stadt attraktiv und weiterhin lebendig zu halten.

6) Worin liegt Ihre Stärke, was ist Ihre Schwäche?

Meine Stärke sehe ich in meinem Organisationstalent, sowie in meiner Unabhängigkeit. Aber vor allem liegt meine Stärke in meiner Familie, ohne meine Frau und meine zwei Lausbuben wäre ich nichts – sie halten mich und geben mir Kraft und stehen immer voll hinter mir.

Eine Schwäche von mir ist vielleicht, dass ich immer und gerne helfe und mich manchmal dabei vergesse. Ich sehe dies jedoch nicht per sé als Schwäche, vielmehr versuche ich die Sache über das Persönliche zu stellen.

Matthias Tönsmann

Matthias Tönsmann.
Foto: privat

Parteimitgliedschaft: AfD, 47 Jahre, Akademiker in Umschulung, ledig

 
1) Warum möchten Sie Bürgermeister werden, was bewegt Sie zur Kandidatur?

Ich möchte die Herzen der Menschen verändern und auch ihre Politikverdrossenheit, indem ich sie – wo es geht – durch das Instrument des Bürgerentscheids direkt in kommunalpolitische Entscheidungen mit einbeziehe.

2) Beschreiben Sie einem Fremden Ihre Gemeinde mit maximal zwei Sätzen…

Annweiler ist eine der landschaftlich am schönsten gelegenen Städte Deutschlands. In nur wenigen anderen Städten sind die Menschen so aufgeschlossen und freundlich.

3) Wenn ich Bürgermeister bin, werde ich als erstes…?

Als Bürgermeister werde ich mich als erstes bei den Wählern für ihr Vertrauen und für die Erteilung des Mandats bedanken. Zugleich würde ich deutlich machen, dass ich ein Bürgermeister für alle Bürger der Stadt sein werde, ganz egal, ob sie mich gewählt haben oder nicht.

4) Die nächsten drei Projekte sind…?

Erstens werde ich Wohnungsbau- und Stadtentwicklungspolitik gemäß dem Münchener Modell angehen, welches das Wohnen für Normal- und Geringverdiener in Annweiler bezahlbar macht. Ein Drittel aller Wohnneubauten würden eine Sozialbindung erhalten. Das garantiert eine gesunde soziale Durchmischung. Zweitens, werde ich den Arten- und Umweltschutz stärken. Drittens lassen sich beide Projekte durch Bürgerbegehren voran bringen, wenn die Bürger dies wünschen.

5) Stichwort Finanzen: Wie wollen Sie die Gemeinde finanziell weiter voranbringen?

Einerseits dürfen die Gewinne, die in Annweiler durch Träger öffentlicher Körperschaften erwirtschaftet werden (das sind z.B. die Sparkasse oder die Stadtwerke), zukünftig nicht mehr in Veranstaltungen wie den Rheinland-Pfalz-Tag investiert werden, sondern in eine intelligente Wohnungsbau- und Stadtentwicklungspolitik entsprechend dem Münchener Modell, indem es darum geht, dass das Wohnen in der Stadt auch für Normal- und Geringverdiener bezahlbar bleibt.

Andererseits ist die Steuer- und Abgabenlast, die die Bürger in Deutschland tragen, sehr groß. Ich meine, wenn der Besteuerungsapparat schon derart astronomische Summen einzieht, dann sollten die Bürger in den Kommunen davon anteilmäßig mehr profitieren (tatsächlich erhalten die Kommunen zur Erfüllung ihrer Aufgaben viel zu wenig Geld).

Es bestehen große Zweifel daran, ob die finanzielle Versorgung der Kommunen durch die Landesregierung überhaupt den Vorgaben der rheinland-pfälzischen Landesverfassung entspricht. Würde der RLP-Tag ein finanzieller Misserfolg, würde ich als neuer Bürgermeister die Staatskanzlei in die Pflicht nehmen; denn es war der Leiter der Staatskanzlei, der in der entscheidenen Stadtratssitzung durch seine Erläuterungen meiner Ansicht nach maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidung nahm, den RLP-Tag in Annweiler stattfinden zu lassen.
 
6) Worin liegt Ihre Stärke, was ist Ihre Schwäche?

Ich bin ein offener, pragmatischer Typ und ein guter Brückenbauer, ein Netzwerker. Ich denke, für die Arbeit des Stadtrats könnte sich das als sehr nützlich erweisen. Ich sehe die Welt ohne ideologische Scheuklappen. Ich rede mit allen Bürgern, egal welches Parteibuch sie haben, welcher Herkunft sie sind oder welcher Religion sie angehören. Als Absolvent des Instituts für politische Wissenschaft Heidelberg sehe ich mich für die Herausforderungen des Amtes bestens qualifiziert. Meine Schwäche: Ich kann einfach nicht damit aufhören, Apfelbäume zu pflanzen.

Karl-Martin Weißenbach

61 Jahre, parteilos, Frührentner

Keine Rückmeldung des Kandidaten

 

 

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4 Kommentare auf "Kommunalwahlen 2019: Vier Kandidaten für das Amt des Stadtbürgermeisters in Annweiler"

  1. Peter Hain sagt:

    Liebe Annweiler Bürgerinnen und Bürger: Macht Nägel mit Köpfen, wählt Matthias Tönsmann, ein Kandidat mit Herz und Verstand! Sein Programm überzeugt mich am meisten: Natur bewahren, sozialer Wohnungsbau, mehr Bürgerbegehren – eine wahrhafte Lokalpolitik, die allen zugute kommt. Liebe Annweiler Bürger, Ihr seid doch seit Barbarossas Zeiten für euren Mut bekannt, weg von den eingefahrenen politischen Gleisen und den ewigen Versprechungen: Sorgt für einen Neuanfang!

    Peter Hain, ein Pfälzer, der das Kleinod Annweiler und den Trifels liebt

  2. WER EIN HERZ FÜR APFELBÄUME HAT, DER HAT AUCH EIN HERZ FÜR DIE BÜRGER, DIE SIE PFLANZEN

    Ja Matthias hat Herz! Das hat er bereits gezeigt, als er bei mir noch Philosophie studierte. Und Matthias’ Herz schlägt vornehmlich für die Anderen. Er hat stets ein offenes Ohr für Probleme seiner KomilitonInnen gehabt.
    Dies ist seiner außerordentlich entwickelten Empathie für andere zu verdanken. Und diese Empathie beschränkt sich keineswegs auf politische oder gesellige Brüderschaften. Seine parteiische Zugehörigkeit bedeutet für ihn ein Mitgestalten dieser Organisation. Als aktives Mitglied einer studentischen Verbindung, konnte er jahrelang seine Kommunikations- und Verwaltungskompetenz unter Beweis stellen.
    Aber was wirklich zählt ist Matthias’ Liebe zu Annweiler.
    Prof. Dr. Bernd Stefanink

  3. Demokrat sagt:

    Herr Tönsmann ist nach meiner Meinung der einzige der unbefangen ans Werk gehen kann und wirklich den nötigen Sachverstand mitbringt.
    Die Stadträte die sich hier ums Amt bewerben waren in der Vergangenheit kleinlaut und haben die Aktionen der Stadt ( Erdaufschüttungen, gerichtliche Klagen gegen arglose Bürger) auch zu verantworten.
    Herr Tönsmann ist die Alternative zu der bisherigen politischen Vergangenheit in Annweiler!

  4. Demokrat sagt:

    3) Wenn ich Bürgermeister bin, werde ich als erstes…?
    …mich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken, sowie meine Arbeitszeit bei meinem Dienstherrn um 50% reduzieren und die dadurch gewonnene Zeit dem Amt zur Verfügung stellen.

    Da stellt sich schon die Frage was ein Bürgermeister mit allen Zulagen monatlich absahnt!

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