Dienstag, 15. Juni 2021

Kein AstraZeneca-Impfstoff bei Multipler Sklerose empfohlen

17. März 2021 | Kategorie: Gesundheit, Kreis Bad Dürkheim, Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Ludwigshafen, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Ratgeber, Rhein-Pfalz-Kreis, Rheinland-Pfalz, Südwestpfalz und Westpfalz

Läsion im Gehirn bei Multipler Sklerose.
Foto: Pfalz-Express

Die Verunsicherung bei chronisch Erkrankten ist in der Corona-Krise groß. Ist eine Impfung  bei speziellen Krankheiten überhaut angezeigt und falls ja, mit welchem Impfstoff?

Der Pfalz-Express hat zum Beispiel Multiple Sklerose (MS) ein Anfrage an das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium gestellt. Bei  Multipler Sklerose (auch Enzephalitis disseminata) handelt es sich um eine chronisch-entzündliche neurologische Autoimmunkrankheit, die nach der Corona-Impfverordnung primär von §4 Nr. 2 Buchstabe b erfasst ist.

Personen mit Autoimmunerkrankungen werden jenem Paragraphen der Coronavirus-Impfverordnung des Bundes erfasst und befinden sich daher in der erhöhten Prioritätsstufe. Bei den Impfungen halte sich Rheinland-Pfalz an die Impfverordnung des Bundes und die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), so das Ministerium in seiner Antwort.

Wegen der immer noch begrenzten Verfügbarkeit der Impfstoffe könnten aktuell nicht alle impfwilligen Personen geimpft werden. Das Einhalten der festgelegten Priorisierung erfordere daher die „Solidarität der gesamten Gesellschaft“. Generell gilt: Als bislang bekannte erkrankungsbedingte Kontraindikation kann bei MS der Impfstoff von AstraZeneca nicht empfohlen werden, so dass diese Personen mit dem mRNA-Impfstoff von BioNTech oder Moderna geimpft werden müssen.

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) präferiert ausdrücklich die mRMA-basierten Impfstoffe: Auf deren Webseite heißt es: „Stehen verschiedene Impfstoffe am Impftermin zur Verfügung, raten wir derzeit, die mRNA-basierten Impfstoffe bei MS-Patienten, die eine immunsuppressive Therapie erhalten, zu favorisieren.“ Daran orientiere sich auch das Land Rheinland-Pfalz bei der Vergabe von Impfterminen für Betroffene. Auch die zugrundeliegende medizinische Argumentation sei nachvollziehbar, hieß es aus dem Ministerium weiter.

Der AstraZeneca-Impfstoff ist derzeit in der Verwendung ausgesetzt. Es wird aber erwartet, dass er bald wieder eingesetzt wird.

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