Mittwoch, 28. Oktober 2020

Katwarn auch in Neustadt an der Weinstraße gestartet: Einwohner in Gefahrensituationen besser schützen

7. März 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer
Schalten Katwarn symbolisch "scharf": Arno Vetter (CombiRisk), SFI Stefan Klein, OB Löffler, Ortwin Neuschwander (Fraunhofer) und Dr. Herbert Hoffmann (Versicherungskammer Bayern). Foto: stadt-nw

Schalten Katwarn symbolisch „scharf“: Arno Vetter (CombiRisk), SFI Stefan Klein, OB Löffler, Ortwin Neuschwander (Fraunhofer) und Dr. Herbert Hoffmann (Versicherungskammer Bayern).
Foto: stadt-nw

Neustadt. Auch Neustadt an der Weinstraße beteiligt sich an dem bundesweiten Warndienst für Mobiltelefone „Katwarn“, um Einwohner in Gefahrensituationen künftig noch besser informieren zu können.

Am 7. März schalteten Oberbürgermeister Hans Georg Löffler, Stadtfeuerwehrinspekteur Stefan Klein, Dr. Herbert Hofmann (Versicherungskammer Bayern), Ortwin Neuschwander (Fraunhofer FOKUS) sowie Arno Vetter (CombiRisk) das System „scharf“.

Damit werden Warnungen im Gefahren- und Katastrophenfall von der Stadt ab sofort direkt auf die Mobiltelefone der betroffenen Menschen geschickt, die sich angemeldet haben. Der kostenfreie Warnservice nennt sich Katwarn und ist als Smartphone-App oder per SMS und E-Mail verfügbar.

„Katwarn ersetzt nicht bestehende Systeme, sondern ergänzt sie“, betonte Oberbürgermeister Löffler. Man habe sich verschiedene Systeme angesehen und die Wahl sei auf Katwarn gefallen. „Ich freue mich, dass wir es jetzt auch bei uns anbieten können.“ Er selbst sei bereits angemeldet, nicht nur für Neustadt an der Weinstraße, sondern auch für die Orte, wo seine Kinder wohnen.

Finanziell wird das System von der Versicherungskammer Bayern betreut. „Natürlich unterstützen wir Katwarn gerne, erstens für den Personen- und zweitens für den Sachschutz“, sagte Dr. Herbert Hofmann. Schadensverhütung sei schon lange ein Thema, „ich wünsche Ihnen, dass Sie Katwarn möglichst selten brauchen“.

Ortwin Neuschwander unterstrich, dass sich dieses Angebot auch für Hörgeschädigte eigne, da diese oft keine Sirenen oder Durchsagen verstehen könnten. Außerdem sei es ein bundesweit einheitliches System. Wichtig sei auch die kommunale Hoheit, „die Stadt entscheidet, was eine Katastrophe ist und gibt den Alarm heraus.“

Jede Kommune zahlt zu Beginn einmalig 15.000 Euro, danach werden pro Jahr 3.000 Euro fällig. Aktuell beteiligen sich in Rheinland-Pfalz 60 Prozent aller Kommunen.

Ergänzende Informationen:

Ob Großbrand, Chemieunfall oder Bombenfund – bei Unglücksfällen und Katastrophen muss man schnell reagieren. Das Warn- und Informationssystems Katwarn ist dafür ein Hilfsmittel: Die kostenlose Smartphone-App für iPhone, Android und Windows Phone sendet behördliche Warnungen ortsbezogen zum aktuellen Standort des Nutzers und zu weiteren frei wählbaren Gebieten.

Dafür müssen nur die sogenannte Schutzengelfunktion aktiviert oder die Gebiete auf einer Karte im Display ausgewählt werden. Alternativ wird Katwarn auch per SMS und E-Mail für ein Postleitzahlgebiet angeboten. Seit 2011 ist Katwarn in Deutschland im Betrieb und wird Schritt für Schritt in den Städten und Kreisen eingeführt.

Bereits im März 2015 wurde Katwarn in Rheinland-Pfalz erstmals auf Ebene eines Flächenbundeslands für großräumige Gefahrensituationen in Betrieb genommen. Auch die Einführung in den Landkreisen und kreisfreien Städten im Bundesland wird nun vom Innenministerium finanziell unterstützt. Die technische Plattform stellen die öffentlichen Versicherer in Rheinland-Pfalz als Beitrag für das Gemeinwohl zur Verfügung

Zusätzlich zu den Warnungen auf kommunaler und Landesebene empfangen die Nutzer von Katwarn seit 2012 deutschlandweit auch die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Darüber hinaus setzen auch außerhalb von Rheinland-Pfalz immer mehr Landkreise und Städte in ganz Deutschland auf Katwarn, darunter die Großstädte Berlin, Hamburg und München. Entwickelt wurde das System vom renommierten Fraunhofer-Institut FOKUS in Berlin. „Unser Ziel ist es, den Menschen mit neuen Technologien einen spürbaren Nutzen zu verschaffen und ihr Leben sicherer zu machen. Als deutschlandweit einheitliches System trägt Katwarn schon an vielen Orten dazu bei“, so Ortwin Neuschwander vom Fraunhofer FOKUS.

Weitere Informationen: www.katwarn.de

Anmeldung
Die Katwarn App steht kostenlos zur Verfügung:
* iPhone im App Store
* Android Phone im Google Play Store
* Windows Phone im Windows Store

Alternativ bietet KATWARN kostenlose Warnungen mit eingeschränkter Funktonalität auch per SMS/E-Mail zum Gebiet einer registrierten Postleizahl. SMS an Servicenummer 0163 – 755 88 42: „Katwarn 12345 mustermann@mail.de“ (für Postleizahl 12345 und optional E-Mail).

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