Landkreis Germersheim – Um bestmöglich vorbereitet zu sein, hat der Katastrophenschutzstab des Landkreises Germersheim Mitte Februar den möglichen Ernstfall geübt. Das Drehbuch sah steigende Pegel am Rhein vor, die Deiche durchweichten und wurden schließlich teilweise überflutet.
Rund 40 Mitarbeiter der Verwaltungen, von Feuerwehr, Polizei, Notärzten, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und weitere Fachberater, z. B. Fachleute der Struktur- und Genehmigungsdirektion, wurden morgens alarmiert und kamen als Katastrophenschutzstab in der Kreisaula in Germersheim zusammen. Eingebunden waren auch die Verbandgemeinde- und Stadtverwaltungen und weitere über- und untergeordnete Behörden. „Es ist wichtig, dass wir immer wieder den Notfall üben, um routiniert agieren zu können“, so Landrat Dr. Fritz Brechtel.
Zunächst mussten vor allem im Südkreis die Deiche gesichert werden, Teil der Ortschaften Maximiliansau, Berg, Neuburg und Hagenbach wurden evakuiert. Hilfsorganisationen wurden fiktiv in Bewegung gesetzt: Deiche verstärken, Sammelunterkünfte einrichten, Personen evakuieren.
Leiter des Stabs war Alfred Gadinger, der Büroleiter der Kreisverwaltung Germersheim. Ihm zur Seite stand der Kreisfeuerwehrinspekteur Berthold Simon. Bei ihnen liefen die Fäden zusammen, sie organisierten den Einsatz. Während der Rheinpegel fiktiv auf über 9.50 m stieg, forderten die Mitarbeiter Verstärkung bei Nachbarkreisen und dem Land Rheinland-Pfalz an. Sie verteilten Einsatzkräfte an den vorgegebenen Einsatzstellen. Auch bei der Bundeswehr wurde um mögliche Unterstützung angefragt. Für die Fragen der Einwohner wurde ein Bürgertelefon eingerichtet. Notunterkünfte für Evakuierte und Sammelplätze für Einsatzkräfte wurden eingerichtet.
Neben dem Übungsszenario testete der Stab neue Räume außerhalb des Kreishauses, neue mobile Kommunikationstechnik und ein neues EDV-Programm. Schnell wurde deutlich, dass mit der neuen mobilen Technik, Kommunikation des Stabes auch außerhalb des Kreishauses mit Telefon, Internet und Telefax gewährleistet ist.
Am Ende der Übung waren über 20.000 Personen aus gefährdeten Gebieten evakuiert und versorgt, Unterstützung war aus vielen Landesteilen eingetroffen oder im Anmarsch. Auch die Technik war auf Herz und Nieren geprüft. „Die Übung hat uns in der Zusammenarbeit wieder etwas weitergebracht. Mit jedem Mal kennen wir uns etwas besser und die Abläufe sind bekannt und verbessern sich. Die neue Technik ist ein großer Gewinn und vereinfacht viele Aufgaben“, resümiert Gadinger, der kurz vor seinem Ruhestand nun zum letzen Mal eine Übung geleitet hat. (red)

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