
Justizminister Heiko Maas, SPD.
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Im Kampf gegen die Terroristen des „Islamischen Staates“ (IS) prüft das Bundesjustizministerium weitere Änderungen des Strafgesetzbuchs.
Die bereits beschlossenen Initiativen, den Versuch der Ausreise von Islamisten in Kampfgebiete und die Terrorfinanzierung unter Strafe zu stellen, seien die „drängendsten Vorhaben“, sagte ein Sprecher von Justizminister Heiko Maas (SPD) der „Welt“. „Ob weiterer Handlungsbedarf besteht, bleibt abzuwarten.“
Die Resolution 2178, die der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 24. September beschlossen hatte, werde im Ministerium weiter geprüft.
Außerdem habe Maas Briefe an sämtliche EU-Justizminister geschrieben, um sich über deren Einschätzung der Rechtslage nach der Resolution zu informieren. Es gehe um ein europäisch abgestimmtes Vorgehen, sagte der Sprecher. In der UN-Resolution waren die Mitgliedstaaten aufgefordert worden, ihre nationalen Strafgesetze zu überprüfen und gegebenenfalls zu verschärfen.
Maas hatte angekündigt, bis Jahresende Gesetzentwürfe vorzulegen. Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) drängt dagegen zur Eile. Auf der Konferenz der Landesjustizminister am Donnerstag in Berlin will sie einen Beschluss erwirken, wonach die UN-Resolution „möglichst weitgehend sowie möglichst zügig“ umgesetzt werden soll.
„Die Weltgemeinschaft fordert Deutschland zur Verschärfung des Strafrechts gegen ausreisende Dschihadisten auf – und der Bundesjustizminister warnt vor Aktionismus. Das passt nicht zusammen“, sagte Kühne-Hörmann der „Welt“. „Ich erwarte von Heiko Maas konkrete Vorschläge, wie er mit Mitteln des Rechtsstaats gegen das neue Phänomen ausreisender Dschihadisten vorgehen will.“ Ansonsten müsse man den Eindruck gewinnen, dass der Minister den Ernst der Lage nicht verstehe.
Die Opposition im Bundestag dagegen sieht keinen Bedarf an neuen Normen. „Auch vor dem Hintergrund der UN-Resolution halte ich die Strafgesetzgebung für völlig ausreichend, um die notwendigen Ermittlungsverfahren einzuleiten“, sagte Irene Mihalic, Sprecherin der Grünen für innere Sicherheit.
Die Bundesregierung versuche „mit unwirksamen Maßnahmenvorschlägen Handlungsfähigkeit zu beweisen, anstatt die bestehenden Gesetze konsequent anzuwenden“. (dts Nachrichtenagentur)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Berlin – Das Bundesjustizministerium von Minister Heiko Maas (SPD) hat Vorbehalte gegen das angestrebte Verbot organisierter Sterbehilfe. Eine Regelung, die eine „geschäftsmäßige ...
Berlin – Das Bundesjustizministerium erwägt offenbar die Entkriminalisierung von Schwarzfahrern. Das Ressort von Ministerin Katarina Barley (SPD) prüfe entsprechende Anregungen aus den ...
Berlin – Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will bereits in den nächsten Wochen gesetzlich gegen steigende Mieten vorgehen. „Ich werde innerhalb der ersten ...
Berlin – Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) warnt davor, in der Flüchtlingskrise die deutschen Grenzen zu schließen. Maas sagte der „Welt am Sonntag“ ...
Berlin – Justizminister Heiko Maas weiß nichts über einen von ihm auf Twitter mutmaßlich gelöschten Tweet. Maas soll im November 2010 getwittert ...
Berlin – Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) plant eine Reform der Strafprozessordnung, um Mammutverfahren wie den NSU-Prozess in München zu straffen. In einem ...
Berlin – Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) haben sich auf ein Maßnahmenpaket gegen Gefährder geeinigt. Das teilen ...












