
Holzdiebe müssen sich zukünftig warm anziehen: GPS-Ortung spürt sie und ihre Beute auf.
Foto: forstzweckverband
Haßloch. Steigende Energiepreise und die Verbreitung von Kaminöfen aus dem Baumarkt um die Ecke haben dazu geführt, dass sich das Brennholz verteuert hat.
Die Folge: Holzdiebstahl im großen Stil. In Rheinland-Pfalz und den benachbarten Bundesländern gibt es Fälle, in denen ganze Baumstämme bei Nacht und Nebel auf Tieflader gehievt und illegal aus dem Wald geschafft werden.
In Haßloch war das Thema Holzdiebstahl lange Zeit kein Problem, doch im vergangenen Jahr häuften sich nach Mitteilung von Revierförster Armin Kupper erstmals die Fälle.
Fast zehn fertig verpackte Brennholzbündel, die für Kunden des Forstzweckverbands Haßloch/Böhl-Iggelheim/Gommersheim bestimmt waren, sind aus dem Haßlocher Wald verschwunden.
Um zukünftige Diebstähle zu vermeiden, hatte sich der Forstzweckverband daraufhin an die Zentralstelle der Forstverwaltung mit Sitz in Neustadt gewandt.
Da dort das Problem aufgrund der Vielzahl ähnlicher Fälle auf Landessebene nicht unbekannt ist, half man dem Forstzweckverband mit drei kleinen, unscheinbaren GPS-Geräten aus, mit denen man Holzdieben auf die Schliche kommen kann.
Die GPS-Geräte wurden im August 2017 an drei fertig verpackte Brennholzbündel angebracht. Sollte eines dieser Bündel bewegt werden, sendet das GPS-Gerät ein Signal aus und alarmiert den zuständigen Förster (im Haßlocher Fall Revierleiter Armin Kupper).
Lange Zeit tat sich gar nichts. Niemand versuchte die Brennholzbündel zu klauen. Anfang Februar schlugen die Geräte dann aber doch Alarm: Kurz vor Mitternacht wurde Kupper über sein Handy alarmiert, dass die Holzbündel sich offenbar bewegen.
Er alarmierte die Haßlocher Polizei. Diese fuhr mit einer Streife in den Wald, konnte vor Ort aber niemanden mehr ausfindig machen. Das Signal der GPS-Geräte verortete das Holz inzwischen im Raum Speyer, woraufhin Polizisten aus der Domstadt hinzugezogen wurden. Die konnten das gestohlene Holz dank GPS-Signal im Speyerer Industriegebiet ausfindig machen.
Der Einsatz der GPS-Technik war also erfolgreich und soll auch künftig zum Einsatz kommen.
„Potentielle Holzdiebe sollen ruhig wissen, dass wir unser Holz im Auge haben und überwachen“, so Revierleiter Kupper. „Möglicherweise ist das abschreckend genug. Wer dennoch klaut, muss damit rechnen, erwischt zu werden, wie der jüngste Fall zeigt“, so Kupper weiter.

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