Mittwoch, 23. Oktober 2019

Hohe Kosten als mögliches K.o.-Kriterium: Stadt Landau stellt Ergebnisse der Voruntersuchungen zur Neugestaltung des Weißquartierplatzes vor

OB Hirsch plädiert für Gesamtbetrachtung des Areals

23. September 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Landau, Politik regional, Regional

Der Weißquartierplatz in der Landauer Innenstadt wird aktuell als „regulärer“ Parkplatz genutzt. Der Bau einer Tiefgarage, der die Zahl der Stellplätze erhöhen sollte, scheint aktuell aufgrund der immensen Kosten vom Tisch.
Foto: ld

Landau. Die Ergebnisse der Voruntersuchungen zur möglichen Neugestaltung des Weißquartierplatzes in Landau liegen vor. Die wichtigste Erkenntnis: Der Bau einer Tiefgarage würde die Stadt voraussichtlich zwischen 8,5 und 12 Millionen Euro kosten – plus die Kosten für die Platzgestaltung.

Oberbürgermeister und Finanzdezernent Thomas Hirsch spricht angesichts dieser enormen Summen von einem möglichen K.o.-Kriterium und wird dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in dessen Sitzung am Dienstag, 15. Oktober, empfehlen, den vorgesehenen, weiteren Prozess nicht weiter zu verfolgen und stattdessen den Fokus für das gesamte Areal zu öffnen.

„Ich bezweifle, ob es sinnvoll ist, in eine geplante Bürgerbeteiligung zu gehen mit dem Wissen, dass der Bau einer Tiefgarage wohl nicht finanziert werden kann“, sagt Hirsch, zugleich Baudezernent. Der OB erinnert an den bisherigen Weg der geplanten Neugestaltung: So sollten die durch die Tiefgarage auf dem Weißquartierplatz neu entstehenden Parkplätze die durch die geplante Sanierung und Aufwertung der Königstraße wegfallenden Plätze kompensieren.

„Aus diesem Grund müssen wir meiner Ansicht nach nun den gesamten Komplex Königstraße, Martin-Luther-Straße und Weißquartierplatz neu denken“, so Hirsch, der auch die Bürger in diese Gesamtbetrachtung mit einbeziehen will – statt einer Bürgerbeteiligung zur unrealistisch gewordenen Tiefgarage.

Seit der Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung der Königstraße vor zwei Jahren habe sich im gesellschaftlichen Diskurs viel getan, erinnert der OB mit Blick auf die Zukuftsthemen Klimawandel und Klimaschutz. Der Baudezernent macht aber auch klar, dass aus seiner Sicht wegfallende Parkplätze aktuell noch zumindest teilweise kompenisert werden müssten.

Im Rahmen der Voruntersuchungen wurden die vier Preisträgerbeiträge des offenen Ideenwettbewerbs zur Neugestaltung des Weißquartierplatzes näher beleuchtet. Außer den Kosten spricht nichts gegen den Bau einer Tiefgarage unter dem innerstädtischen Platz: Das Vorhaben wäre technisch machbar, hätte keine nennenswerten Auswirkungen auf die Verkehrssituation in diesem Bereich und würde aufgrund des entfallenden Suchverkehrs auch die Umwelt nicht zusätzlich belasten.

„Trotz des möglichen K.o.-Kriteriums der Kosten bedeuten die ergebnisoffen durchgeführten Voruntersuchungen für uns einen großen Erkenntnisgewinn“, betont Stadtbauamtsleiter Christoph Kamplade, der darauf verweist, dass die Kosten für die fachlichen Untersuchungen auch bei einer „Null-Variante“ förderfähig seien.

Alle Ergebnisse der Voruntersuchungen können auf der Internetseite www.landau.de/weißquartierplatz eingesehen werden.

Dazu die Grünen im Landauer Stadtrat:

„Beim Weißquartierplatz stand immer im Raum, dass eine Tiefgarage möglich sein könnte, aber zugleich waren sehr hohe Kosten wahrscheinlich. Jetzt haben wir die Klarheit über
die technische Möglichkeit aber auch über enorm hohe Kosten. Wir werden gemeinsam in der Koalition und dann im Ausschuss die Situation bewerten, gehen aber davon aus, dass
die CDU Stadtratsfraktion zum selben Schluss kommen wird wie Oberbürgermeister Thomas Hirsch.

„Die neuen Erkenntnisse um den Weißquartierplatz dürfen nicht zum Bremsklotz für die Umgestaltung von König- und Martin-Luther-Straße werden.“, sagt Lea Heidbreder, Vorsitzende
und Stadträtin der Landauer GRÜNEN. „Die Frage des Weißquartiersplatzes ist im Koalitionsvertrag nicht mit der Königstraße verknüpft und die Königstraße im beschlossenen
Mobilitätskonzept klar als Vorrangroute für den Radverkehr ausgezeichnet.

Eine Teilkompensation der durch die Radförderung wegfallenden Parkplätze im Süden oder Osten der Innenstadt wurde allerdings im Koalitionsvertrag festgehalten. Daran werden wir uns halten.“

Lukas Hartmann: „Die Königstraße wird umgebaut und sie wird für den gegenläufigen Radverkehr geöffnet, weil sie die beste, schnellste und klarste Verbindung ist und unsere
Radverkehrsförderung die beste kommunale Klimaschutzmaßnahme bleibt. Wer das gerade am 20. September 2019 in Frage stellt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.“

Mit ordnungsrechtlichen Maßnahmen ließen sich schon jetzt einseitig die Parkplätze entfernen und eine Fahrradspur für die Gegenrichtung einrichten. Ein Prozess zur weiteren Aufwertung – unter anderem die Sanierung der Fahrbahn sowie das Pflanzen von Bäumen – ist mittelfristig anzuschließen.“

 

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