Berlin – Der Deutsche Richterbund (DRB) setzt keine großen Hoffnungen in den am heutigen Mittwoch (25. Oktober) beginnenden Prozess gegen den in der Türkei inhaftierten deutschen Menschenrechtler Peter Steudtner.
„Die Chancen auf einen fairen, rechtsstaatlichen Prozess stehen für Peter Steudtner und andere in der Türkei inhaftierte Deutsche denkbar schlecht“, sagte DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Der politische Druck auf die türkische Justiz sei gewaltig, sagte Rebehn. Tausende von Richtern und Staatsanwälten seien entlassen, inhaftiert und in der Regel durch regierungsnahe Juristen ersetzt worden.
Wer es riskiere, sich gegen die Erwartungen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu stellen, „muss um Beruf, Freiheit und die wirtschaftliche Existenz seiner Familien fürchten“.
Viele wegen angeblicher Nähe zur Gülen-Bewegung entlassene Richter und ihre Familien sind dem Richterbund zufolge in großer Not. „Sie sind stigmatisiert und finden auch außerhalb der Justiz kaum noch Arbeit“, beklagte Rebehn. Einige tausend türkische Kollegen hätten sich in den vergangenen Monaten an den Hilfsfonds der Europäischen Richtervereinigung gewandt.
Trotz großer Spendenbereitschaft übersteige dies die Möglichkeiten einer ehrenamtlichen Hilfe inzwischen bei Weitem. Große Hoffnungen ruhen nach den Worten von Rebehn nun auf dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der Ankara in Beschwerdeverfahren eine Frist zur Stellungnahme gesetzt habe und alsbald über erste Fälle verhafteter Journalisten und Richter entscheiden wolle. (dts Nachrichtenagentur)

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Der Deutsche Richterbund würde besser mal den Dreck vor der eigenen Tür kehren.
Da gibts genug zu tun!