Donnerstag, 07. Juli 2022

Hatzenbühl: Neue Tabakkönigin ist Elisa I.

22. Mai 2022 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Elisa I. (Mitte) ist gekrönt – links die pfälzische Weinprinzessin Sabina Kobek, rechts Landrat Dr. Fritz Brechtel. Beide haben zusammen die Krönung von Elisa Nauerth durchgeführt.
Fotos: Pfalz-Express/Steinbrecher – Fotostrecke am Textende

Hatzenbühl. Elisa Nauerth aus Hatzenbühl, 24 Jahre, ist die neue Tabakkönigin und tritt die Nachfolge von Ann-Kathrin Wendel an. Auf die gelernte OP-Schwester warten nun zusätzlich zahlreiche Aufgaben rund um ihr neues Amt.

Am 21. Mai 22 organisierte der Hatzenbühler Musikverein im Dorfgemeinschaftshaus die Krönung der 7. Hatzenbühler Tabakkönigin. Bis das Geheimnis gelüftet war, hatte nach den Begrüßungsworten von Jutta Kaufmann (Vorsitzende des Musikvereins) und schwungvollen Musikeinlagen unter der Leitung von Adrian Rüdiger die noch amtierende 6. Tabakkönigin Ann-Kathrin I. ihren letzten Auftritt als Hoheit.

Die Idee zur Krönung einer Tabakkönigin wurde 2003 vom damaligen Vorstand Karl Hirsch sowie Landrat Dr. Fritz Brechtel (wieder) ins Leben gerufen. Der Tabakkönigin-Findungskommission des Musikvereins Hatzenbühl obliegt die Auswahl der Kandidatinnen.

Abschiedsworte

Der langjährige Vorstand Karl Hirsch dankte der scheidenden Königin für ihren engagierten Einsatz und ihre herzliche, offene Art, mit der sie deutschlandweit ihre Gemeinde repräsentiert hatte, sogar bis in die Hauptstadt Berlin. Sein Dank galt auch Landrat Dr. Fritz Brechtel, ohne den es diese Zeremonie nicht gäbe, sowie zahlreichen Sponsoren und nicht zuletzt dem tatkräftigen Einsatz von Ann-Kathrins Eltern.

Obwohl sie ihre Amtszeit um ein viertes Jahr verlängert hatte, stellte Corona einen gravierenden Einschnitt dar und legte das öffentliche Leben und die Auftritte auf nie gekannte Weise still.

Nach warmherzigen Dankesworten vom Knittelsheimer Kätzel in Vertretung für die Zwiebelkönigin Sandra XIV trat dann Ann-Kathrin I. ein letztes Mal ans Rednerpult. Sie zog ein positives Résumé ihrer erlebnisreichen Amtszeit, erinnerte sich an ein herausforderndes Leben, an dem es keine privaten Wochenenden mehr gab, aber viele Freundschaften und zahlreiche Reisen, von denen sie die Einladung vom CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Gebhart nach Berlin als Highlight empfand. Mit Bedauern erlebte sie die Zäsur der pandemiebedingten letzten zwei Jahre. Sie schloss mit aufrichtigem Dank an ihre „GmbH“ („gib mol, mach mol, bring mol, hol mol“): Ihren Eltern, die sie bedingungslos unterstützt hatten.

Entkrönung

Die nicht ganz angenehme Aufgabe der Entkrönung fiel Landrat Brechtel zu. In seiner kurzen Ansprache erklärte er, man habe ihm zur Auflage gemacht, er dürfe keine Pandemie und keinen Krieg erklären und das tat er auch nicht. Er erinnerte an historische Zusammenhänge, als 1573 Pfarrer Anselmann aus Elsass-Lothringen die ersten Tabaksamenkörner in seinem Pfarrgarten aussäte. So nahm der Tabak zunächst als Zierpflanze, dann als Heilmittel und schließlich als Genussmittel seinen Weg.

Stilvoll bot er dann der Traubenblütenkönigin Laura seinen Arm, um mit ihr gemeinsam die auf ihrem Thron wartende Ann-Kathrin zu entkrönen und ihr Zepter und Krone abzunehmen.

Die Insignien der Macht warteten nun auf einem roten Samtkissen auf ihre neue Besitzerin. Unter den Klängen der Tabakfanfare, die nur für Hoheiten gespielt werden darf, und standing ovations durchschritt die entkrönte Hoheit dann den Saal.

Auszeichnungen

Vor der Inthronisierung der neuen Königin sprach Matthias Wolf vom Kreismusikverband Germersheim diverse Ehrungen für langjährige aktive Mitgliedschaften bis hin zu 50 Jahren aus und ernannte zwei Ehrenmitglieder.

Krönungszeremonie

Schließlich war der mit Spannung erwartete Moment gekommen und unter den Klängen der Tabakfanfare betrat, umringt von ihren Vorgängerinnen, die neue Königin den Saal: Elisa Nauerth.

Karl Hirsch lieferte die biographischen Fakten: Die 24 Jährige stammt aus Hatzenbühl, hat 2014 an der IGS Rheinzabern ihre mittlere Reife abgelegt und 2018 erfolgreich ihre Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten absolviert. Nach eigenen Angaben gab es in der Arztpraxis in Landau für sie „zu wenig Blut zu sehen“, so dass sie sich zur operationstechnischen Assistentin ausbilden ließ und seitdem ausschließlich im OP arbeitet.

Ihre Hobbies sind Joggen und Fitness, Triathlon auf Kurzstrecken, zudem war sie bei den Mobilen Rettern im Einsatz.

 

Nachdem Karl Hirsch ihr die Ernennungsurkunde zusammen mit einem Blumenstraß überreicht hatte, kam erneut Brechtel zum Einsatz, den er nun sichtlich froher an der Seite der pfälzischen Weinprinzessin Sabina Kobek aus Neustadt absolvierte („der Wein krönt den Tabak“, witzelte er). Zepter und Krone machten die Zeremonie komplett. Zwiebelkönigin Leonie aus Zeiskam gratulierte Elisa I. und hieß sie im Kreis der Wochenendfamilie herzlich willkommen.

Dann wandte sich Elisa mit ersten Worte an ihr Volk, dankte für das entgegengebrachte Vertrauen und versprach, sich mit vollem Einsatz ihrer Aufgabe zu widmen  bevor sie am Tisch der Ehrengäste Platz nahm.

Hoheiten, Politprominenz und musikalische Höhepunkte

Wer hautnah gekrönte Häupter und politische Prominenz erleben wollte, kam an diesem Abend voll auf seine Kosten: Da gab es die Lindenprinzessin, das Dornröschen der Pfalz, die Purzelmarktkönigin, die Rheinperlenkönigin, die Traubenblütenkönigin, eine Sonnenbotschafterin, die Rosenprinzessin, die Pfälzische Zwiebelkönigin und als einzigen Vertreter des männlichen Geschlechts den 20. Bellheimer Lord.

Am Tisch gegenüber saßen der Landrat, der parlamentarische Staatssekretär MdB Thomas Hitschler (SPD), MdB Thomas Gebhart (CDU), MdL Dr.Karin Rehak-Nitsche (SPD), MdL  Martin Brand (CDU), der 1. Beigeordnete der Kreises Germersheim Christoph Buttweiler, Ortsbürgermeisterin Sabine Baumann aus Jockgrim, die Geschäftsführerin des Vereins Südliche Weinstraße, der 1. Beigeordnete der Gemeinde Herxheim Sven Koch, um nur einige zu nennen.

Jutta Kaufmann beschloss den gelungenen Krönungsabend mit Dankesworten an alle Beteiligten und Gäste. Zur Freude des Publikums zeigte Adrian Rüdiger mit seinem Orchester noch einmal, dass Blasmusik in durchaus schwungvoller und moderner Form gespielt werden kann und verdiente sich den begeisterten Applaus.

Die neue Königin nahm unterdessen die zahlreichen Geschenke und Glückwünsche entgegen, lächelte in die Kamera oder ließ sich auf Selfies verewigen, denn die mögen auch Politiker. (HeSt)

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