Montag, 20. Januar 2020

Goodbye Paypal: Keine Zahlmethode für deutsche Casino-Spieler

6. Oktober 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Freizeit & Hobby

Für Online-Spieler dürfte künftig Paypal als Zahlmethode erst einmal ausfallen.
Symbolbild: Pixabay/Bestonlinecasinos

Paypal soll für Casino-Spieler in Deutschland schon bald keine Option mehr sein, genau bedeutet das: Spieler in Deutschland können Paypal für Spiele in Online Casinos ab dem 21. Oktober 2019 nicht mehr nutzen.

Durch ein kürzlich in Kraft getretenes Update der Geschäftsbedingungen, ist die Nutzung von Paypal für Online Casinos in Deutschland künftig nicht mehr gestattet. Diese Änderung der der Paypal Richtlinien tauchte kurz nach einer Ankündigung Deutschlands auf, gegen Zahlungsunternehmen, die mit Anbietern von Onlinecasinos zusammenarbeiten, hart durchgreifen zu wollen.

Nach aktualisierter Richtlinie 9.1.: „Unerlaubte Handlungen“

Usern aus Deutschland soll es nicht mehr erlaubt sein, den Service der Firma zu nutzen in „Verbindung mit Angeboten, die am jeweiligen Aufenthaltsort nicht mehr legal sind, das beinhaltet auch einige Angebote für Online-Glücksspiele“

Des Weiteren findet sich in der Richtlinie der Hinweis „Wer sich nicht sicher ist, ob ein bestimmtes Angebot an seinem Aufenthaltsort legal ist, muss die Legalität des Angebots vor dem Nutzen von Paypal in Verbindung mit dem Angebot sicherstellen.

Am 21.10.2019 treten die neuen Vorschriften in Kraft. Da Online-Glücksspiel in fast allen deutschen Bundesländern, mit Ausnahme des Bundeslands Schleswig-Holstein, verboten ist, ist Paypal nicht länger als Zahlungsmethode in Online-Casinos gestattet.

Geringer Spielraum für  Online-Casinos

Die neuen Informationen von Paypal im Bezug auf Online-Casinos tauchten auf, nur einige Monate nachdem das Bundesland Niedersachsen im Juni eine Verordnung gegen einen unbekannten Bezahlservice erlassen hatte.

Gemäß der Verordnung heißt es: Die Regierung fordert das Unternehmen auf, die Geschäftsbeziehungen zu international lizenzierten Online-Glücksspiel-Anbietern zu beenden, die sich an deutsche Verbraucher richten. Dem Unternehmen wird es untersagt mit Betreibern von Online-Casinos, Poker und Lotterien in niedersächsischem Hoheitsgebiet geschäftlich tätig zu werden.

Viele gehen davon aus, dass es sich bei dem betroffen Bezahlservice-Anbieter um Paypal handelt, auch wenn das bislang nicht offiziell bestätigt wurde. Es scheint so, als ob viele Betreiber davon nicht überrascht waren.

Einer der größten Anbieter von Online-Glücksspiel, die GVC Holdings Group, gab für ihre Unternehmen letzten Dezember bekannt „Paypal steht als Bezahlmethode für Online-Casinos in Deutschland nicht länger zur Verfügung.“

 Verordnungs-Chaos im deutschen Glücksspiel-Sektor

Die Neuordnung des Glücksspiel-Markts in Deutschland dauert bereits sieben Jahre an. Allerdings hat das Verfahren auch immer wieder Rückschläge erlitten, die ein Vorankommen verhindert und verzögert haben.

Trotzdem: Paypals aktualisierte Richtlinien können für Spieler mit Wohnsitz in Deutschland auch einen Schritt nach vorne bedeuten. Die neuen Richtlinien suggerieren, dass die deutschen Gesetzgeber dieses Mal den deutschen Glücksspielstaatsvertrag durchsetzen konnten, nach zwei missglückten Versuchen in der Vergangenheit. Die dritte Version des Glücksspielstaatsvertrags wurde Anfang des Jahres von den führenden Köpfen der sechzehn Bundesländer unterzeichnet.

Es gilt: Um am 1.1.2020 in Kraft zu treten, muss der Glücksspielstaatsvertrag bis Ende des Jahres ratifiziert werden. Durch das Übereinkommen liefe eine sogenannte „Probierphase für Online-Sportwetten von Mitte 2019 bis Mitte 2021“ aus. Auch würde eine frühere Reglementierung zu Sportwetten-Lizenzen entfallen.

Es scheint ganz so, als ob das Legalisieren von Sportwetten ein Meilenstein für viele Länder ist, nicht nur für Deutschland. Ein Beispiel: Der Bundesstaat Colorado in den USA hat seit geraumer Zeit mit der Einführung eines neuen Sportwetten-Gesetzes zu kämpfen. Im April startete der Staat seinen letzten Versuch rechtliche Schritte gegen das Gesetzt zu unternehmen. Eine Abstimmung im kommenden November wird über das Schicksal der Sportwetten in Colorado entscheiden.

Wird der Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland zum Ende des Jahres ratifiziert, dürften die Behörden damit beginnen, Lizenzen für Sportwetten an interessierte Unternehmen im Land auszustellen.

Auf der anderen Seite würden Betreiber dazu verpflichtet sein, alle ihre auf Deutschland ausgerichteten Casino-Geschäfte einzustellen, um für Sportwetten-Lizenzen zulässig zu sein.

Schleswig-Holstein – Das einzige Bundesland für legales Online-Gaming im Land

Schleswig-Holstein, der einzig sichere Hafen für legales Online-Glücksspiel in Deutschland, ist das nördlichste Bundesland. Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, an dem Online-Glücksspiel im Casino weiterhin legal bleiben dürfte. Bereits ausgestellte Lizenzen sind zwar bereits Anfang des Jahres ausgelaufen, wurden jedoch im Juni diesen Jahres erneuert und sind gültig bis Mitte 2021.

Mitte 2021 ist auch der Zeitraum, den sich deutsche Behörden für das Inkrafttreten einer einheitlichen Reglung aller Bundesländern zum Online-Glücksspiel erhoffen.

Die Lizenzen wurden mit dem Verständnis verlängert, dass die Betreiber ihren Online-Casino-Service nur im Bundesland Schleswig-Holstein anbieten und nicht in anderen Bundesländern vermarkten.

Informationsveranstaltung zu den neuen Regeln im Online-Glücksspiel

In Hessen wurde unlängst eine Informationsveranstaltung zu den neuen Regelungen im Online-Glücksspiel abgehalten, für Betreiber von Online-Casinos am deutschen Markt.

Die neuen Regelungen beinhalten

  • Das Verbot von Produkten ohne Bezug zu Sport
  • Ein Verbot von in-play Mindesteinsätzen
  • Eine strenge 5 Prozent Besteuerung auf Wettumsätze und ein monatliches Limit von 1000 Euro pro Kunde.

Die anwesenden Minister brachten während der Veranstaltung ihre Zustimmung für ein monatliches Einsatzlimit von 1000 Euro zum Ausdruck. Zudem müssten die Betreiber in Zukunft weitere strenge Glücksspiel-Regelungen einhalten und sicherstellen, dass ihre Kunden sich nicht im Zentralregister für Glücksspielsucht eingetragen haben.

Zudem müssten sie separate Lizenzen beantragen, um ihre Webseiten in Deutschland legal vermarkten zu können. Die Regeln gelten nur für die vorläufige Lizenzierungsperiode und laufen 2021 aus. Die Hoffnungen ruhen darauf, dass die individuellen Bundesländer sich auf einen finalen und liberalen Glücksspielstaatsvertrag einigen können, der es den Betreibern weiterhin ermöglicht, auf dem deutschen Markt Geld zu verdienen und sie nicht negativ beeinträchtigt.

PayPal beendet Geschäftsbeziehung zu deutschen Betreiber für diesen Zeitraum

Bevor die Glücksspielregulierung endgültig festgelegt ist, will Paypal wohl als Zahlmethode für deutsche Spieler ab dem 21. Oktober 2019 nicht mehr zur Verfügung stehen. Paypal ist eine der beliebtesten Zahlmethoden im iGaming.

Und dennoch: Es ist nicht das erste Mal, dass der Zahlungs-Gigant seine Geschäfte mit Online-Betreibern auf Eis gelegt hat. Paypal war der erste Bezahldienst, der sich 2003 vom US-Markt zurückzog, als das Justizministerium damit begann zu untersuchen, ob die Glücksspielregelungen einen Verstoß gegen das Wettgesetz bedeuten.

Und während Paypal 2015 leise auf den regulierten US-Markt zurückgekehrt ist, zieht sich das Unternehmen andernorts aus dem Glücksspielmarkt zurück.

 

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