
In der Otterbach-Niederung südlich von Kandel soll die Flurbereinigung im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts Bienwald starten.
Foto: v. privat
Kreis Germersheim/Kandel – Der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft für das Flurbereinigungsverfahren Bienwald-Ost hat den vorgelegten Planentwurf bei seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch beschlossen.
Im Vorfeld hatten sich Vertreter des Vorstandes, des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum (DLR) als Flurbereinigungsbehörde und des Naturschutzgroßprojekts Bienwald (NGP) in mehreren intensiven Gesprächen auf eine Kompromisslinie geeinigt.
Daraufhin hat das DLR jetzt den Planentwurf dem gesamten Vorstand präsentiert. Der Leiter des NGP, Dr. Peter Keller, erläuterte bei der Sitzung die Ziele der Pflege- und Entwicklungsplanung, Bernd Hoffman (DLR) die Abgrenzung des Projektgebiets Nr. 1 (so genanntes „Kandeler Modell“). Das Verfahrensgebiet reicht im Osten von der Lauterburger Straße (L544), bis zur Kreisstraße K16 im Westen. Im Wesentlichen ging es darum, die bisherige Nutzung zu erhalten, die Ackerflächen in größere Schläge zusammen zu fassen und sie in naturschutzfachlich weniger sensiblen Bereichen zu konzentrieren. 20 bis 40 Meter breite Gewässerrandstreifen wurden vereinbart sowie ein Korridor für einen neu zu schaffenden Graben.
„Insgesamt haben wir einen machbaren Kompromiss zwischen Naturschutz und Landwirtschaft erarbeitet“, so Gerd Hausmann, Abteilungsleiter beim DLR.
„Der Naturschutz profitiert von den durchgängigen Gewässerrandstreifen entlang dem Otterbach und die artenreichen Wiesen werden nun optimal vernetzt“, freut sich Keller, dem der Erhalt der typischen Kulturlandschaft ein wichtiges Anliegen ist.
Der Vertreter der Landwirtschaft, Christoph Blankenburg, lobt den Willen aller Beteiligten, einen gemeinsamen Kompromiss zu erarbeiten und ergänzt: „Die Landwirtschaft hat damit einen wichtigen Schritt zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzgroßprojekts getan.“
Er weist aber auch gleichzeitig darauf hin, dass es für die Flurbereinigungsbehörde und besonders für ihre neue Mitarbeiterin Frau Schröder, der dieses Verfahren federführend anvertraut wurde, eine große Herausforderung sein wird, in einem überschaubaren Zeitrahmen diese Flurneuordnung umzusetzen.
Aufgrund der breit gestreuten Eigentümerstruktur gilt es, hunderte von Begüterten allein in diesem Abschnitt zu kontaktieren, ihre Vorstellungen zu erfassen und gleichzeitig die Wünsche der bewirtschaftenden Landwirte, die ja oft nur Pächter sind, zu berücksichtigen, um wirtschaftliche Flächenstrukturen zu schaffen. (red)

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