
S. Dinges/Landtag Rheinland-Pfalz
Mainz – Rund 160 Rekruten des Luftwaffenausbildungsbataillons aus Roth und des Heimatschutzregiments 5 aus Hessen legten am 19. November 2025 ihr Feierliches Gelöbnis und ihren Diensteid vor dem Landtag Rheinland-Pfalz ab.
Der Kommandeur des Landeskommandos Rheinland-Pfalz, Oberst Michael Trautermann, begrüßte die Gäste. Landtagspräsident Hendrik Hering hielt die Gelöbnisrede, Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) sprach ein Grußwort. Auch Landtagsabgeordnete und Vertreter des öffentlichen Lebens nahmen teil.

S. Dinges/Landtag Rheinland-Pfalz
Nach 2008, 2014 und 2022 fand das öffentliche Gelöbnis zum vierten Mal vor dem Landtag statt. Die Veranstaltung orientiert sich am Gründungstag der Bundeswehr am 12. November 1955; in diesem Jahr feiert die Bundeswehr ihr 70-jähriges Bestehen.
Das Gelöbnis und der Diensteid gelten neben dem Großen Zapfenstreich als das bedeutendste militärische Zeremoniell und sind ein Treuebekenntnis zur Rechts- und Werteordnung der Bundesrepublik Deutschland.

S. Dinges/Landtag Rheinland-Pfalz
Gelöbnis und Diensteid
Die Rekruten gelobten beziehungsweise schworen in Mainz: „Der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“
Oberst Trautermann sprach ihnen Respekt aus: „Es ist Ihr Tag, Ihr Tag, an dem Sie dokumentieren, dass Sie sich angesichts und trotz des barbarischen russischen Krieges gegen die Ukraine und den damit einhergehenden Herausforderungen für Deutschland entschieden haben, freiwillig Dienst in der Bundeswehr zu leisten. Vor Ihrer Entscheidung ziehe ich meinen Hut, denn sie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie zeigt, dass Sie Verantwortung übernehmen und unserem Land und unserer Gesellschaft dienen wollen. Ihr Tag wird begangen auf dem Platz der Mainzer Republik, vor dem rheinland-pfälzischen Landtag, einem großen Zeichen für die parlamentarische Demokratie und unsere Freiheit.“

S. Dinges/Landtag Rheinland-Pfalz
Grundwerte der Demokratie
Landtagspräsident Hering betonte, dass eine Demokratie Mut erfordert und nur mit Tapferkeit verteidigt werden kann: „Unsere Bundeswehr sind Streitkräfte der Demokratie – und das seit ihrer Gründung vor 70 Jahren.“
Sie sei eine Verteidigungs- und Parlamentsarmee. Niemand außer dem Deutschen Bundestag, also den gewählten Abgeordneten, entscheide über Einsätze der Bundeswehr. Mit dem Gelöbnis vor dem Landtag unterstreiche das Parlament seine Verbundenheit mit der Bundeswehr, die für eine demokratische Gesellschaft, Vielfalt und den Schutz westlicher Werte stehe.

S. Dinges/Landtag Rheinland-Pfalz
Hering wandte sich direkt an die Rekruten: „Die Grundwerte einer Demokratie sind die Prinzipien, auf denen unser freiheitliches und rechtsstaatliches Zusammenleben ruht. Sie sind mehr als nur politische Regeln – sie sind ethische Leitlinien, die das Miteinander in einer offenen Gesellschaft tragen. Diese ethischen Leitlinien mögen auch Ihnen ein innerer Kompass sein, wann immer Sie im Dienst vor schweren Entscheidungen oder Herausforderungen stehen.“
Verpflichtender Dienst und gesellschaftliche Verantwortung
Hering sprach sich zudem für einen verpflichtenden Dienst nach Schule oder Ausbildung aus, etwa bei der Bundeswehr, im Katastrophenschutz oder in sozialen Einrichtungen. Ein solcher Dienst könne personellen Mangel ausgleichen, junge Menschen mit wichtigen Berufen bekannt machen und das Zusammenleben in der Gesellschaft stärken.
Ministerpräsident Schweitzer betonte die enge Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und der Bundeswehr und würdigte die Präsenz der Streitkräfte als festen Bestandteil der Gesellschaft.

S. Dinges/Landtag Rheinland-Pfalz
Hintergrund
Das Feierliche Gelöbnis und der Diensteid sind neben dem Großen Zapfenstreich die bedeutendsten militärischen Zeremonien der Bundeswehr und markieren die Treuepflicht der Soldaten gegenüber Staat und Gesellschaft.
Das Landeskommando Rheinland-Pfalz repräsentiert die Bundeswehr im Bundesland, koordiniert die zivil-militärische Zusammenarbeit und bildet ein Netzwerk zwischen militärischen Einheiten und der kommunalen Ebene sowie den Alliierten.

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