Lambrecht. Fünfzig Gleichstellungsbeauftragte, Personalratsmitglieder und Personalentscheider informierten sich in der Pfalzakademie Lambrecht in einer ersten Regionaltagung über Prüfungsmöglichkeiten der Entgeltgleichheit im öffentlichen Dienst und über das neue Landesgleichstellungsgesetz.
Birgit Löwer, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft der behördlichen Gleichstellungsbeauftragten, gab zunächst die Frage in die Runde, wann Entgeltgleichheit für Frauen und Männer gewährleistet sei, und führte mit vier Antwortmöglichkeiten mitten ins Thema.
Sie verwies darauf, dass in Deutschland die allgemeine Lohnlücke zwischen Männer und Frauen 21 Prozent betrage. Um diese zu schließen, so stellte sie fest, sei es notwendig, an unterschiedlichen Stellschrauben zu drehen.
Die Referentin Pia Müller von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Rheinland-Pfalz/Saarland legte ebenfalls dar, dass die Entgeltgleichheit im öffentlichen Dienst noch nicht erreicht sei, dass das Anliegen bei jeder Tarifverhandlung immer wieder zu thematisieren und jeder Baustein des Gehalts separat daraufhin zu untersuchen sei.
Wichtig sei nicht nur, gleiche Arbeit gleich zu bezahlen, sondern auch, gleichwertige Arbeit gleich zu entlohnen. Müller stellte den interessierten Zuhörern Instrumente zur Prüfung von Entgelt-Tarifen vor und wies auf die Verdi-Broschüren „Schritt für Schritt zur Entgeltgleichheit“ sowie „Tarifpolitik und Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz“ hin.
Kurz vor Fertigstellung steht ein Bundesgesetz für mehr Lohngerechtigkeit, das Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten in die Pflicht nehmen soll, die Herstellung von Entgeltgleichheit zu sichern.
Auf der Landesebene gibt es seit Ende 2015 ein Gleichstellungsgesetz, das die Dienststellen des Landes verpflichtet „…die Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern“.
Am Nachmittag trug Birgit Groh-Peter vom Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz die Neuerungen im Landesgesetz für Gleichstellung vor. Sie ging auf die zahlreichen Fragen ein und unterstützte die Anregung der Teilnehmer für eine zweite Regionaltagung, um an dem Thema weiterzuarbeiten.
Die erfolgreiche Tagung war von der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirksverbands Pfalz, Renate Flesch, in Zusammenarbeit mit Inge Sabin, Fraktionsmitglied der SPD im Bezirkstag Pfalz, und mit Unterstützung von Monika Kabs, Fraktionsvorsitzende der CDU im Bezirkstag Pfalz, ausgerichtet worden. (red)

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