
Die beiden Preisträger werden von Oberbürgermeister Hirsch und Sparkassenvorstand Bernd Jung beglückwünscht.
Foto: red
Landau. Die Sängerin Laura Telly Cambier und der Sänger Lukhanyo Moyake erhielten am 16. Januar den mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Emmerich Smola-Förderpreis 2016. Die Auszeichnung wurde von der Stadt Landau zum zwölften Mal vergeben.
Schirmherr der Preisverleihung war die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die beiden Preisträger wurden aus einer Konkurrenz von je zwei weiteren Sängerinnen und Sängern durch Publikumsentscheid im Rahmen des vom SWR-Fernsehen veranstalteten m u s i k debüt-Konzertes bestimmt.
Bei dem Sangeswettstreit wurden die Akteure von der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern unter der Leitung von Marco Comin begleitet. Markus Brock moderierte in der mit 1.000 Gästen vollbesetzten Jugendstil-Festhalle Landau den spannenden Konzertabend, an dessen Ende Oberbürgermeister Thomas Hirsch die Auszeichnung überreichte.
Das Preisgeld des von der Stadtholding Landau in der Pfalz GmbH in Zusammenarbeit mit der städtischen Kulturabteilung veranstalteten Sängerwettstreits stiftete auch in diesem Jahr die Sparkasse Südliche Weinstraße.
Namensgeber für den Preis ist der im August 2012 verstorbene Professor Emmerich Smola. Smola war mit dem SWR-Rundfunkorchester Kaiserslautern verbunden wie kein anderer Dirigent. Er prägte die Entwicklung des Orchesters seit den ersten Anfängen über vier Jahrzehnte hinweg. Rund 15.000 Musikaufnahmen in einer immensen stilistischen Vielfalt spielte das SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern unter seiner Leitung ein.
Die zu dem Sangeswettstreit nach Landau eingeladenen jungen Künstler waren von der SWR-Musikredaktion Baden-Baden ausgewählt worden. Allesamt hatten sie sich durch hervorragende Platzierungen bei internationalen Musik-wettbewerben für den Publikumsentscheid in Landau qualifiziert.
Geboren 1990 in Brüssel begann Laura Telly Cambier ihre musikalische Ausbildung an der Musikakademie ihrer Heimatstadt mit den Fächern Gesang, Klavier und Schauspiel. Im Alter von 16 Jahren sang sie bereits im Opernchor in Verdis „Aida“, Bizets „Carmen“ und Mozarts „Die Zauberflöte“.
Kurz darauf wurde sie Mitglied im Chor der Europäischen Union. 2009 nahm sie ein Gesangsstudium am Konservatorium von Liège bei Helen Bernardy auf. Zwei Jahre darauf ging sie nach Italien, um mit Francesca Ruospo zu arbeiten. Weitere Anregungen erhielt sie von Umberto Finazzi, Riccardo Serenelli, Davide Dellisanti, Monika Lukacs und Stefano Ligoratti. Darüberhinaus besuchte sie Meisterklassen bei Barbara Frittoli, Enza Ferrari, Nadine Denize und Marc Coulon.
Ihr Opernrepertoire umfasst die Micaela in Bizets „Carmen“, die Rosina in Rossinis „Il barbiere di Siviglia“, die Lola in Mascagnis „Cavalleria Rusticana“, die Antonia in „Hoffmanns Erzählungen“ von Offenbach sowie die Musetta in Puccinis „La Bohème“.
Im vergangenen Jahr konnte sie sich für das Semifinale der internationalen Competizione dell’opera in Linz qualifizieren. In ihrer Freizeit gibt Cambier Gesangsstunden für behinderte Kinder. Ihre zukünftigen Engagements umfassen neben Opernproduktionen in Luxemburg, Venedig, Verona und London auch die Sommerproduktion des Brüsselers „Theatre National du Parc“ in der Rolle der Gräfin in Mozarts „Le Nozze de Figaro“.
Lukhanyo Moyake wurde 1986 im südafrikanischen Lady Frere geboren. Seine erste Gesangsausbildung erhielt er an der University of KwaZulu-Natal bei Lionel Mkhwanazi und Madlen Tzankova. Sein Aufbaustudium absolvierte er bei Brad Liebl an der University of Cape Town.
Seit seinem Studienabschluss 2011 gehört er zum Ensemble der Cape Town Opera (CTO) in Kapstadt. Er hat dort in zahlreichen Produktionen mitgewirkt, darunter als Alfredo in Verdis „La Traviata“, Jaquino in Beethovens „Fidelio“, Belmonte in Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“, Don Basilio in „Le Nozze di Figaro“ und Rinuccio in „Gianni Schicchi“.
2013 sang er an der Seite von Pretty Yende den Arturo in „Lucia di Lammermoor“ unter Sir Richard Bonynge. 2015 konzertierte er mit dem Cape Town Philharmonic Orchestra und gab den Alfredo in Verdis „La Traviata“ am Artscape Opera House in Kapstadt. Mit der CTO Produktion von Gershwins „Porgy und Bess“ gastierte er am Teatro Real Madrid und am Gran Teatre del Liceu Barcelona. Neben seiner Opernkarriere singt Moyake auch Lied und Oratorium.
Während seines Aufbaustudiums gewann er den Wettbewerb der Schock Foundation. Im Sommer 2015 war er Finalist des Internationalen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerbs in Amsterdam. Beim Gesangswettbewerb Neue Stimmen 2015 in Gütersloh wurde er mit dem 3. Preis ausgezeichnet. 2016 folgen Engagements in Schweden: An der NorrlandsOperan in Umea sowie beim Stockholm International Composer Festival.
Eine Reportage über das Konzert wird vom Südwest-Fernsehen am Sonntag, 7. Februar um 8.45 Uhr (SWR Junge Opernstars 2016 – Die Reportage) ausgestrahlt. Um 9.30 Uhr sind die Highlights aus dem Konzertabend (SWR Junge Opernstars 2016 – Das Konzert) zu sehen. Im SWR 2 Rheinland-Pfalz Hörfunk ist die Konzertaufzeichnung in voller Länge am Sonntag, 2. April, ab 20.03 Uhr zu hören.
Weitere Informationen über die m u s i k debüt-Sendereihe sind unter
www.swr.de/jungeopernstars bzw. www.swr2.de veröffentlicht und unter www.jugendstil-festhalle.de (red)

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