Samstag, 23. Januar 2021

Einer der letzten Helden von Bern: Fußballspieler „Ottes“ Ottmar Walter ist tot

16. Juni 2013 | Kategorie: Regional, Sport

 

Ottmar Walter im Jahr 2005. Als Sohn des Sohn des Vereinswirts des 1. FC Kaiserslautern und jüngerer Bruder von Fritz und Ludwig Walter spielte er  von Jugend an beim 1. FC Kaiserslautern.
Foto: Smalltown Boy/German language Wikipedia/wikimedia/CC-BY-SA-3.0-migrated

Kaiserslautern: Ein großer Kaiserslauterer Spieler ist tot: Ottmar Walter, Weltmeister von 1954, starb am 16. Juni in einem Alten- und Pflegeheim in Kaiserslautern, wo er aufgrund einer Demenzerkrankung seine letzten Jahre verbracht hatte. Ottmar Walter spielte in den 1950er Jahren für den 1. FC Kaiserslautern und für die deutsche Fußballnationalmannschaft.

Ottmar Walter in den 50er Jahren.

Zwischen 1950 und 1956 trug Walter 21-mal das Trikot der National-Elf. Der Höhepunkt seiner Karriere war der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 mit der deutschen Elf im Spiel gegen Ungarn, das Deutschland 3:2 gewann. Ottmar Walter hatte während der Weltmeisterschaft viermal getroffen. Er war „der kleine Bruder“ von Fußball-Legende Fritz Walter.

Nach vielen Knie-Operationen beendete er 1959 seine Karriere als Fußballspieler. Später betrieb er eine Tankstelle, die er aber wieder aufgeben musste. Dieses Ereignis war ein Tiefpunkt in seinem Leben, das sogar einen Selbstmordversuch nach sich zog. Ab den 70er Jahren arbeitete er dann bei der Stadt Kaiserslautern.

2004 wurde Ottmar Walter das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. Außerdem wurde ihm zu Ehren das Eingangstor zur Nordtribüne im Fritz-Walter-Stadion in Ottmar-Walter-Tor umbenannt.

Stefan Kuntz: „Trauriger Tag“

Stefan Kuntz, Vorstandsvorsitzender des FCK, sagte, es wäre ein trauriger Tag für den Verein. Kuntz würdigte Ottmar Walter als einen Mann von hohen Werten. „Er ist Teil der Geschichte unseres Vereins.“

Kurt Beck und Malu Dreyer: Trauer und Dankbarkeit

Mit  Bestürzung haben Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Ministerpräsident a.D. Kurt Beck, Kuratoriumsmitglied der Fritz-Walter-Stiftung, auf die Nachricht vom Tod von Ottmar Walter reagiert.

„Wir trauern um einen großen Fußballer, einen der letzten Helden von Bern 1954. Von seinem Trainer Sepp Herberger ist das Zitat überliefert: ‚Ottes, enttäuschen Sie mich nicht!’ Und das hat der Torjäger Ottmar Walter bei der Weltmeisterschaft ebenso wenig getan wie in seinem späteren Leben. Er war seiner Stadt und seinem Verein, dem 1. FC Kaiserslautern, bis zum Ende treu. Wir verlieren heute einen großen Fußballer der 50er Jahre, der zusammen mit seinem Bruder Fritz Walter das Bild des 1. FC Kaiserslautern maßgeblich positiv geprägt hat“, würdigten Malu Dreyer und Kurt Beck.

„Wir haben diesem bescheidenen Mann viel zu verdanken. Er hat sich mit viel Engagement und Herzblut dafür eingesetzt, dass die WM 2006 auch in Kaiserslautern stattfinden konnte. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.“ (cli/red)

Weltmeister 1954 – Ottmar Walter (3.v.re.) trug einen großen Teil dazu bei.
Fotos: 1. FCK

 

 

 

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