Germersheim – Die Pläne der Deutschen Bahn, die Strecke Wörth – Ludwigshafen mit vermutlich 42 Güterzügen mehr pro 24 Stunden zu belasten, mobilisieren Politiker quer durch alle Parteien.
Widerstand regt sich. Landrat Brechtel schrieb an Verkehrsminister Dobrindt, der Abgeordnete Thomas Gebhart (CDU) rang dem parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, die Zusicherung ab, die Bahnpläne zum Güterverkehr auf der Strecke Wörth-Ludwigshafen „genau zu prüfen“.
Auch SPD, Grüne und AfD sind sich einig: Der zu erwartende Lärm der Güterzüge vermindert die Lebensqualität.
In Germersheim erörterten der Landtagsabgeordnete Martin Brandl und Bürgermeister Marcus Schaile die Frequenzerhöhung im Güterverkehr auf der Strecke Karlsruhe – Germersheim: „Ein verdichteter Güterfernverkehr (Rotterdam – Genua) darf nicht zu Lasten von Germersheim und Sondernheim gehen. Wir werden uns gegen den drohenden Bahnlärm wehren.“ Die Streckenführung sei aufgrund ihrer Nähe zur Wohnbebauung absolut ungeeignet.
Schaile jedenfalls ist sich sicher, dass sich nur eine bleibende Lösung finden lässt, wenn sich alle Betroffenen auf einen „überparteilichen Schulterschluss“ einigen.
Auch spricht sich der Germersheimer Stadtchef vehement gegen die Pläne der Bahn aus: „Wir haben die bürgerfreundliche, leise Stadtbahn nicht mit hohem finanziellen Aufwand gebaut, um darüber – quasi als trojanisches Pferd – Güterzuglärm in die Stadt zu holen. Der von der Bahn diskutierte stark gesteigerte Güterfernverkehr würde Germersheim und Sondernheim in unzumutbarer Weise mit Lärm belasten.“
Viele Germersheimer Bürger wohnten entlang der Bahnstrecke, vor allem aber sähen sich die Einwohner Sondernheims einem Schreckensszenario gegenüber, da sie vom Bahnlärm unverhältnismäßig stark belastet wären.
Wer den Streckenverlauf kenne, wisse, dass dieser fast komplett durch das ganze Dorf führe. „Die Sondernheimer Bürger wären vom Bahnlärm förmlich eingekesselt,“ so Schaile.
Aber auch die Stadt selbst liege in unmittelbarer Nähe an der Bahnstrecke, die Bürger in diesem Bereich seien ebenso stark vom Lärm belastet.
Das Brennpunktthema „Bahnlärm“ soll sowohl in der öffentlichen Sitzung des Hauptausschusses am 10. Februar um 18. Uhr als auch in der nächsten Sitzung des Stadtrates am 19. Februar, ebenfalls um 18 Uhr behandelt werden, um die Germersheimer Bürgern auf den neuesten Stand zu bringen. (cli/red)

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Lieber St. Florian, verschon mein Dorf, lärm’s andere ein…..
So kommt mir im Moment die Reaktion auf die Bahnpläne vor.
Einerseits wollen alle immer alles sofort, sprich: Ein-Klick im Internet und morgen soll der Päckchenlieferant damit vor der Tür stehen. 400 Sorten Joghurt im Supermarkt, mindestens genau so viele Sorten Bier im Getränkemarkt, aber das alles soll ohne LKW, ohne Bahnlärm und nach Möglichkeit auch nachts zackbumm geliefert werden.
Andererseits werden die LKW als Straßenvernichter verteufelt, der stetig zunehmende Güterverkehr auf Deutschlands Straßen angeprangert und die Verlagerung auf die Schiene gefordert. Gleichzeitig wird der BAu einer zweiten Rheinbrücke und einer vernünftigen Straßenlösung Richtung Frankreich massiv blockiert.
Dann macht die Bahn eure Wünsche wahr und alle schreien: DER LÄRM, DER LÄRM, ABER NICHT BEI MIR!!!!
Ja was denn nun?
Denkt mal drüber nach, bevor hier grade die Politiker wieder irgendwelche Lamentis loslassen.
mit ca.42 Güterzügen und den Strassenbahnen werden die Schranken dann nur noch selten offen sein.
Wenn die Leute vermehrt mit der Bahn fahren, dann können sie auf die am Bahnübergang wartenden spöttisch herabblicken.
Grundsätzlich ist es wünschenswert, dass möglichst viele Personen den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Jedoch ist das Problem der geschlossenen Schranken nicht von der Hand zu weisen. Ich habe schon persönlich erlebt, dass die Feuerwehr vor einer geschlossenen Schranke warten musste, da hilft auch kein Blaulicht und Martinshorn mehr. Wie wird das also erst in Zukunft aussehen? Notärzte und Krankenwagen werden hier ebenso warten und kostbare Zeit verlieren.