Freitag, 22. November 2019

Martin Brandl: Möglicher Bahnlärm durch Güterverkehr muss geklärt werden

5. Januar 2015 | 2 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Nordbaden, Politik regional, Rhein-Pfalz-Kreis

Landtagsabgeordneter Martin Brandl (CDU).
Foto: pfalz-express.de

Kreis Germersheim – Der Landtagsabgeordnete Martin Brandl (CDU) will die mögliche Lärmbelastung durch verstärkten Güterverkehr auf der Strecke Wörth – Germersheim – Ludwigshafen geklärt wissen.

Brandl hatte sich in dieser Frage an den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn gewendet, um den Sachstand bei den Untersuchungen zu neuen Güterverkehrsstrecken zu erfahren.

Während konkrete Aussagen des Bundes erst mit der Fertigstellung des Bundesverkehrswegeplans 2015 vorliegen würden, verfolge die DB Netz AG derzeit die sogenannte „Kleine Pfalz-Lösung“, gab der DB-Konzernbevollmächtigte schriftlich zur Antwort. Dadurch könnten mehr Güterzüge diese Strecke nutzen.

Die „Kleine Pfalz-Lösung“ sieht den Ausbau der Strecke Ludwigshafen – Germersheim – Wörth und der Dammerstocker Kurve in Karlsruhe zur Schaffung einer direkten Fahrmöglichkeit nach Süden vor.

Es sei aktuell noch völlig unklar, wie viele Güterzüge die Strecke Wörth – Germersheim künftig befahren sollten und wie viele davon nachts unterwegs seien, so Brandl. Der Abgeordnete hat sich daher erneut an den Konzernbevollmächtigten der Bahn gewandt und mit einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung.

Brandl fragte die Landesregierung konkret:

  • Um wie viele Blockstrecken soll die Strecke Wörth – Germersheim bei der sogenannten „Kleinen Pfalz-Lösung“ für den Güterverkehr Schiene verdichtet werden?
  •  Wie viele Güterzüge sollen zusätzlich zu den aktuellen Zahlen auf der Strecke pro Tag verkehren?
  • Wie ist die Verteilung der Güterzüge auf Tag- und Nachtstunden?
  • Inwiefern wird Güterfernverkehr auf der Strecke erwartet?
  • Inwiefern schränkt der zusätzliche Güterverkehr durch die „Kleine Pfalz-Lösung“ eine mögliche Verdichtung des Taktes im ÖPNV ein?
  •  Inwiefern sind Lärmschutzmaßnahmen geplant?
  •  Welche Alternativen sieht die Landesregierung zur „Kleinen Pfalz-Lösung“?

„Jetzt brauchen wir erst einmal Klarheit über die Pläne der Bahn bei der „Kleinen Pfalz-Lösung“, so Brandl. „Die denkbaren Szenarien sind vielfältig und im Detail noch vage.“

Brandl will daher für die Anwohner der Bahntrasse Wörth – Germersheim – Ludwigshafen für zeitnahe Aufklärung sorgen. „Ich werde mich intensiv um mehr Informationen zu diesem Vorhaben kümmern, um für die Bürger schnellstens die notwendige Transparenz herstellen“, so Brandl. (red)

 

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2 Kommentare auf "Martin Brandl: Möglicher Bahnlärm durch Güterverkehr muss geklärt werden"

  1. Thomas Ott sagt:

    Sollte die Deutsche Bahn Netz AG tatsächlich ihre derzeitigen Pläne für die „Kleine Pfalzlösung -Bau der Dammerstocker Kurve“ verwirklichen, um damit den Güterverkehr auf der Strecke Wörth-Germersheim verstärken zu können, hätte dies für die betroffenen Menschen in den Gemeinden, aber auch für die Gemeinden selbst, große, negative Auswirkungen.

    Durch den geplanten Bau der Dammerstocker Kurve hätte die Bahn zukünftig die Möglichkeit (und genau das hat sie durch den Bau vor) die Strecke Wörth-GER parallel zur Bahnstrecke KA-MA/Rhein-Neckar Raum für den Güterverkehr nutzen zu können.

    Der Güterverkehr zwischen Rotterdam und Genua würde dann vermutlich zum Großteil über die Strecke Wörth-Germersheim abgewickelt werden.

    Dies ist bislang aufgrund der fehlenden direkten Anbindung („Dammerstocker Kurve“) an das Schienennetz südlich von Karlsruhe nicht möglich.

    Seit vielen Jahren befahren maximal 5 Güterzüge –neben der Stadtbahnen- am Tag die Strecke Wörth-Germersheim. Und dies auch nur werktags und nicht nachts. Somit ist die Situation für die Anwohner einigermaßen erträglich, was Bahnlärm angeht.

    Mit den Ausbau/Neubauplänen der Bahn wird sich das sicherlich grundlegend ändern. Es ist davon auszugehen, dass wesentlich mehr Güterzüge als heute die Strecke nutzen werden. Vermutlich sogar zur Nachtzeit!

    Deshalb gilt es für alle Anwohner (vom Güterzugverkehr werden wegen der großen Lärmbelästigung nicht nur die unmittelbaren Anwohner an den Bahngleisen belästigt werden, sondern auch die Menschen die zwei, drei Straßenzüge weiter entfernt wohnen) sich frühzeitig gegen die Ausbau und Neubaupläne der Deutschen Bahn zu wehren!

    Die Wohn –und Lebensqualität wird –sofern die Pläne umgesetzt werden- durch die starke Lärmbelästigung der Güterzüge extrem gemindert werden.
    Von dem stark sinkenden Wert der Immobilien in der Nähe der Bahnstrecke ganz zu schweigen!

    Daher hoffe ich darauf, dass in der Bevölkerung -so früh wie möglich- der Widerstand gegen die Aus/und Neubaupläne wächst.

    Die Möglichkeiten für den Widerstand aus der Bevölkerung sind sehr gut, da die Strecke ja ausgebaut und genau genommen durch die Anbindung an das Schienennetz in Richtung Süden, teilweise sogar neu gebaut wird.

    Sollte die „Kleine Pfalzlösung“ kommen, dann kann man auch nicht mehr von einer „Bestandsstrecke“ sprechen.

    Dies hat dann zur Konsequenz, dass der Gesetzgeber und die Rechtsprechung in der jüngeren Vergangenheit bei Aus-und Neubauten von Bahnstrecken, den Bürgern viel mehr Einspruchsmöglichkeiten („Planfeststellungsverfahren“) und vor allen Dingen das Recht auf umfassende Lärmschutzmaßnahmen ermöglicht hat.

    Ich hoffe darauf, dass die Menschen zwischen Wörth und GER zukünftig nicht in Ortschaften leben müssen, die von Lärmschutzwänden geteilt werden, denn überwiegend verläuft die Bahnstrecke ja mitten durch die Ortschaften in unmittelbarer Nähe von unzähligen Wohnhäusern.

    Noch mehr hoffe ich aber darauf, dass die Politik, dass die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, dass der Landrat, alles dafür tun werden, dass die Menschen zwischen Wörth und Germersheim zukünftig nicht an einer Eisenbahnstrecke leben müssen, wo evtl. ein Großteil des Güterverkehr zwischen Rotterdam und Genua abgewickelt werden soll!

  2. Heidi Spandl sagt:

    Auch wir sind erschüttert angesichts der Pläne der Bahn. Wir haben vor 20 Jahren ein Haus direkt an der Bahnlinie gekauft, nicht ohne uns vorher eindringlich mit dem Gedanken zu beschäftigen, ob wir mit Bahnlärm leben können, auch wenn dieser zunehmen sollte. Mit dem nun anstehenden Szenario hätten wir allerdings in unseren schlimmsten Albträumen nicht gerechnet! Es ist, als ob einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird! Die gesundheitlichen Risiken, die Lärm mit sich bringt, sind hinlänglich bekannt. Es wäre wirklich wünschenswert, dass hier nicht nur Profitdenken in den Vordergrund gestellt wird, sondern von politischer Seite aus der Bahn auf die Finger geschaut wird, in der Hinsicht, dass nicht einfach die billigste Lösung bevorzugt wird, sondern eine verträgliche für Mensch und Umwelt.

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