Germersheim – Der Kommandeur des Luftwaffenausbildungsbataillons ist in Afghanistan, sein langjähriger Stellvertreter in Köln. Der „Neue“ in Germersheim ist Major Robert Schilling.
Seit Januar vertritt Schilling Oberstleutnant Dietmar Hinze in der Führung des Luftwaffenausbildungsbataillons – für den aus Oschatz in Sachsen stammenden Offizier eine Herausforderung, die er gerne annimmt.
„Man merkt zwar schon, dass die Leute fehlen, die mit dem Kommandeur in den Einsatz gegangen sind“, sagt Schilling. „Dennoch: Das Bataillon muss am Laufen gehalten werden. Die Grundausbildung, die einsatzvorbereitende Ausbildung – all das wird ohne Verzögerungen weiter fortgeführt.“
Der 35-jährige Familienvater selbst hat schon mehrere Auslandseinsätze in Afghanistan hinter sich. „Man packt etwas an und sieht Resultate. Das ist für Soldaten wichtig, dafür werden wir ausgebildet. Zu sehen, dass die Arbeit Früchte tragen kann, etwas bewegt wird im Einsatz, ist immens wichtig.“
Die allermeisten Menschen in Afghanistan sind der Bundeswehr wohlgesonnen, erzählt er. Es sei ein Miteinander mit der Bevölkerung, kein Gegeneinander. Schilling berichtet von Fahrten in die Schulen, wo durch die Soldaten Hefte und Stifte verteilt wurden. Von einem Dorf, das wieder mit Strom versorgt werden konnte – mit einem Stromgenerator, der von Spenden aus der Bundesrepublik Deutschland finanziert wurde.
Für eine dauerhafte Befriedung und eine nachhaltige Entwicklung auf politischer, wirtschaftlicher sowie gesellschaftlicher Ebene müssten die Afghanen jedoch selbst sorgen, man könne keine deutschen Maßstäbe anlegen: „Das funktioniert nicht. Afghanistan gehört den Afghanen.“
Von Seiten der Politik wünscht sich der Major, dass die Ziele einer Mission bereits im Vorfeld genau definiert und Kriterien entwickelt werden, was das Ende der Mission betrifft: „Wann gilt eine Mission als erfüllt? Was wollen wir erreichen?“ – das seien die Fragen, die beantwortet werden müssten, so Schilling.
Umstrukturierung und Sanierung gehen voran
Das Optimieren der Kaserneninfrastruktur sei nach wie vor ein Thema, sagt Schilling. Doch in der Germersheimer Kaserne, die nun einen neuen Namen braucht (wir berichteten), geht es mittlerweile baulich voran.
Noch im April soll ein neugebautes Gebäude an die Kaserne übergeben werden. Anschließend wird die Sanierungskette mit zunächst zwei Gebäuden anlaufen – ein Block wird kernsaniert, der andere vollständig abgerissen und neu aufgebaut.
Die letzten Sanierungsmaßnahmen wurden Ende der 1960er Jahre durchgeführt, die Unterkünfte, Küche, Sanitäranlagen sind nicht mehr zeitgemäß. Ausbildungseinrichtungen müssten in der Priorität jedoch ganz vorne stehen, betont Schilling.
Eingewöhnen und Erkunden
Derzeit lebt sich der Major bestens in der Südpfalz ein. Beeindruckend findet er die Weinberge, die beschaulichen Dörfer, die gewachsenen Strukturen – ganz anders als in seiner Heimat im Osten: „Dort hat der Umbruch von 1990 ganz schöne Furchen geschlagen.“
Schilling freut sich auf die vielen Sehenswürdigkeiten in der Umgegend – und auf die Menschen. An das „landestypische“ Essen muss er sich erst noch gewöhnen – Saumagen ist eben nicht in allen Teilen Deutschlands das Leibgericht. (cli)
Information:
Major Robert Schilling ist Träger des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Bronze und der Einsatzmedaille Bronze (ISAF AFG).

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