Germersheim – Asylbewerber, Bürger, Ehrenamtler und Politiker und beteiligten sich an einer Informations- und Diskussionsveranstaltung der AG Migration und Vielfalt der SPD Südpfalz, die in Kooperation mit dem Cafe One World und den Cross Borders organisiert wurde.
Im Vorfeld wurde bei der Organisation der Veranstaltung auch die Meinung von Flüchtlingen einbezogen. Von ihnen kam der vielfache Wunsch, Informationen zu Grundrechten in Deutschland zu erhalten.
Dieses Anliegen wurde natürlich gerne erfüllt, auch wenn einige Informationen für „Einheimische“ sicher wenig Neues boten.
Staatssekretär Dr. Hannes Kopf (SPD) informierte mit einer Präsentation über gesetzliche Mechanismen – von Gewaltenteilung über die Verfassung bis zum Grundgesetz.
Polizeihauptkommissar Wolfgang Zöller (Leiter Polizeiinspektion Germersheim) zeigte in seiner Präsentation eine Kriminalitätsstatistik im Kontext der Zuwanderung.
So seien bei rund 8.750 Einsätzen 64 Asylbewerber entweder als Täter oder Opfer involviert gewesen. Bei etwa 2.650 Straftaten waren 56 Asylbewerber beteiligt.
Zöller berichtete von zahlreichen Projekten, Führungen, Veranstaltungen und Aktionen, die die Polizei Germersheim in der Vergangenheit durchgeführt habe, um den Neuankömmlingen Ängste zu nehmen und Vertrauen in die deutsche Polizei zu schaffen.
Klara Ventz vom Cafe Asyl Landau berichtete von ihrer Arbeit mit Flüchtlingen und erklärte, dass sie weder bei ihrer Arbeit in Landau noch auf ihren Reisen im Nahen Osten sexuelle und diskriminierende Handlungen erfahren habe.
Für ein besseres Miteinander empfahl Ventz, den Menschen nicht mit einem besserwisserischen Helfersyndrom zu begegnen, sondern auf Augenhöhe zu kommunizieren.
Ahmad Tazeem (anerkannter Flüchtling), selbst vor vier Jahren aus Pakistan geflüchtet, betonte die Bedeutung des gemeinsamen Dialogs und respektvollen Umgangs miteinander. Gemeinsame Werte: Ja, das schaffen wir, meint Tazeem. Man müsse nur miteinander reden.
Die Flüchtlinge, die sich in der Aula der Berufsbildenden Schule eingefunden hatten, brachten viel Motivation mit, ihre neue Heimat mitzugestalten und mit anzupacken.
Auch wenn es mit der Sprache momentan noch hapert, ist die Bereitschaft groß, sich hierzulande einzubringen. Studenten der Universität Germersheim dolmetschten übrigens in Urdu, Arabisch, Englisch und Deutsch
Was in Köln in der Silvesternacht passierte, sei schrecklich und abscheulich – darin waren sich alle einig.
Die große Mehrheit der Migranten sei jedoch nicht kriminell und distanziere sich in aller Deutlichkeit von solcherlei Praktiken.
„Frauen sollen sich sicher fühlen“
Die Flüchtlinge gingen sogar noch weiter und boten an mitzuhelfen, damit Frauen sich im Kreis Germersheim sicher fühlen könnten. Ein großer Dank ging an „Deutschland“ für die herzliche Aufnahme und für den Schutz, den sie nun genießen dürften.
Moderator Ziya Yüksel (Vorsitzender der AG Migration und Vielfalt SPD Südpfalz) zieht ein positives Fazit: „Es ist uns durchweg gelungen, mit statt über die Flüchtlinge zu reden“
Überwiegend habe Zuversicht geherrscht an diesem Abend: „Zusammengefasst: Wir schaffen das, wenn wir respektvoll, friedlich und im nachhaltigen gemeinsamen Dialog unser Zusammenleben gestalten. Ressourcen und Möglichkeiten sind aber nicht unendlich.“ (red/cli)

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