Klingenmünster. Zwangssterilisationen, Deportationen und Krankenmorde – statt Hilfe fanden Patienten während der NS-Zeit in psychiatrischen Anstalten Misshandlung und Tod.
Auch 2000 Klingenmünsterer Patienten wurden Opfer der NS-Psychiatrie. Wie das geschehen konnte und welches Schicksal die Patienten erlitten, zeigt die Wanderausstellung „NS-Psychiatrie in der Pfalz“.
Seit ihrer Eröffnung im Pfalzklinikum zum 27. Januar 2012 tourt sie durch die Pfalz. Bisher war sie in Frankenthal, Schifferstadt, Deidesheim, Landau, Speyer, Kaiserslautern, Bad Dürkheim und Pirmasens zu sehen. Vom 10. bis 28. März 2014 wird sie in Zweibrücken gezeigt. Interessierte Kommunen können sich gern für eine Ausstellung in ihren Räumen bewerben.
Auf 16 Texttafeln beleuchtet die Wanderausstellung, was damals psychisch Kranken und Menschen mit Behinderungen angetan wurde. Sie zeigt unter anderem historische Dokumente und Fotos. Damit werden sowohl die Geschichte der NS-Psychiatrie als auch Lebenswege von Patienten dargestellt. Das inhaltliche Konzept erarbeitete der Kulturwissenschaftler Christof Beyer, der auch über die Geschichte der Psychiatrie in Klingenmünster promovierte. Die visuelle Gestaltung übernahm die Agentur „zeter und mordio“.
Am 4. Dezember kehrt die Ausstellung für einige Wochen ans Pfalzklinikum Klingenmünster zurück. Bis 15. Januar ist sie mittwochs von 15 bis 16:30 Uhr im Alleehaus gleich links neben dem Haupteingang für interessierte Besucher geöffnet. Am 1. Weihnachtsfeiertag und am Neujahrstag bleibt die Ausstellung geschlossen. Zusätzlich ist die Wanderausstellung am Sonntag, 5. Januar, von 10 bis 12 Uhr zu sehen.
Auch außerhalb der Öffnungszeiten besteht die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen oder Führungen zu vereinbaren. Ehrenamtliche Mitglieder des Ausschusses für Gedenkarbeit stehen als Ansprechpartner zur Verfügung: Julitta Hinz, Joachim Geiling, Christiane Sprenger, Gabriele Kuntz und Michael Behrens.
Die Wanderausstellung des Pfalzklinikums und des Bezirksverbandes Pfalz wurde gefördert von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, der Sparkasse Südliche Weinstraße und der Karl Fix Stiftung Landau.

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