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Klingenmünster: Nikolauskapelle künftig der Öffentlichkeit zugänglich

27. Mai 2013 | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional

Schlüsselübergabe in der Nikolauskapelle :(v.li) Theo Wieder, Günter Nuss, Judith Kauffmann und Paul Bomke. Fotos: bv-pfalz.de

Klingenmünster – Es brauche „Menschen, die mit Kopf, Herz und Hand bei der Sache sind“ und auf das historische Bauwerk aufpassen, sagte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder bei der Schlüsselübergabe in Klingenmünster im Rahmen eines Stiftungsfests. Der Bezirksverband Pfalz gibt ein Kleinod in die Obhut der Burg Landeck-Stiftung, um die Möglichkeit zu schaffen, dass viele Menschen die Nikolauskapelle sehen können.“

Klaus Frey und Günter Nuss vom Vorstand der Burg Landeck-Stiftung dankten dem Bezirksverband Pfalz für das Vertrauen und kündigten an, dass es dank freiwilliger Helfer über die Sommermonate regelmäßige Öffnungszeiten gebe. Das benachbarte Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie, so ergänzte Geschäftsführer Paul Bomke, das sich für den Bezirksverband Pfalz um die bauliche Verwaltung kümmere, sei durch den stellvertretenden Geschäftsführer, René Berton, im Vorstand der Landeck-Stiftung vertreten.

Rolf Übel, Historiker und Archivar der Verbandsgemeinden Annweiler und Bad Bergzabern, erläuterte die Geschichte und Bedeutung dieses „kunsthistorischen Juwels“, das seinen Charakter von Beginn an bewahrt habe. Die genaue Entstehungszeit sei ungewiss, etwa zwischen 1180 und 1230. Im 13 und 14. Jahrhundert habe die Nikolauskapelle in enger Verbindung mit der Burg Landeck ihre beste Zeit erlebt. Um 1500 sei um die Kapelle herum der Magdalenenhof entstanden, ein Hofgut, das von der Speyerer Domdechanei verwaltet worden sei. In den folgenden Jahrhunderten sei die Kapelle immer mehr verfallen und habe unter anderem als Weinkeller gedient. 1850 kam sie in den Besitz der Kreisgemeinde Pfalz, des heutigen Bezirksverbands Pfalz, um die Quellen auf dem Gelände für die damalige „Kreisirrenanstalt“ (dem heutigen Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie) zu nutzen.

Zwei bedeutende Söhne von Klingenmünster wurden auf dem Magdalenenhof geboren: Johannes Klein (1845-1917), Erfinder und Mitgründer der Frankenthaler Aktiengesellschaft KSB, und Dr. Albert Decker (1883-1967), Jurist und Senatspräsident am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Nach ihnen sind zwei Wege benannt, die an der Kapelle vorbeiführen, die unter Schutz der UNESCO steht. Die Südpfalz Brass Formation und die August Becker Trachtengruppe sorgten für ein unterhaltsames Rahmenprogramm.

Die Nikolauskapelle ist bis einschließlich Oktober samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr und jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr geöffnet. Kostenlos ist dort ein Prospekt mit den wichtigsten Informationen erhältlich, eine Broschüre wird gerade vorbereitet. (red)

Kulturelles Kleinod: Die Nikolauskapelle hat eine bewegte Geschcihte hinter sich.

 

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