Nürnberg/Hohenheim – Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität Hohenheim schicken am 19. April ein Aquarium ins All. Das teilte die Hochschule in Erlangen mit.
Der Biosatellit wird mit einer unbemannten Sojusrakete ins Weltall gebracht. Mit den Maßen eines Bierkastens wurde das ausgeklügelte künstliche Ökosystem präpariert. Alle im Aquarium lebenden Organismen sind aufeinander abgestimmt und halten sich gegenseitig am Leben. Bisher konnte nur festgestellt werden, dass sich Lebewesen im Weltall verändern, allerdings konnte der Prozess nicht entschlüsselt werden. Durch die Reise ins Weltall erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse für Krankheiten, wie die Reisekrankheit zu gewinnen.
Im Laufe der 30-tägigen Reise wird mehrmals automatisch eine kleine Menge Algen entnommen, deren aktueller Zustand in einer speziellen Fixierlösung konserviert wird. Dadurch können die Wissenschaftler untersuchen, wie sich die Algen während dieser Zeit verändern und nicht wie bisher nur den Unterschied vor und nach dem Raumflug analysieren. Sie wollen besser damit verstehen, wie sich Zellen in der Schwerelosigkeit verhalten und wie sie sich anpassen – bisher wussten Forscher lediglich, dass die Zellen auf den veränderten Zustand reagieren, aber nicht wie. So könnten die Wissenschaftler auch Erklärungen dafür finden, warum sich bei Menschen während Weltraumflügen die Immunabwehr der Körperzellen verringert.
Ein Mensch wird das Aquarium nicht begleiten. Falls Wasser aus dem Konstrukt ausbrechen würde, wäre dieses im All schwer einzufangen und die Elektronik an Bord würde zerstören werden. (red/dts Nachrichtenagentur)

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