Sonntag, 05. April 2020

Das Ende des TV-Zeitalters?

27. Januar 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Computer & Internet, Freizeit & Hobby, Ratgeber

Foto: dts Nachrichtenagentur

Dieses Jahr feiert das Fernsehen in Deutschland seinen 85. Geburtstag. Im März 1935 ging der erste deutsche Fernsehsender in Berlin an den Start. Das Programm wurde damals in schwarz-weiß auf kleinen Bildschirmen ausgestrahlt, nachts war Pause.

Nach Ende des zweiten Weltkriegs begann langsam der echte Siegeszug des Fernsehens. Immer mehr Sender wurden gegründet, immer mehr Haushalte konnten sich ein Empfangsgerät leisten. Die Bildschirme wurden größer, das Programm lief bald rund um die Uhr, ab den 60er Jahren auch in Farbe.

Es war das goldene Zeitalter der Mattscheibe. Und heute? Wie die meisten 85-Jährigen ist das Fernsehen ein wenig gebrechlich. In den letzten Jahren zwickt und ziept es das Fernsehen bei jedem Schritt, auch nach kleinen Anstrengungen wirkt es außer Atem. Seine besten Zeiten hat es eindeutig hinter sich, und langsam aber sicher wird es vom Unterhaltungs-Nachwuchs verdrängt.

Diese neuen Medien laufen dem Fernsehen heutzutage den Rang ab.

Gaming statt glotzen

Wer vor dem Fernseher sitzt, ist ein passiver Konsument. Die einzige Handlung, mit der er das Unterhaltungsgeschehen beeinflussen kann, ist der Wechsel des Senders. So gelangt er auf einen anderen Kanal, wo er aufs Neue berieselt wird.

Vielen Leuten ist das heuer zu wenig, sie wollen selbst aktiv am Geschehen teilnehmen. Und so nimmt interaktive Unterhaltung in der Form von Online Games zunehmend an Bedeutung zu. Multiplayer-Spiele geben dem Entertainment eine soziale Komponente, Live Casinos bringen Spannung in den Alltag, und Strategiespiele fordern den Geist heraus.

Das ist kein Vergleich mit der eintönigen TV-Landschaft, die außer ewig gleichen Krimis, Quiz-Shows und Reality-Sendungen oft nichts zu bieten hat. Außerdem lässt sich diese Form der Unterhaltung auf dem Handy auch bequem unterwegs genießen.

Youtube statt RTL

Wer gerne das Leben der Stars und Sternchen verfolgt, freute sich früher auf den neuesten Tratsch in den Promi-Magazinen der Privatsender. Heutzutage gibt es die Promi-News aus erster Hand: Die Stars des Online-Zeitalters breiten auf Youtube Details aus ihrem Leben aus, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Auf Instagram und Facebook posten sie Bilder aus ihrem Alltag, auf Twitter tun sie ihre Meinung zu jedem erdenklichen Thema kund. Wer braucht da noch RTL, Vox und Co? Zumal im Internet gezielt nach Inhalten gesucht werden kann, die zu den eigenen Interessen passen.

Wer wissen will, ob das Trennungsgerücht um den Lieblings-Influencer wahr ist, kann einfach auf dessen Youtube-Kanal gehen. Im Fernsehen muss man sich eventuell vorher eine halbe Stunde Details aus dem Privatleben der Queen anhören. Und das ist nun einmal nicht jedermanns Fall.

Netflix statt Werbeunterbrechung

Wer sich damit begnügt, die x-te Wiederholung von Sturm der Liebe auf der ARD anzusehen, der ist vom Fluch der Fernsehwerbung weitgehend befreit. Wer hin und wieder etwas weniger dümmliches sehen möchte, muss leiden.

Teilweise wird das Programm im Viertelstunden-Takt von nervigen Spots unterbrochen, so dass jede Freude am Film im Keim erstickt wird. Abhilfe schaffen Streaming-Dienste wie Netflix, wo gegen eine geringe monatliche Gebühr nach Herzenslust unterbrechungsfrei Filme und Serien angesehen werden können.

Aufgrund der ausufernden Produktplatzierungen muten diese zwar teilweise selbst wie stundenlange Werbesendungen an. Im Gegensatz zur Fernsehreklame ist diese Form des Marketings aber – zumindest teilweise – unterhaltend.

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