
NDR (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur
Schwerin- Die CDU kritisiert die Ausladung ihres Spitzenkandidaten aus der zentralen TV-Debatte zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern in scharfer Form.
Das berichtet die „Bild“ unter Berufung auf ein Schreiben von CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann an NDR-Chefredakteur Adrian Feuerbacher. Darin fordert Hoppermann den Sender auf, die Entscheidung zu überdenken.
Hoppermann schreibt, die CDU habe die Entscheidung „mit Irritation und Unverständnis“ zur Kenntnis genommen. Durch die Abkehr von einer ursprünglich geplanten Viererrunde werde CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters „faktisch wieder ausgeladen“. Zugleich kritisiert sie, es entstehe „unweigerlich der Eindruck, dass die journalistische Unabhängigkeit und der Mut zu einer breiten, fairen Debatte dem politischen Taktieren und den Bedingungen einzelner Akteure geopfert“ worden seien.
Außerdem verweist Hoppermann auf einen „bloßen Verdacht der politischen Einflussnahme“, der schwer wiege. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) müsse hierzu Antworten liefern und diesen Verdacht ausräumen. Den NDR fordert die CDU-Politikerin auf, „Rückgrat zu beweisen“ und die Entscheidung nochmals zu überdenken.
Wie die „Bild“ weiter meldet, ging ein inhaltlich gleichlautendes Schreiben auch an RTL und ntv. Die Sender hatten ebenfalls eine zunächst geplante Viererrunde zugunsten eines Duells zwischen Schwesig und AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm verworfen.
Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern weist die Vorwürfe der CDU über eine mögliche Einflussnahme bei der Besetzung der TV-Duelle vor der Landtagswahl deutlich zurück.
Der SPD-Generalsekretär in Mecklenburg-Vorpommern, Julian Barlen, sagte der „Bild“, der NDR führe lediglich ein bewährtes Format fort. Es sei in Mecklenburg-Vorpommern seit 2002 üblich, dass es vor Landtagswahlen im NDR ein TV-Duell zwischen der Ministerpräsidentin oder dem Ministerpräsidenten und dem Herausforderer gebe.
Der Sender setze damit das Format fort, das es so auch vor den letzten fünf Landtagswahlen in MV gab. Der NDR habe ein Duell angefragt, „Frau Schwesig hat zugesagt“.
Zugleich griff Barlen den CDU-Spitzenkandidaten Daniel Peters an. Peters müsse bei Umfragewerten für die CDU von zehn Prozent und weniger langsam mal zur Kenntnis nehmen, dass er nicht der Herausforderer der Ministerpräsidentin sei. Stattdessen solle er sich fragen, was er ganz persönlich zu den „miserablen Umfragewerten“ seiner Partei beigetragen habe.
Den Vorwurf einer politischen Einflussnahme wies Barlen zurück. Peters versuche vielmehr, „über die TV-Duelle bei ntv und im NDR Skandale herbeizureden“, die es überhaupt nicht gegeben habe, sagte Barlen der „Bild“. (dts Nachrichtenagentur)
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