Sonntag, 07. August 2022

Bundesregierung prüft wegen Masernwelle Impfpflicht für Kinder

25. März 2019 | Kategorie: Nachrichten, Politik
Impfung in den Arm mit einer Spritze

Foto: dts Nachrichtenagentur

Berlin  – Angesichts einer drohenden Masernwelle in mehreren Regionen Deutschlands prüft die Große Koalition eine bundesweite Impfpflicht gegen die Virusinfektion.

Das sagte SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

 Der SPD-Fraktionsvize für Gesundheitspolitik, Karl Lauterbach, betonte, dass seine Partei innerhalb der Koalition für eine Impfpflicht für Kinder eintrete, die sich auf Masern begrenzen solle. „Ich bin mit Gesundheitsminister Spahn im Gespräch darüber und bin zuversichtlich, dass wir demnächst einen entsprechenden Vorschlag vorlegen können“, sagte Lauterbach.

Druck in dieser Richtung kommt auch von den Liberalen: „Die FDP spricht sich für eine gesetzliche Impfpflicht für Kinder bis 14 Jahre aus“, sagte ihr stell vertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag, Michael Theurer. „Seine Kinder nicht impfen zu lassen ist verantwortungslos gegenüber dem Wohl des eigenen Kindes und auch gegenüber Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst geimpft werden können“, sagte Theurer. „So werden Leben gefährdet.“

Bundesgesundheitsminister Spahn müsse die Menschen darüber offensiv aufklären und der Zugang zu Impfungen erleichtern, forderte der FDP-Fraktionsvize. So könnten Impfungen auch in Schulen und Kitas angeboten werden, damit diese nicht so oft vergessen werden. „Impfzurückhaltung ist problematisch“, so Theurer, deshalb sei als Ultima Ratio eine Impfpflicht nötig.

Spahn hatte sich zu seiner Zeit als Gesundheitspolitiker der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bereits für verpflichtende Masern-Impfungen für Kinder stark gemacht, war aber am damaligen Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gescheitert.

Anlass für die erneute Debatte ist eine verstärkte Häufung von Masern-Fällen unter anderem in Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. So wurden im niedersächsischen Hildesheim nach einem Masernausbruch an mehreren Schulen mehr als 100 Schüler und Lehrer vom Unterricht ausgeschlossen, weil sie keinen ausreichenden Impfschutz gegen die Krankheit nachweisen konnten.

Auch internationale Organisationen warnen massiv vor einer alarmierenden Zunahme von Masernfällen: Weltweit hätten im vergangenen Jahr 98 Länder ein stärkeres Auftreten der Virusinfektion registriert als im Vorjahr, heißt es in einem aktuellen Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Dadurch würden in der Vergangenheit erzielte Fortschritte gegen diese oft todbringende Krankheit zunichte gemacht. (dts Nachrichtenagentur)

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3 Kommentare auf "Bundesregierung prüft wegen Masernwelle Impfpflicht für Kinder"

  1. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    „Die Impfquoten sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen bzw. konstant hoch geblieben. Die Quoten der lange etablierten Kinder-Standardimpfungen bewegen sich überwiegend auf hohem Niveau. Erstmals erreichen alle Bundesländer eine Impfquote von mindestens 95 % für die erste Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln.“ – Quelle: RKI

    Veröffentlichungen des RKI:
    Masern unter tschetschenischen Asylsuchenden im Zeitraum Januar bis Juli 2016, Epid Bull 31/2016
    Berliner Masernausbruch 2014/2015 – Schwerpunkt stationär behandelte Kinder, Epid Bull 47/48 2015
    Kontaktmanagement bei einem Masernausbruch in einer Unterkunft für Asylsuchende in Frankfurt am Main, Epid Bull 47/48 2015

  2. qanon sagt:

    SPD…
    Pflicht….
    Demokratie…?

    Auch hier kann der interessierte Leser per Recherche einige siNteressantes wegen Impfungen, Nebenwirkungen und der Verbindung von BigMoney hierbei finden.