
Besuch des Milchviehstalls des Hofguts Neumühle (von links): Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder, Dr. Karl Landfried, Leiter der Einrichtung, und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner
Foto: Bezirksverband Pfalz
Münchweiler. Bei einem Besuch von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in der Lehr- und Versuchsanstalt für Viehhaltung Hofgut Neumühle bei Münchweiler an der Alsenz, stellte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder fest: „Der Name der Einrichtung des Bezirksverbands Pfalz ist wörtlich zu nehmen“, denn hinter jedem Wort stecke ein Programm.
„Wie kann die Tierhaltung der Zukunft aussehen?“, diese Frage stehe im Mittelpunkt, sagte Klöckner. „Es geht nicht darum, ob, sondern wie die Tierhaltung umgebaut wird.“ Dezidiert sprach sie sich für mehr Tierwohl aus.
Wichtig sei es, hierfür Kriterien zu entwickeln, wobei die Stallsysteme bei der Schweinehaltung eine wichtige Rolle übernähmen. Im Hinblick auf das Urteil, das den Kastenstand verbietet, verwies sie auf das Stallumbauprogramm des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, das eine Fördersumme von 300 Millionen Euro bereitstelle.
Dann erläuterten Dr. Karl Landfried, Leiter des Hofguts Neumühle, sein Stellvertreter Dr. Christian Koch und Tanja Hermann, die unter anderem für die Unternehmenswicklung im Bezirksverband Pfalz zuständig ist, die verschiedenen Bereiche der Einrichtung, die auch Teil des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum (DLR) Westpfalz ist.
Als Lehranstalt kümmere sich das Hofgut um die überbetriebliche Ausbildung des landwirtschaftlichen Nachwuchses, die Aus- und Weiterbildung mithilfe von Fachseminaren und die Wissensvermittlung an Kinder und Jugendliche, die den landwirtschaftlichen Alltag zwischen drei und fünf Tagen kennenlernen könnten.
Als Versuchsanstalt betreibe die Einrichtung angewandte Forschung und gebe dann die Ergebnisse an die Viehhalter weiter, sie publiziere in der internationalen Fachwelt und kooperiere mit dem Landmaschinenentwickler John Deere.
Landfried ging auch auf „die Achillesferse“ der Neumühle ein: Der Schweinestall als Lehrwerkstätte habe eine alte Bausubstanz.
Abhilfe soll ein Neubau schaffen, in dem dann auch die verschiedenen Haltungsstufen vermittelt werden könnten. Das neue Gebäude werde mit einem Umlauf für Besucher ausgestattet, um die Verbraucherbildung weiter voranzutreiben.
Der gesellschaftliche Wandel fordere mehr Tierwohl und Tiergesundheit, weshalb es ein Forschungsprojekt hierzu gebe.
Die Direktvermarktung der eigenen Schweine über den Hofladen wolle man intensivieren. Als Erholungs- und Naturort will man Landwirtschaft erlebbar machen.
Dabei wolle man nicht nur junge Menschen ansprechen, sondern auch den Generationenaustausch ermöglichen. Ein Hofcafé solle künftig den Hofladen ergänzen. Auch zur Digitalisierung der Landwirtschaft gebe es bereits etliche Forschungsprojekte, mit denen sich das Hofgut Neumühle beschäftige. So wolle man junge Leute in der Landwirtschaft halten. Zum Wissenstransfer gehöre die Praxistauglichkeit der Versuche.
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sagte weiter, dass ihr die Polarisierung des Berufstandes „große Sorgen“ mache.
Als neutrale Stelle brauche man die Stimmen aus der Lehre, wie zum Beispiel von den Fachleuten des Hofguts Neumühle.
Julia Klöckner sprach auch die Bedeutung von Tierschutzindikatoren an. Es sei wichtig, durch Tierschutzindikatoren messen zu können, wie es dem Tier gehe. Nach dem Gespräch lernte die Bundesministerin auf einem Rundgang das Hofgut Neumühle und insbesondere die Lehrwerkstätte für Milchviehhaltung, einen Offenstall, kennen.

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