Montag, 26. Oktober 2020

Bürgerinfo zur Wohnbebauung „Am Jahnplatz“ in Lachen-Speyerdorf: Diskussion um Erhalt der Lindenallee

20. August 2018 | 2 Kommentare | Kategorie: Allgemein, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional

OB Weigel (4.v.l.) und Ortsvorsteher Schick (rechts daneben) hatten zur Bürgerversammlung eingeladen.
Fotos: Pfalz-Express/Ahme

Neustadt-Lachen. Die Bürgerinformationsveranstaltung in der Festhalle zur geplanten Wohnbebauung „Am Jahnplatz“ war gut besucht. Dort sollen nach dem Umzug des Sportgeländes Häuser und Wohnungen entstehen.

Das Projekt wurde von Oberbürgermeister Marc Weigel gemeinsam mit der Fachabteilung und den Fachbüros vorgestellt. Mit dabei waren zudem der Investor, die Gerst Massivbau GmbH, sowie der Ortsvorsteher von Lachen-Speyerdorf, Claus Schick. Gerst war der einzige Bewerber bei der europaweiten Ausschreibung.

Viele Fragen hatten die Bürger an die verantwortlichen Stellen auf dem Podium.

Derzeit wird ein Vereinsheim für den TuS und den TC Blau-Weiß Lachen-Speyerdorf gebaut. Hinzu kommen sechs Tennisplätze, zwei Naturrasenplätze mit Finnbahn, eine Weitsprunganlage und rund 110 Parkplätze. Der Umzug soll nächstes Jahr über die Bühne gehen. Nach dem Umzug wird das alte Sportgelände am Jahnplatz abgerissen, saniert und bebaut.

„Wir möchten Sie heute umfassend informieren und Ihnen das Ergebnis des vom Stadtrat beschlossenen Bebauungsplans präsentieren“, sagte Weigel zur Einleitung. Man befinde sich im Moment in der Phase der Offenlage und Bürgerbeteiligung, daher dieses Angebot.

Gleichzeitig wies er darauf hin, dass zu diesem Zeitpunkt des Verfahrens Anregungen und Vorschläge in schriftlicher Form eingereicht werden können, die in den Abwägungsprozess fließen und dem Stadtrat vor dem Satzungsbeschluss vorgelegt werden.

Lage der Bombentrichter auf dem Gelände.

Ortsvorsteher Schick ergänzte, dass man seit 13 Jahren an dem Projekt arbeite und nun an einem Punkt angekommen sei, an dem man viele Wünsche erfüllen könne: Bauland, Kita-Plätze und sozialer Wohnraum.

Gebaut werden sollen auf dem rund 3,6 Hektar großen Gelände 184 Wohneinheiten. Mit dabei sind klassische Einfamilienhäuser, Reihenhäuser, modernes Wohnen sowie Mehrfamilienhäuser. Im Norden ist eine Kita geplant, im Süd-Westen ein großer Spielplatz.

Angeschlossen wird der Bereich über den bereits vorhandenen Kreisel. Die Grundstücke verbindet eine Ringstraße mit Parkplätzen. Im Zuge der Bebauung soll der jetzt verrohrte Kanzgraben freigelegt und der Jahnplatz umgestaltet werden. Bestehende Fußgängerverbindungen bleiben erhalten. An der Ecke zur Goethestraße soll ein Blockkraftwerk entstehen.

Im Rahmen der Planungen wurden auch verschiedene Gutachten erstellt. Mit dabei sind Aspekte des Schallschutzes, des Verkehrs, der Kinderbetreuung und der Entwässerung. Untersucht wurden zudem der Artenschutz und die Bodenbelastung (Aufschüttung der ehemaligen Bombentrichter).

Der Entwurf des Bebauungsplans liegt mit Begründung, den entsprechenden Anlagen und Gutachten sowie den wesentlichen, bereits vorliegenden, Umwelt bezogenen Stellungnahmen vom 10. August bis einschließlich 10. September 2018 zur allgemeinen Einsichtnahme im Bauberatungszentrum, Amalienstraße 6 (im Erdgeschoss links), zu folgenden Zeiten öffentlich aus: Montags bis mittwochs 8 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr; donnerstags 8 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr sowie freitags 8 bis 12 Uhr.

Weitere Zeiten sind nach telefonischer Terminabsprache unter 06321/855-306 möglich.

Alle Unterlagen können zudem im Internet unter www.neustadt.eu nachgelesen werden, Suchbegriff „Auslegung Jahnplatz“. (stadt-nw)

Olaf Bergmann (BUND) erhielt die Möglichkeit, sein Bebauungskonzept vorzustellen, das die Rettung der alten Bäume einschließt.

Naturschützer kämpfen um Lindenallee

Das Projekt hat allerdings nicht nur Befürworter. Bei der Versammlung meldeten sich Vertreter des BUND zu Wort: „Wir werden alles tun um die 20 Linden von der SGD Süd unter Schutz stellen zu lassen. Eine Fällung der Bäume werden wir uns nicht bieten lassen“, so Olaf Bergmann, Vorstandsmitglied des BUND, Neustadt. Er stellte ein alternatives Bebauungskonzept vor, in dem die alten Bäume stehen bleiben können.

Mittlerweile hat sich eine Bürgerinitiative dazu gebildet. „Baumsitzungen“ unter den Linden finden jeden Mittwoch ab 19 Uhr statt (siehe auch Bildergalerie ganz unten).

Der BUND wirft der Stadt vor, dass die Pläne vor der letzten Stadtratssitzung noch geändert worden seien und die noch in der letzten Fassung des Bebauungsplanvorentwurfs enthaltenen Bäume „plötzlich alle weg waren“.

Die Begründung zur Entfernung sei „fadenscheinig“, so BUND-Vorstand Scherrer in seinem offenen Brief, der bei der Versammlung ausgelegt war. Der Boden sei nicht belastet. Zeitzeugen wüssten, dass dort, wo die Bäume stehen, keine Bomben gefallen seien, also auch kein Schutt aufgefüllt worden sei. Auch das Argument mit der Verschattung sei „genauso falsch“. „Die Bäume würden für die Wohnblocks, die auf dem jetzigen Jahnplatz stehen sollen, auf der Nordseite stehen“.

Man spiele Wohnraumsuchende und Naturschützer gegeneinander aus, so der Vorwurf, der in der Diskussion öfters angesprochen wurde. In der Tat bewege man sich in einem Spannungsfeld verschiedener Interessen, räumte Ortsvorsteher Claus Schick ein.

600 Karten seien gegen die Baumfällung eingegangen, gab OB Weigel zu. „Plant dort, wo die Bäume stehen, andere Häuser“ wird gefordert.

Der BUND werde „auf jeden Fall alle Möglichkeiten bis zur Klage ausschöpfen, diese für Klima und Ortsbild sehr wertvollen Bäume zu erhalten und diesen Frevel zu verhindern“.

Es gibt keine Grünfläche, wo sich Menschen treffen können“, monierte ein Besucher. Auch an die Senioren sei nicht gedacht worden, kritisierte er. „Man nimmt uns den Dorfmittelpunkt. Der Jahnplatz ist aufgegeben worden“.

Beim Kanzgraben und rund um den Kreisel wolle man eine neue Aufenthaltsqualität schaffen, so OB Weigel.

Auch die Seriosität des Investors, der Gerst Massivbau GmbH wurde von Jemand angezweifelt. In der Versammlung wurde von der Verwaltung deutlich gemacht, dass man eine vertragliche Bindung mit Gerst eingegangen sei: „Grundsatzfragen können nicht geändert werden“. (desa)

 

 

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2 Kommentare auf "Bürgerinfo zur Wohnbebauung „Am Jahnplatz“ in Lachen-Speyerdorf: Diskussion um Erhalt der Lindenallee"

  1. Haubold sagt:

    Gerst war der einzige Bewerber bei der europaweiten Ausschreibung.
    Da hat sich keine Firma in Tschechien, Ungarn, Polen, Spanien, Portugal, Frankreich, … gefunden?
    Das ist schon erstaunlich. Da hat der Gerst aber Glück gehabt.

  2. Alfons Groß; Chorsänger sagt:

    Hallo Herr Schick zuerst alles gute zum 50 Geburtstag und alles gute für die nächsten 50 Jahre . Wir laden nochmal ein zum Dreikönigs Imbs am 06 01.2019 14.30 wie gewohnt, währe schön sie zu begrüßen MFG Alfons Groß :Vorstand

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