Büchelberg – „Die Gesundheit, die Qualität und der Geschmack – das sind die Ziele, die bei unserem ungespritzten Obst aus eigenem Garten im Vordergrund stehen“ erläuterte Eugen Niederer bei seinen Ausführungen anlässlich des Festakts „200 Jahre Obstanbau in Büchelberg/ 100 Jahre Obst- und Gartenbauvereine im Dorf und 20 Jahre Neugründung“.
Der durch das Programm begleitende Schriftführer des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins war bei der dreistündigen Feier in der geschmackvoll dekorierten und voll besetzten Mehrzweckhalle auf die Bedeutung des Obst- und Gartenbaus in den Jahrhunderten des Bestehens der Bienwaldgemeinde eingegangen.
Dabei hatte er sich auf die Ortschronik „Büchelberg – Leben im Bienwald“ von Albert Ritter bezogen – nachzulesen auch in der ausgelegten kostenlosen Festschrift. Er sprach seinen Dank den vorausgegangenen Generationen aus, die eine Streuobst-Wiesenlandschaft hinterlassen hätten, die die schönste in Süddeutschland sein soll. „Dieses Erbe gilt es zu bewahren und fortzuführen.“
Der Schirmherr der Veranstaltung, Pfarrer Patrick Asomugha hob in seiner Ansprache die Bedeutung des Erntedankfestes hervor. Er verwies darauf, wie abhängig die Menschen im Winter von der vorherigen Ernte waren und wie hart das tägliche Brot erarbeitet werden musste. „Deshalb wirkt die Dankbarkeit als elementarer Wesenszug der Christen im Zusammenhang mit dem Erntedankfest wie ein Wecker und muss täglich erneuert werden“ appellierte er in seinen eindrucksvollen Dankesworten an das „Paradies Erde“.
Die Geschäftsführerin des Verbands Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz Monika Lambert-Debong, in dem 360 Vereine organisiert sind, bezeichnete den Obst- und Gartenbauverein als „das grüne Gewissen“ im Ort. Damit widerlegte sie die Frage, die sie gestellt hatte, ob diese Vereine altmodisch und hausbacken seien. „Nein“, meinte sie, „sie sind authentisch, anders, aufregend und bunt und damit fit für die Zukunft.“ Sie müssten für alle Altersgruppen offen sein und auch Jugendarbeit und Öffentlichkeitsarbeit betreiben sowie die Geselligkeit pflegen. „Das alles stimmt in Büchelberg“ lobte sie den Jubelverein.
Von den Vereinen des örtlichen Kulturkreises überbrachte Ortsvorsteher Klaus Rinnert die Glückwünsche und einen Scheck, von der Stadt Wörth Beigeordnete Ursula Radwan. Sie meinte, Büchelberg wäre ohne diesen Verein ärmer an Kultur. Sie habe sich lange überlegt, wie sie hier die Vereinsförderrichtlinien anwenden könne. 20 Jahre Bestehen sei keine übliche Feier. Da der 100-jährige Verein aber nie im Register gelöscht und vor 20 Jahren eigentlich nur „wiederbelebt“ worden sei, habe sei die für ein 100-jähriges Jubiläum vorgesehenen 100 Euro als kleine Anerkennung mitgebracht.
Die Silberne Ehrennadel des Verbandes und eine Ehrenurkunde für aktive Unterstützung des Vereins erhielten Maria Eckert („Motor“ bei der Neugründung 1993), Brigitte Platz („Gönnerin des Vereins“) sowie Friedel Braun, Engelbert Gerstner, Bernhard Brossart, Heinrich Braun und Ernst Rinnert, die alle für den Aufbau der Vereinsanlage verantwortlich waren.
Anerkennungspreise erhielten die Gewinner der ersten zehn Plätze des Preisrätsels vom Sommerfest. Dort war gefragt worden, wie viele gepflanzte Obstbäume in der Gemarkung stehen. Es sind 4 894 auf dem 280 Hektar großen Gelände. Den ersten Platz erreichte Emil Seibert mit seinen geschätzten 4 865 Bäumen vor Anja Sehringer mit 4 848 und Annerose Brunner, die 4 967 angegeben hatte.
Mitgestaltet wurde das sehr gehaltvolle Festprogramm durch den örtlichen Musikverein, den Gesangverein Eintracht Büchelberg sowie durch mehrere ausdrucksvoll vorgetragene Gesangs- und Gedichtbeiträge der pfälzischen Mundart – Gesangsgruppe der Familie Werling aus Bergzabern – bestehend aus Mutter Gudrun sowie ihren beiden Töchtern und Söhnen. (lumi)

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