St. Martin. „Die zertifizierten Partnerbetriebe der Biosphärenreservate erzeugen naturnah und ökologisch und offerieren Qualität statt Masse – das entsprechende Logo ist somit eine wichtige Orientierungshilfe für alle Verbraucher“, sagte Bezirkstagsvize Günter Eymael bei einem Erfahrungsaustausch von Partnern des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen mit Kollegen vom benachbarten Biosphärenzweckverband Bliesgau.
Auf einer Geländeexkursion stellte Tierbetreuer Peter Hiery den rund 20 Gastronomen, Natur- und Landschaftsführern und Bio-Landwirten aus dem Saarland die Besonderheiten des Pilotprojekts mit Heckrindern im St. Martiner Tal vor.
Heckrinder sind eine Abbildzüchtung aus verschiedenen Hausrinderrassen, die den seit rund 400 Jahren ausgestorbenen Auerochsen ähneln. Die Wildrinder sollen nicht nur das idyllische Wiesental offenhalten, sondern auch den angrenzenden Wald lichten, um die Artenvielfalt zu erhöhen. Das naturnah erzeugte Fleisch der „Auerochsen“ erfreut zudem die Gaumen von Genießern.
Weitere Station der zweitägigen Besuchstour war das Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz, um sich mit seinem Gebäudekonzept vertraut zu machen. Das Infozentrum des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen wurde aus den natürlichen Materialien Holz, Sandstein und Lehm errichtet und wird mit Sonnenenergie betrieben. Tags zuvor besichtigte die Delegation das Bioland-Weingut Rummel in Landau-Nußdorf und informierte sich auf einer Geländebegehung über den Bioweinbau.
Die Besuchstour habe „alle Bliesgaupartner total begeistert“ und interessante Aspekte des nachhaltigen Wirtschaftens vermittelt, resümierte Jan Faßbender vom Biosphärenzweckverband Bliesgau; als „echten Höhepunkt“ bezeichnete er das Waldweideprojekt in St. Martin. Im kommenden Jahr wollen die Partnerbetriebe des Pfälzerwalds und Bliesgaus ihr Nachhaltigkeitsnetzwerk weiter ausbauen und engere Kontakte zu ihren französischen Kollegen in den Nordvogesen knüpfen.
Derzeit gehören dem Netzwerk „Qualität statt Masse“ 44 Pfälzer und 26 Bliesgauer Partnerbetriebe an, darunter Landwirte, Winzer, Wildbretvermarkter, Gastronomen, holzverarbeitende Betriebe, eine Bioölmühle und eine Biobäckerei. Sie müssen bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen und können mit dem Logo des Biosphärenreservats werben. (red)

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