Donnerstag, 17. Oktober 2019

Landauer Grüne-Stadträte für Windkraftanlagen im Biosphärenreservat: „Dienst an der Umwelt“

24. Oktober 2014 | 5 Kommentare | Kategorie: Landau, Politik regional, Regional

Foto: pfalz-express.de/Licht

Landau – Die Landauer Grüne-Stadträte Lukas Hartmann und Udo Lichtenthäler befürworten den Bau von etwa zehn bis zwölf Windkraftanlagen im Pfälzerwald.

Auf dem Taubensuhl besitzt die Stadt Landau einen Stadtwald, auch eine Zufahrtsstraße gibt es schon. Einen Widerspruch zwischen Natur und Windenergieanlagen sehen sie nicht – im Gegenteil.

„In einem Nationalpark geht es um Naturschutz pur, beim Biosphärenreservat aber ist der Mensch immer als Akteur und Nutzer mitzudenken“, so die beiden Stadträte.

Daher sei ein übergeordnetes Ziel des Biosphärenreservats Pfälzer Wald, Klimaschutz durch Landnutzung und Anpassung an den Klimawandel zu verwirklichen. Einhundert Prozent erneuerbare Energie sei nicht nur möglich, sondern auch notwendig, um einen weiteren Temperaturanstieg mit irreversiblen Folgen auch für den Pfälzer Wald noch zu verhindern.

„Bündnis 90 / Die Grünen in Landau leuchtet es daher nicht ein, weshalb Windenergieanlagen an geeigneten Standorten im Pfälzer Wald ausgeschlossen sein sollen. Erst Recht leuchtet es uns nicht ein, weshalb die Windenenergienutzung zu einer Gefährdung des Prädikats Biosphärenreservat führen sollte.“

Windenergie diene der Zielsetzung des Biosphärenreservats, betonen Hartmann und Lichtenthäler: „Welche Gefahrensignale der Fraktionsvorsitzende der CDU Peter Lerch empfängt, wissen wir nicht, wir hoffen aber, dass sich das Thema regenerative Energieerzeugung für und in der Region für die Landauer CDU nicht so schnell erledigt.“

Im Übrigen käme es bei einem eventuellen Bürgerentscheid auf die Fragestellung an, sagte Lukas Hartmann. Es mache einen Unterschied, ob man nur das Für und Wider zur grundsätzlichen Frage „Windkraft im Wald“ präsentiere, oder aber ein konkretes Projekt mit detaillierten Informationen zur Abstimmung stelle.

Die Grünen sprechen sich für die Vorstellung des Projekts und einen Termin mit möglichst guten Voraussetzungen für eine hohe Wahlbeteiligung aus.

Man stünde als Bündnis 90 / Die Grünen dazu, Bürgerbeteiligung bei wichtigen Themen auch dann zu unterstützen, wenn ein Scheitern der eigenen wichtigen Frage denkbar sei.

„Über den Weg, Form und Fragestellung einer von Bürgermeister Hirsch angestoßen Bürgerbeteiligung zur Windenergieerzeugung auf Landauer Gemarkung im Pfälzer Wald sollten wir aber vorher noch diskutieren“, so Hartmann und Lichtenthäler. (red/cli)

 

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5 Kommentare auf "Landauer Grüne-Stadträte für Windkraftanlagen im Biosphärenreservat: „Dienst an der Umwelt“"

  1. David Nizzaras sagt:

    Ich habe die GRÜNEN noch nie verstanden. Lieben sie die Natur oder doch nur sich selbst und das liebe Geld? Gegen angebliche Landschaftsverschandelung durch den vierspurigen B 10 Ausbau sein (die Trasse existiert doch schon), aber dann die Form des Schönen durch Waldverschandelung zerstören. Das Transitverbot für LKW auf der B 10, die dann einen großen Umweg fahren müssen, beschleunigt auch den globalen Kollaps. Grüne warum entfremdet ihr euch von den Umweltschützer. Bitte malt euch eine andere Farbe an eure im Rotweingürtel lebende Backe…

  2. Herr Nizzaras, wer den anderen nicht verstehen will, wird ihn auch nie verstehen. Während es beim vierspurigen B10 Ausbau eben nicht nur um Flächenverbrauch und Spritverbrauch, sondern auch um Mautflucht, Lärm für die Anwohner und Straßenzerstörung geht, zerstören ein dutzend Windkraftanlagen auf Landauer Gemarkung im Stadtwald nicht den Wald. Wenn Sie meinen, er würde dadurch „verschandelt“, ist das eine der möglichen Sichtweisen, aber wenn Sie die Bestimmungen des Biosphärenreservats lesen, werden Sie feststellen, dass es Aufgabe dieser Gebiete ist, zu zeigen, wie der Mensch den Wald nutzen kann, ohne ihn auszubeuten.

    Und gerade weil wir uns bei einer schwierigen Abwägungsfrage für einen nachhaltigen, nicht zerstörerischen Weg entscheiden, unseren Beitrag zu Klimaschutz und CO2 Einsparung zu leisten, sind wir mit der Farbe grün sehr richtig. Es ist keine angemessene Haltung zu sagen „Wir sind dafür, aber nicht bei uns.“

    • Manfred Becker sagt:

      Windkraftanlagen sind Industrieanlagen und werden in der Natur zurecht als Fremdkörper wahrgenommen, der das Naturerlebnis stört. Daher haben sie in den wenig verbliebenen Naturräumen in Deutschland nichts zu suchen. Es gibt genug Industriebrachen, wo sie besser hinpassen.

  3. David Nizzaras sagt:

    Die Logik bezüglich des B 10 erschließt sich mir nicht. Sperrt man die Straße für LKW, nutzen („zerstören“ ist nicht mein Jargon) diese andere Straßen. Mehr Lärm würde es nicht geben, denn warum sollten auf einmal mehr LKW die B 10 benutzen, einfach nur so, um auf der neuen Spur zu fahren? Darüber hinaus kann man nach dem Bundesstraßenmautgesetz die B 10 mit einer Maut belegen. Bei der Windkraftnutzung bin ich übrigens nur gegen die Industrialisierung des Waldes, was anderes ist dies nämlich nicht. Zu ihrer letzten Aussage. Ich wohne nicht im Wald, denn da leben zum Glück ganz viele Tiere (und auch noch Vögel). Ich wohne hier in der Stadt. Dann bauen wir eben die Anlagen in die Stadt. Es gibt z.B. eine Anhöhe am Französischen Tor. Dann haben sogar sie eine Anlage vorm Haus und können sich darüber freuen, dass der Wind für ein warmes Frühstücksei sorgt.

  4. Werling sagt:

    Wie sagte Konrad Fischer kürzlich: „Wer ihnen etwas von Klimaschutz erzählt, ist ein Betrüger (…) – oder ist so dumm, dass es kracht.“

    Mehr mag ich heute nicht mehr zu dem Thema schreiben.

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