
Asklepios Klinik in Kandel.
Foto: Pfalz-Express
Kandel – Der Coronavirus hat Deutschland und die Welt im Griff. Doch in Zeiten von Kontaktverbot und Ungewissheit ist Zusammenhalt besonders wichtig – und in der Asklepios Klinik in Kandel ist der nach Aussage der Krankenhausleitung besonders groß geschrieben.
Denn obwohl auch dort Covid-19 den Arbeitsalltag der Mitarbeiter erschwert, haben sie keine Sekunde gezögert, Kollegen im französischen Elsass unter die Arme zu greifen. Dort gab es im März nicht mehr genügend Beatmungsplätze für die an dem neuartigen Virus erkrankten Menschen.
Das Gesundheitsministerium Rheinland-Pfalz hatte sich am 22. März mit der Klinik in Verbindung gesetzt und angefragt, ob zwei Patienten aufgenommen werden könnten. „Wir haben sofort alles in die Wege geleitet und konnten die Patienten bereits am Abend bei uns in der Klinik aufnehmen“, sagt Frank Lambert, Geschäftsführer der Asklepios-Südpfalzkliniken. Gegen 20 Uhr kamen die beiden über 50 Jahre alten Patienten aus Straßburg an. Einige Tage später kamen zwei weitere Patienten aus dem Elsass hinzu.
„Mittlerweile sind alle Patienten stabil und auf dem Weg der Besserung“, teilte Dr. Volker Moog, Chefarzt der Intensivstation am Standort Kandel, mit. Ein Patient konnte heute sogar um 14:30 Uhr von seiner Tochter abgeholt und als geheilt nach Straßburg entlassen werden. „Ein erster Erfolg“ so Prof. Dr. Jörg Stypmann, der als Chefarzt Innere Medizin und Kardiologie und Ärztlicher Direktor ebenfalls eng an der Behandlung beteiligt war. „Dies beweist unsere Leistungsfähigkeit und stimmt uns zuversichtlich für gegebenenfalls weitere Behandlungsfälle.“
Schon vor den vier Fällen aus Frankreich haben die Kliniken in Kandel und Germersheim vorgesorgt und Vorkehrungen getroffen. „Wir wollten noch vor dem ersten Corona-Patienten vorbereitet sein. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, den Standort Kandel hauptsächlich für deren Versorgung zu nutzen. Um genügend Platz für Notfall- und Infektionspatienten zu schaffen, haben wir beispielsweise die geriatrische Versorgung schrittweise nach Germersheim verlagert“, erklärt Klinikgeschäftsführer Lambert.
Darüber hinaus wurden einzelne Stationen geschlossen und das Personal durch spezielle Schulungsmaßnahmen für die Intensivbetreuung und Beatmung vorbereitet.
„Mit unserem standortübergreifenden Konzept und der Konzentration der Versorgung von Notfall- und Infektionspatienten über den Klinikstandort Kandel, haben wir uns einerseits auf das Krankheitsbild fokussiert und sind gleichzeitig in der Lage am Standort Germersheim einen geordneten Krankenhausbetrieb möglichst ohne infizierte Patienten sicherzustellen. Die Corona-Pandemie darf nicht dazu führen, dass andere akute Krankheitsverläufe, z. B. Unfälle oder Herzinfarkte, nicht mehr ausreichend versorgt werden können“, so Chefarzt Moog.

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