Antwort auf Leserbrief „Geiz im Gesundheitswesen ist nicht geil“: „Merkel-ist-schuld-Propaganda“

25. März 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Leserbriefe und Kommentare

Foto: red

„Sehr geehrter Herr Keiber,

Sie haben mit vielem Recht, was Sie schreiben. Ich stimme Ihnen zu, dass Geiz nicht geil ist im Gesundheitswesen. Unser Gesundheitssystem funktioniert schon im ganz normalen Alltag gerade so.

Durch die Rabattverträge der Krankenkassen wurden viele Produktionen nach Asien verlegt. Folge davon sind Lieferengpässe. Krankenhäuser waren früher in Stadt-, Kreis- oder Kirchenbesitz. Die Träger haben am Ende des Jahres das Minus ausgeglichen. Auch die Personaldecke in Krankenhäusern ist mehr als dürftig. Immer weniger Menschen müssen immer mehr Arbeit erledigen, und die wird auch noch schlecht bezahlt. Man könnte noch vieles schreiben, was im Argen liegt. Im Vergleich zu anderen Ländern stehen wir sogar noch einigermaßen gut da.

Ich bin der Meinung, dass Krankenhäuser und Altersheime nicht in private Hand gehören. Mit kranken und alten Menschen sollten keine Geschäfte gemacht werden!

Soweit dachte ich, der Mann hat recht. Bis sie mit Ihrem AfD-Gejammer angefangen haben. Die alte Merkel-ist-schuld-Propaganda.

Die meisten Menschen sind sehr zufrieden damit (und auch überrascht), wie gut unsere Regierung die Krise managt. Das zeigen die steigenden Umfragewerte. Im Gegenzug fallen die Werte der AfD. Offensichtlich trauen die Menschen der AfD nicht zu, dass sie einen Plan für eine solche Situation hat. Die AfD ist wie immer mit sich selbst beschäftigt, bzw. mit ihrem Flügel.

Es interessiert niemand wie viel Geld im Moment ausgegeben wird, die Menschen freuen sich, dass es ausgegeben wird! Und glauben Sie wirklich, dass Minister keine Berater haben, die vom Fach sind? Und welche Stärke, die wir schon einmal hatten, wollen Sie dem Land geben? Wir sind stark! Spätestens hier habe ich gemerkt, dass dieser Leserbrief aus der AfD-Ecke kommt.

Leider haben Sie vergessen zu schreiben, wie die AfD die Krise managen würde. Ihr Traum von geschlossenen Grenzen ist ja nun leider wahr geworden. Es fehlen die Erntehelfer aus Osteuropa und die 24-Stunden Betreuer für alte Menschen. Wie gedenkt die AfD diese schmerzhafte Lücke zu schließen? Wenigstens da müsste diese Partei doch einen Plan haben, Grenzschließungen stehen  doch schon ewig im Programm.

Krisen zeigen meistens das Beste (manchmal leider auch das Schlechteste) in den Menschen. Das sieht man an den vielen Hilfsangeboten. Die Menschen halten zusammen und helfen sich gegenseitig. Ich bin optimistisch, dass wir gestärkt und mit einem blauen Auge aus der Sache herauskommen.

Helga Trauth

Kandel

P.S. Noch etwas in eigener Sache, was mit dem Leserbrief von Herrn Keiber nichts zu tun hat. Nach meinen letzten Leserbriefen habe ich jedesmal widerliche Schmierereien in meinem Briefkasten und an meiner Haustür gefunden. Die AfD und die Rechtsextremen gehen doch immer für Meinungsfreiheit auf die Straße, aber scheinbar nur für ihre Meinung. Das ist jämmerlich! Probieren Sie es doch auch einmal mit einem Leserbrief mit Ihrem Namen darunter!

 

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