Freitag, 09. Dezember 2016

Verkehrsminister Peter Ramsauer besucht Rheinbrücke: „Unbedingt bauen!“

3. Juli 2013 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Nordbaden, Politik regional, Regional

Ingo Wellenreuther, Thomas Gebhart, Verkehrsminister Peter Ramsauer und Axel Fischer bei der Besichtigung der Rheinbrücke. Alle sind sich einig: Die Brücke muss schnellstmöglich gebaut werden.
Fotos:Licht

Maxau – „Die Zweite Rheinbrücke muss kommen.“ Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer ließ keinerlei Zweifel, auf welcher Seite er steht. Der Mann aus Bayern kam nach Maxau, um sich die Problematik höchstpersönlich anzusehen: „Nicht immer nur die Aktenlage.“

Nicht alle sind seiner Meinung: Brückengegner hatten sich bereits zeitig versammelt, um dem Verkehrsminister mit Präsenz und Schildern „Mehr Stau durch Brückenbau“ und „Schluss mit den Ramsauereien“ ihre Sicht der Dinge kundzutun.

Die CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Thomas Gebhart (Südpfalz), Ingo Wellenreuther (Karlsruhe-Stadt) und Axel E. Fischer (Karlsruhe-Land) hatten gemeinsam zu einem Besuch an der Rheinbrücke in Wörth eingeladen.

„Man spürt, wie sie wackelt“

Vor Ort eilte Ramsauer direkt vom Parkplatz hinauf zum Zankapfel der Region – eine Traube von Journalisten und Anhängern im Schlepptau. In der Mitte der Brücke angekommen, stellte der Minister „starke Schwingungen und Vibrationen“ fest. Ramsauer appellierte an die Verantwortungsträger, sich zu beeilen, das Planfeststellungsverfahren schnellstmöglich auf den Weg zu bringen. Und gab ein großzügiges Versprechen ab: „Ich will alle möglichen Mittel bereitstellen.“ Ungefähr 107 Millionen Euro soll der Bau der 1,4 Kilometer weiter nördlich liegenden Querung kosten, Straßenbaumaßnahmen zur Anbindung eingeschlossen – vollständig bezahlt vom Bund.

Einzige Straßenverbindung

Die vor knapp fünfzig Jahren gebaute Rheinbrücke ist die einzige Möglichkeit, per Straße von der Pfalz nach Karlsruhe zu kommen – und wieder zurück. Mittlerweile fahren ca. 80.000 Fahrzeuge pro Tag über die sanierungsbedürftige Brücke, die ursprünglich für knapp ein Drittel konzipiert war – Tendenz steigend. Bei einer Sanierung im dringend notwendigen Ausmaß müsse die Brücke für längere Zeit voll gesperrt werden, sagte Ramsauer. Damit wäre die Südpfalz und das Elsass vom Wirtschaftsraum Karlsruhe abgeschnitten – undenkbar für die täglich pendelnden Berufstätigen.

„Nur mit guter Infrastruktur ist Umweltschutz finanzierbar“

Zurück am Rednerpult, vorbei an den Transparenten der Brückengegner und nebenbei eine zufällig vorbei gekommene Gruppe helmtragender Radfahrer lobend, machte Ramsauer deutlich, dass Natur- und Artenschutz nur mit einer guten Infrastruktur überhaupt funktionieren könne. „Wohlhabende Länder können sich Umweltschutz leisten, arme nicht. Deshalb müssen die Grundlagen dafür weiter geschaffen werden.“ Auch die Interessen der Menschen seien nun einmal wichtig, wetterte Ramsauer, nicht nur die von Fledermäusen: „So schützenswert diese auch sind. Der Mensch zählt schließlich auch.“

Gebhart: Kämpfen, bis die Brücke da ist

Dr. Thomas Gebhart war ebenfalls von Kampfgeist beseelt: „Ich werde für die zweite Rheinbrücke kämpfen, bis sie steht“, rief der südpfälzer Bundestagsabgeordnete und erntete dafür den donnernden Applaus der sich eindeutig in der Überzahl befundenen Befürworter – und Buh-Rufe der Gegner.

Winfried Ketschmann für zweite Rheinbrücke

Ingo Wellenreuther überraschte die Anwesenden mit der Ankündigung, dass Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann sich am selben Tag für den Bau einer zweiten Rheinbrücke ausgesprochen hatte. Das dürfte den Druck auf den Karlsruher Gemeinderat, der sich noch immer skeptisch zeigt, erhöhen.

Brückengegner: Mehr Schiene, Flaschenhals ausbauen, Natur erhalten

Hartmut Weinrebe, Regionalgeschäftsführer von BUND Mittlerer Oberrhein und dem „Aktionsbündnis gegen die Brücke“ kann die Euphorie nicht nachvollziehen: Das Bündnis beruft sich auf eine offizielle Verkehrsuntersuchung, die ausweist, dass Verkehrsteilnehmer selten länger als fünf Minuten im Stau stehen würden. Sinnvoller sei eine Sanierung oder eine Ersatz- bzw. Parallelbrücke.

Auch eine andere Idee hat er noch: „Wenn man den Pförtner (Flaschenhals) bis zur Ausfahrt Rheinhafen ausbauen würde, könnte würde ein großer Teil des Verkehrs schon vorher abfließen und der Zufluss zu den Ballungsräumen wäre kontrollierbar“, ist Weinrebe überzeugt. Erhebliche Eingriffe in die Natur der Rheinauen befürchtet das Bündnis ebenfalls: „Die Lebensräume beispielsweise des Purpurreihers würden zerstört“, sagt Weinrebe. Statt eines unsinnigen Bauprojekts solle man auf den Ausbau des Schienenverkehrs setzen.

Zur Unterstützung eingefunden hatten sich sogar Stuttgart 21-Gegner: „Stuttgart 21 ist überall“, sagte Demonstrant Wolfgang Weiß. „Bauen ohne Sinn und Verstand ist ein gesamtdeutsches Problem.“

In diesen Tagen finden die letzten Erörterungstermine dies- und jenseits des Rheins statt, bei denen nochmals Befürworter und Gegner ihre Argumente vorbringen können. (cli)

Bildergalerie und Videos, vollständige Rede von Peter Ramsauer

Rede Dr. Peter Ramsauer

 

Rede Dr. Thomas Gebhart Teil 1

 

Teil 2

 

 

 

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