Sonntag, 19. November 2017

Nesselsucht: Wenn der Körper Hitze nicht erträgt

23. August 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Gesundheit, Vermischtes
Hitze und Sonneneinstrahlung können Urtikaria auslösen. Foto: red/Licht

Hitze und Sonneneinstrahlung können Urtikaria auslösen.
Foto: red/Licht

Im Durchschnitt steigen die Temperaturen in Rheinland-Pfalz im Sommer auf knapp 25 Grad, im Süden oftmals noch deutlich darüber. 

Hitzeperioden machen vielen Menschen zu schaffen. Insbesondere Kinder, ältere und kranke Menschen leiden unter der Wärme.

Was viele nicht wissen: Auch eine große Anzahl junger Leute hat bei hohen Temperaturen mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Sie können die warme Jahreszeit nicht genießen, weil ihre Haut auf steigenden Temperaturen mit Quaddeln und Juckreiz reagiert.

Warme Temperaturen lassen den Körper verrücktspielen

Die Sonne scheint mit aller Kraft, die meisten Menschen freuen sich, endlich wieder kurze Kleidung zu tragen und rauszugehen. Doch nicht alle kosten das sommerlich-warme Wetter aus. Der Grund: cholinergische Urtikaria.

Einer Studie der Freien Universität Berlin zufolge leidet mindestens jeder zehnte junge Erwachsene zwischen 15 und 35 Jahren in Deutschland unter dieser induzierbaren Form der Hautkrankheit Nesselsucht. Anders als bei spontanen Varianten der Nesselsucht lässt sich der Auslöser bei induzierbarer Urtikaria eindeutig identifizieren.

Im Fall einer cholinergischen Nesselsucht treten die typischen, mit Flüssigkeit gefüllten Erhebungen auf der Haut auf, wenn die Körpertemperatur steigt oder Hitze auf den Körper einwirkt.

Vor allem in den Hautfalten, in denen sich bei hohen Außentemperaturen Schweiß bildet, quälen die geröteten Pusteln die Betroffenen. Deshalb wird die häufig auftretende cholinergische Urtikaria umgangssprachlich auch Schwitz- oder Schweiß-Urtikaria genannt. Manche Menschen sprechen bei den Quaddeln fälschlicherweise von einer Hitzeallergie.

Eine von zahlreichen Erscheinungsformen.

Eine von zahlreichen Erscheinungsformen.

Nesselsucht ist jedoch keine Allergie im klassischen Sinn. Vielmehr ruft eine fehlerhafte Reaktion des Immunsystems den unangenehmen Hautausschlag hervor: Als Reaktion auf eigentlich ungefährliche Substanzen (im Fall von cholinergischer Urtikaria der Schweiß) schüttet der Körper vermehrt Histamin aus.

Der Botenstoff reguliert verschiedene Stoffwechselvorgänge im Körper und ist unter anderem bei Entzündungen für das Anschwellen des Gewebes verantwortlich.

Bei cholinergischer Urtikaria Abkühlung suchen

Die beste Behandlung bei Nesselsucht lautet immer: Auslöser meiden. Allerdings lassen sich warme Temperaturen nicht immer umgehen.

Und: Nicht nur steigende Außentemperaturen können verantwortlich für einen Ausbruch der cholinergischen Urtikaria sein. Fieber, sportliche Betätigungen, ein heißes Bad, ein Saunabesuch, scharfes Essen und heiße Getränke kommen ebenfalls infrage.

Durch Abkühlung verschwinden die Quaddeln der cholinergischen Urtikaria meist genauso schnell wieder, wie sie gekommen sind. Manchmal helfen ein kaltes Getränk, Eiswürfel oder Kühlpacks auf den betroffenen Stellen, den Hautausschlag wieder abklingen zu lassen. Das erklärt auch, weshalb die Mehrheit der Betroffenen nicht in ärztlicher Behandlung ist.

Unterstützend oder vorbeugend können die Betroffenen Antihistaminika einnehmen und so Krankheitsschübe lindern oder verhindern.

 

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