
Tolle Frauen ermutigen andere Frauen.
Foto über Projekt „Dein Körper ist genug“.
Germersheim – Vier junge Frauen und eine Mission: Nicht ständig am eigenen Körper herummäkeln, sich so akzeptieren, wie man nun einmal ist, auch wenn es keine makellosen Modelkörper sind. Dazu wollen Caroline Hopp, Jennifer Siegel, Caroline Gugu und Swetlana Nowoshenowa Frauen ermutigen.
„Dein Körper ist genug“ heißt das Projekt. 21 Frauen unterschiedlichen Alters und Körperbaus haben sich für die und mit den vier Initiatorinnen ausgezogen und fotografieren lassen. „Unser Ziel: Mehr Realität und Diversität der Körper in den Medien und den Köpfen der Menschen“, sagt Caroline Hopp. Künftig will man auch Männer, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sexualität oder mit körperlichen Beeinträchtigungen einbinden.
Hautfalten, Narben, ein paar Pfunde zuviel, Leberflecke, dünne Haare, Alter – keiner ist „perfekt“ wie augenscheinlich viele Models oder auch Instagram- oder Facebook-Poster. Ständiges Vergleichen mit den derzeit gängigen Schönheitsidealen führt bei vielen Menschen zum Gefühl der Unzulänglichkeit und mindert das Selbstwertgefühl. Absolut nicht nötig finden die vier Vorreiterinnen. „Du kannst gewinnen, indem du dich selbst so liebst, wie du bist, denn du bist genug – dein Körper ist genug. Betrachte deinen Körper als dein Zuhause und nicht als Objekt, das unter Leistungsdruck und Wettbewerb steht.“
Caroline Hopp, die die ursprüngliche Idee zum Projekt hatte, litt selbst viele Jahre unter einer Essstörung (Bulimie) und hat ihren Körper eigentlich ihr ganzes Leben lang gehasst. Auf dem Weg der Heilung war die Doku „Embrace“ (2017) ein Augenöffner für die junge Frau. Sie begriff, dass sie mit der Ablehnung ihres Körpers nicht allein war, sondern es sich dabei um ein Problem handelt, das „weltweit fast jede Frau betrifft.“
Auf ihrem Heilungsweg entschied sie, gemeinsam mit einer Freundin Nacktbilder von sich zu machen. „Sich selbst so roh auf einem Bildschirm zu sehen, hatte einen unfassbar heilsamen Effekt“, so Hopp. So wurde die Idee geboren, auch andere Frauen zu fotografieren, um reale Frauenkörper sichtbar zu machen, denn die meisten Frauenkörper hätten schon einiges geleistet.
Das alles soll in Buchform, auf Social Media-Plattformen, mit Kooperationen und einem Podcast möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden. Ende 2020 ist die Veröffentlichung des Buchs mit dem gleichnamigen Titel geplant. Inhalt sind die Bilder der Models und die dazugehörigen Geschichten.
Eine Ausstellung der Fotos kann man am 29. Februar 2020 bei einer Vernissage in Germersheim besuchen. Dort werden die Bilder und Geschichten der Frauen präsentiert.
Für eine der beiden Fotografinnen des Projekts ist die Ausstellung in Germersheim übrigens ein „Heimspiel“: Jennifer Siegel kennt Germersheim durch ihre Mutter Birgit bestens.
„Mehr Natürlichkeit, Körperakzeptanz, mehr Selbstliebe. Weniger Vergleichen und Schämen, weniger Diäten und retuschierte Bilder mit falschen Körpervorstellungen. Ich war von der Idee sofort angetan, da ich mir schon eine Weile Gedanken über eine ähnliche Fotoreihe gemacht hatte“, erzählt Jennifer Siegel.
Nachdem sie im Frühjahr einen Workshop zur „Boudoirfotografie“ besucht hat, sich aber nicht so recht mit „lasziven Posen und erotischen Frauenbildern, oft nachbearbeitet und retuschiert mit Photoshop“ anfreunden konnte, hatte sie den Wunsch, Frauen natürlicher und unretuschiert zu zeigen. Caroline Hopps Vorschlag kam daher genau zum richtigen Zeitpunkt.
Entstanden sind wunderschöne Bilder – von echten Frauen, so wie sie sind.
Vernissage am Samstag, 29. Februar 2020 um 17 Uhr im Tourismus-, Kultur- und Besucherzentrum Weißenburger Tor (Ausstellungsraum), Paradeplatz 10, 76726 Germersheim.
Die Fotoausstellung dauert vom 1. März bis 24. April 2020 und ist wie folgt geöffnet: Im März: von Montag bis Donnerstag von 10 bis 17 Uhr und Freitag von 10 bis 13 Uhr. Im April: Werktags von 10 bis 17 Uhr, Samstag von 10 bis 14 Uhr sowie Sonn- und Feiertag von 10 bis 15 Uhr.
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