Samstag, 18. November 2017

3. Juli: Filmpremiere in der Salierhalle: „Wasser im Kurpark“- Interview mit Filmemacher Markus Lübke

23. Juni 2014 | noch keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Kreis Bad Dürkheim, Regional

Gespannt warteten die Zuschauer auf die Einleitung des Wassers.
Fotos: Lübke

Bad Dürkheim. Am 20. April 2013 war es soweit: Nach Abschluss der Arbeiten am Projekt Offenlegung und Renaturierung der Isenach wurde das Flüsschen unter großer Beteiligung der Bevölkerung in sein neu geschaffenes Bett geleitet.

Rund eindreiviertel Jahre währende Bauarbeiten waren vorausgegangen, in denen der Kurpark einer Großbaustelle glich. Außer den vielen beteiligten Firmen haben auch über 300 Bürger kräftig mitgeholfen und mit Spenden dazu beigetragen, dass der Kurpark zu dem wurde, was er heute ist: ein regelrechter Publikumsmagnet.

Vom offiziellen Spatenstich bis hin zum Einweihungstag hat der Bad Dürkheimer Filmemacher Markus Lübke den Verlauf der Bauarbeiten und der einzelnen „Wir machen mit!“-Aktionen filmisch dokumentiert.

Aus den gewonnenen Aufnahmen wurde ein knapp 40 Minuten dauernder Film zusammengeschnitten, der am Donnerstag, 3. Juli um 19 Uhr in der Salierhalle erstmals zu sehen sein wird.

Zu dieser Filmpremiere lädt Bürgermeister Wolfgang Lutz alle interessierten Bürger herzlich ein und freut sich darauf, im Anschluss mit einem Glas Wein auf das gelungene Projekt anzustoßen.
Wer möchte, kann den Film an diesem Abend zum Vorzugspreis von 5,90 Euro erwerben. Ab dem 4. Juli ist die DVD zum Preis von 6,90 Euro in der Tourist Information erhältlich.

Der Pfalz-Express sprach mit Markus Lübke über das Projekt und seine filmerische Arbeit

Haben Sie die Bauarbeiten von Anfang an begleitet, also 1 ¾ Jahre lang?

Ja, wir waren vom Spatenstich bis zur Eröffnungsfeier mit dabei. Insgesamt haben wir die Renaturierung  22 Monate lang begleitet. Wir waren die ganze Zeit auf Standby. Das war nur möglich, weil wir hier in Bad Dürkheim vor Ort sind. Ich bin sehr dankbar, dass die Stadt das Vertrauen in uns gesetzt hatte, die Dokumentation zu realisieren.

Was war denn schwierig an der Umsetzung?

Nichts zu verpassen. Eine solche Langzeitdokumentation lässt nicht nur partiell planen. Trotz akribischer Bauplanung kommen doch immer wieder Geschichten und Ereignisse hinzu. Angedachte Sequenzen verändern sich oder finden gar nicht statt. So eine Dokumentation lebt eigenständig und entwickelt sich im Laufe der Zeit. Es entsteht eine Eigendynamik. Am Ende dann standen wir vor der Herausforderung, aus dem sehr umfangreichen Rohmaterial die entscheidenden Bilder und O-Töne herauszufiltern.

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Eine ganze Stadt steht zusammen. Dieser kleine Fluss – die Isenach – verbindet jetzt sichtbar fast alle Stadtteile von Bad Dürkheim. Die Bad Dürkheimer waren von Anfang an begeistert von dem Projekt, das hat sich besonders in der Spendenbereitschaft und bei den umfangreichen, freiwilligen Arbeitseinsätzen gezeigt. Alle wollten „ihre Isenach“ wieder haben. Ich glaube schon, dass die Bad Dürkheim ein besonderes Völkchen sind, das hat sich auch damals schon beim Benefizkonzert für die Saline gezeigt und wird sich wieder zeigen beim Benefizkonzert  für das Hospiz am 18.10.2014.

Welchen Stellenwert hat es Ihrer Meinung nach für Bad Dürkheim?

Wir sehen täglich, welche Ausmaße die Besucherströme nach Bad Dürkheim angenommen haben. Der Gradierbau, das Riesenfass, die Burgen im Tal und jetzt noch die erlebbare Isenach. Das Projekt ist zu einem zusätzlich Magnet geworden. Es ist immer wieder beeindruckend, wenn man auf dem Wurstmarktplatz die KFZ Kennzeichen studiert.

Die Leute kommen aus allen Teilen Deutschlands.  Die Isenach zeigt, wie wichtig das Naturerlebnis Wasser ist. Wenn ein freiliegender Bach dann auch noch quer durch eine Stadt verläuft und im Sinne der Freizeit genutzt wird, dann ist neben der touristisch-ökonomischen Seite eine perfekte Symbiose zwischen Mensch und Natur gelungen.

Unterstreicht Ihr Film, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement des Einzelnen für die Gemeinschaft ist?

Im Film zeigen wir mehrfach die freiwilligen Einsätze der Bevölkerung. Da wird gegraben, gepflanzt, geschnitten und gestaltet. Jeder, der da mitgemacht hat ist ein Teil des Projekts. Alle Generationen sind vertreten und zeigen ihre Begeisterung für die Renaturierung. Die älteren Bad Dürkheimer erinnern sich noch an die Zeit früher, wo die Isenach noch offen durch die Stadt meandert ist.

Die Kinder erleben, was möglich ist, wenn man sich engagiert und mithilft. Das Ehrenamt unterstützt nicht nur eine aktuelle gesellschaftliche Aufgabe, sondern führt junge Menschen in ein Engagement ein. Die ehrenamtliche Arbeit ist eine ganz wichtige Übergabe  von Werten der Alten an die Jungen.

Was haben Sie persönlich für sich in dieser Zeit „gelernt“?

Es ist wichtig jetzt und heute etwas zu tun – für zukünftige Generationen. Wenn wir das nicht heute tun, wer denn dann?

Was ist das nächste Projekt?

Wir werden im Herbst nach 7 Jahren Pause wieder ein großes Benefizkonzert veranstalten.  Der Reinerlös kommt dem geplanten und überfälligen Hospiz in Bad Dürkheim zu Gute. Selbstverständig sind das  alles ehrenamtliche Helfer und Organisatoren, die das Festival auf die Beine stellen. Alle Künstler spielen ohne Gage. Der Termin ist der 18.10.2014 im Industriegebiet Bad Dürkheim. Näheres findet man unter: www.benefiz-hospiz-bad-duerkheim.de (desa/red)

Filmemacher Markus Lübke hat das Bad Dürkheimer Jahrhundertprojekt dokumentiert.
Foto: privat

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