Dienstag, 28. Januar 2020

Werk 3 der Südpfalzwerkstatt in Offenbach feierlich eröffnet: Jetzt noch bessere Arbeitsqualität und Wirtschaftlichkeit gegeben

23. April 2018 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional

Marina Hoffmann, Georg Rothöhler (links) und Helmut Heller (rechts) freuen sich über „Kunst am Bau“ der Firmen Speeter und Vollack.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Offenbach. Das Werk III der Südpfalzwerkstatt in der Ottersheimer Straße 28, ist nun offiziell eröffnet.

Der Vorsitzende der Lebenshilfe Georg Rothöhler begrüßte Landrat Dietmar Seefeldt, dessen Vorgängerin im Amt Theresia Riedmaier sowie weitere Gäste, die das Projekt seit Beginn begleitet hatten.

Auch die Vorsitzende des Landesverbands der Lebenshilfe, Barbara Jesse, ließ es sich nicht nehmen, an der Eröffnung teil zu nehmen.

Rothöhler betonte die Bedeutung der Arbeit für behinderte Menschen: „Es gibt ihnen die Bestätigung, dass ihre Arbeit etwas wert ist und dass sie zumindest in diesem Bereich gleichberechtigt sind“.

Man mache in der Südpfalzwerkstatt keine Alibiveranstaltung oder Beschäftigungstherapie mit Behinderten, sondern nehme den Begriff Integration und die Mitarbeiter ernst.

Die Werkstatt müsse sich wirtschaftlich verhalten und eine hohe Arbeitsqualität garantieren können.
Auch dies ein Grund für das neue Werk III. Seit Jahren habe man Lagerflächen anmieten müssen, zuletzt für über 24.000 Euro pro Monat, so Rothöhler. Im Werk Herxheim habe man gleichzeitig eine „deutliche“ Überbelegung gehabt. Arbeitsplätze aus Herxheim konnten nun in das neue Werk verlegt, Herxheim dadurch entlastet werden.

Rothöhler wies bei aller Freude für die allgemeine Anerkennung der Institution Südpfalzwerkstatt auch auf den Landesrechnungshof hin: „Von bestimmten Abgeordneten und einer Behörde schlägt uns ein merkwürdiges Misstrauen entgegen.

Wenn sich eine Werkstatt wirklich wirtschaftlich verhält, sogar ein positives Ergebnis erwirtschaftet und sich einen Neubau leisten kann, dann- so vermutet man – kann doch etwas nicht stimmen. Es werden Verdächtigungen und falsche Behauptungen aufgestellt, die an Verleumdung grenzen.

Das ist unterste Schublade – das haben unsere Mitarbeiter nicht verdient“. Marina Hoffmann sagte dazu später: „Dem Vorwurf, den Mitarbeitern mit Behinderung das Geld aus der Tasche zu ziehen – verwehren wir uns aufs Schärfste“.

Rothöhler dankte im Weiteren Geschäftsführerin Marina Hoffmann und deren Vorgänger Helmut Heller für Vorbereitung und Umsetzung des Projekts „Werk III“.

Marina Hoffmann stellte das Werk im Einzelnen vor. Auch sie machte deutlich, dass nicht zuletzt durch die Expansion der Eigenproduktserie „max4car“ (Autopflegezubehör) (40 Prozent des Gesamtumsatzes) und die Entwicklung des Bereichs „Logistik“ zu Werk III entstanden war.

Das Werk wurde unweit des Geschäftssitzes und des Logistikzentrums auf einem von der Ortsgemeinde gekauften 13.000 Quadratmeter großen Grundstücks in zum Teil zweigeschossiger Bauweise mit einer Grundfläche von 5600 Quadratmetern errichtet.

Es liegt mitten im Industriegebiet und ist von mehreren Betrieben umgeben. „Nachbar ist Daimler, bei dem wir zeitweise mit einer Außenarbeitsgruppe tätig sind“, so Hoffmann.

Werkstatt, Lager (mit Durchlaufregalanlage), mehrere Gruppenräume sowie ein Multifunktionsraum komplettieren das Werk. Erstellt wurde Werk III durch die Speeter GmbH. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 9.7 Millionen Euro.

Grußworte kamen von Landrat Dietmar Seefeldt, der von einem Meilenstein für die Gemeinde Offenbach sprach. Allgemein bedauert wurde, dass kein Vertreter der Gemeinde beim Festakt anwesend war.
Was den Landesrechnungshof betraf, so hielt sich Seefeldt bedeckt: „Wir werden sehen, was herauskommt, es muss Sachverstand platziert werden“.

Harald Diehl, Referatsleiter für Berufliche Teilhabe im Ministerium überbrachte Grüße der Landesregierung: „Die Werkstätten machen wichtige Arbeit und sind nicht „systemwidrig“.“ Er wolle sich an diesem Tag jedoch nicht politisch äußern. Geprüft werden müsse, es müssten aber auch betriebswirtschaftliche Komponenten ins Kalkül gezogen werden, so Diehl.

Der Präsident des rheinland-pfälzischen Landesrechnungshofes, Jörg Berres, hatte gefordert, dass die Rechnungshöfe künftig überprüfen sollen, wie die Werkstätten mit ihren Etats umgehen. (desa)

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