
Zoom-Meeting von Zuhause aus: Dr. Ludwig Jakob, früherer Kellermeister der Weinbruderschaft und selbst Weinexperte, fragte Schumann nach den Auswirkungen des Klimawandels auf den Riesling.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Pfalz. Die Weinbruderschaft der Pfalz will auch in Corona-Zeiten Kontakt halten, über den Wein philosophieren und sich austauschen.
Zoom-Meeting heißt das Zauberwort. Per Zugangsdaten kann man sich in eine Veranstaltung zuschalten und daran teilnehmen, nur eben virtuell.
Mit Bruderschaftsmeister Michael Landgraf hat die Weinbruderschaft die Idealbesetzung für dieses Format gefunden. Landgraf ist bekannt als Schriftsteller, Religionspädagoge und und und….Bei den virtuellen Meetings der Weinbruderschaft hat er das Heft in der Hand, lädt ein, gibt Unterweisung und moderiert die Abende in bester Art und Weise. Auch immer mit einem Quentchen Humor dabei.
Selbst ältere Weinbrüder nehmen gerne die Gelegenheit wahr, wenn nicht schon vor Ort im Neustadter Haus der Weinbruderschaft möglich, dann wenigstens von Zuhause aus, Neuigkeiten über den Wein zu erfahren.
Bei der aktuellen Zoom-Veranstaltung am Montagabend, waren es immerhin 58 Teilnehmer, die einen interessanten Vortrag des ehemaligen Ordensmeisters und Großmeister Dr. Fritz Schumann miterleben wollten.
Auch aus der Komturei München, aus dem Weinkonvent Fulda und sogar aus Spanien hatten sich Weinbrüder an diesem Abend ins Internet eingewählt.

Michael Landgraf
Foto: privat
Nach und nach wurden die Teilnehmer, darunter auch Landrat Dietmar Seefeldt und Landtagsabgeordneter Dirk Herber von Landgraf in den „virtuellen Raum“ eingelassen. SÜW-Landrat Seefeldt schaltete sich zum Feierabend aus dem Büro zu. Im Gegensatz zu allen anderen, hatte er Mineralwasser im Glas. Die restlichen Teilnehmer stellten wie immer zu diesen Anlässen kurz einen speziellen Wein vor – einen Wein, den sie besonders genussvoll finden oder zu dem sie eine besondere Beziehung haben.
Ordensmeister Oliver Stiess begrüßte die Runde und dankte vor allem Landräten wie Dietmar Seefeldt oder dem Dürkheimer Landrat Ihlenfeld für deren tägliches Krisenmanagement zum Thema Corona. Natürlich hoffe man, sich bald wieder persönlich treffen zu können, so Stiess, allerdings würden die nächsten Treffen immer noch virtuell stattfinden müssen. Die momentane Lage ließe nichts anderes zu.
500 Jahre Riesling war das Thema des Abends. Dr. Fritz Schumann gab eine ausführliche, mit Bildern unterlegte Dokumentation über Geschichte, Krankheiten, Ausbau und anderes mehr. Der Riesling vertrage jeden Boden, auch Spätfröste und biete auch Schädlingen wie dem Heuwurm die Stirn. Die Pfalz stellt das größte Rieslingweinanbaugebiet, noch vor der Mosel. Verblüfft waren die zugeschalteten Weinbrüder über die Tatsache, dass es neben dem bekannten weißen Riesling auch noch blauen und roten gibt. Dass der Riesling sich in vielen Kreuzungen wiederfindet, war allerdings so Manchem schon bekannt.
Dass der „alte Riesling“ noch lange nicht tot und immer noch der „König der Weine“ ist, wurde nach Schumanns Vortrag von Niemanden mehr bezweifelt.
„Fritz Schumann ist immer ein Renner“ war dann auch das Resumee des dreistündigen, sehr gelungenen Abends. (desa)

Foto: Pfalz-Express/Ahme

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