
Neuaufnahme von 23 Aspiranten in die Weinbruderschaft. Darunter SÜW-Landrat Dietmar Seefeldt (3.v.r.)
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Neustadt. Mit einem kräftigen „In vite vita“ („Im Weinstock das Leben“, Ordensspruch und Grußformel der Weinbrüder, die Red.) begrüßte Ordenskanzler Karl-Heinz Bauer, in Vertretung des erkrankten Ordensmeisters Oliver Stiess, am vergangenen Sonntag die Pfälzer Weinbrüder zum 65. Ordenstag.
Der Festsaal des Neustadter Saalbaus war wieder nahezu ausgebucht. Rund ein Drittel der 844 Mitglieder der Weinbruderschaft der Pfalz waren zum öffentlichen Großen Konvent (Mitgliederversammlung) gekommen, um der feierlichen Aufnahme von 23 Aspiranten als neue ordentliche Mitglieder beizuwohnen.
Darunter unter anderem der Landrat des Kreises Südliche Weinstraße, Dietmar Seefeldt. Zum ordentlichen Mitglied können Personen berufen werden, die sich zum Kulturgut des deutschen Weines bekennen und zwei Weinbrüder als Bürgen benennen.
Für die neuen Weinbrüder sprach Dr.Christoph Kohl, Domdekan in Speyer, die Dankesworte: “Weinbruder zu sein, das hat was“. Weinfreunde seien Beziehungsmenschen, und die Weinbruderschaft sei ein Biotop der Gemeinschaft und der Geselligkeit: „Wer den Wein wirklich mag, der mag auch die Menschen“.
Die Festansprache hielt Steffen Christmann, Präsident des Verbandes deutscher Prädikatsweingüter (VDP).
Nach einem historischen Rückblick – 1806 wurden die ersten deutschen Lageweine zur Eröffnung des Suezkanals kredenzt – widmete sich Christmann der Situation des deutschen Weinbaus heute.
Seit 2008 hat der deutsche Wein die Hälfte seines Exportanteils verloren. Auch der Anteil am Inlandsweinkonsum ist von 60 auf 38 Prozent zurückgegangen. Eine Neuorientierung sei also überfällig. Insbesondere müsse die Relevanz der Öchslegrade in ihrer Bedeutung für die Prädikatsweinvermarktung überdacht werden.
Zwar habe seit Mitte der neunziger Jahre eine Hinwendung zum Herkunfts-Gedanken eingesetzt, aber erst in letzter Zeit habe die Diskussion Fahrt aufgenommen, nachdem Prof. Jens Beckert vom Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung eine Untersuchung über die Weinklassifikationssysteme veröffentlicht habe.
(„Das Geheimnis teurer Weine“, MPI, Köln, 2012). Diese bestimmen auf dem Weinmarkt die Preise. Während das offizielle Klassifikationssystem des geltenden Weinrechts die „Qualität im Glas“ messe (QbA, Kabinett, Spätlese, Auslese/Großes Gewächs), spielten bei der VDP-Weinbewertung die geografische Lage, Bodenbeschaffenheit, Rebsorte und auch die Tradition des Weinguts eine Rolle.

„Wer den Wein wirklich mag, der mag auch die Menschen. Der Landrat als Kulturbotschafter für den Pfälzer Wein“: Dietmar Seefeldt (rechts) am Tisch der Südpfälzer Weinbrüder (v.links: Karl-Heinz Busch, Rudolf Werner, Dr.Bernhard Rudy.
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Daher habe in 2002 der VDP ein eigenes Klassifizierung-Statut eingeführt, das nach dem Vorbild des französischen Terroir-Prinzips eigene Maßstäbe geltend mache. Die Bedeutung der deutschen Etikette seien im Ausland schwer zu verstehen. In keinem anderen Land der Welt gebe es so viele Bezeichnungen für Weine wie in Deutschland. Das Herkunftsprinzip hingegen sei das einzige selbsterklärende Unterscheidungsmerkmal. Und darauf liefe es wohl hinaus: „Vision 2020“.
Den Ehrenpreis der Weinbruderschaft der Pfalz im Rahmen der Landesweinprämierung 2018 der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz erhielt das Weingut Rössler-Schneider, Robert und Priska Schneider, aus St.Martin an der Südlichen Weinstraße. Zum Ritter der Weinbruderschaft wurde der langjährige und verdiente Weinbruder und Kapitelmeister Dr.Markus Heil ernannt.

Zum Abschluss sang der Große Konvent zusammen mit den neu aufgenommenen Weinbrüdern das Ordenslied.
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Die nächste Zusammenkunft des großen Konvents ist das Ordensfest, das nächstes Jahr am 22. Juni gefeiert wird. Und die jährliche große Pfalzweinprobe im Saalbau In Neustadt findet in 2019 am 12. Oktober statt. |hi

Impression vom 65. Ordenstag der Weinbruderschaft der Pfalz.
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