Mittwoch, 03. Juni 2020

Waldfischbach-Burgalben: Luchs Juri gestorben – Blutvergiftung wegen verletzter Pfote

13. Februar 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Südwestpfalz und Westpfalz

Symbolbild: SNU.RLP

Waldfischbach-Burgalben – Am Wochenende wurde das Luchsmännchen Juri aus dem Wiederansiedlungsprojekt im Pfälzerwald tot aufgefunden. Eine Sektion des Tieres am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin ergab eine natürliche Todesursache.

Der tote Luchs wurde am vergangenen Samstag von einem Bürger bei Waldfischbach-Burgalben entdeckt. Über einen Förster ging die Meldung an das Luchs-Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Der Tierkörper wurde geborgen und in Absprache mit dem zuständigen Jagdpächter an das IZW gesendet. Das Institut ist in Deutschland für die pathologische Untersuchung der heimischen Großkarnivoren Wolf und Luchs zuständig und ermittelt die Todesursache.

Die Sektion ergab einen fortgeschrittenen Entzündungsprozess in der rechten Vorderpfote mit nachfolgender Septikämie und Toxinämie (Blutvergiftung) als Todesursache.

Eine offensichtlich sehr kleine Verletzung der Pfote führte zu einer schweren bakteriellen Infektion, die sich über den Blutkreislauf auf weitere Organe des Körpers unter anderem das Herz ausweitete und für den Luchs tödlich endete. Der Auslöser für die Pfotenverletzung konnte nicht mehr nachgewiesen werden.

Juri war im Frühjahr 2018 mit knapp 2 Jahren aus der Schweiz in den Pfälzerwald umgesiedelt worden. Die Deutsche Wildtier Stiftung hatte die Patenschaft für ihn übernommen. Nach seiner Ankunft erkundete der Kuder großräumig das grenzüberschreitende Biosphärenreservat Pfälzerwald – Nordvogesen, um sich dann im zentralen Pfälzerwald ein Revier zu suchen.

Solche Todesfälle gehören zur natürlichen Sterblichkeitsrate einer Luchspopulation. Meist können derartige Ereignisse jedoch nicht dokumentiert werden, da die Kadaver der Tiere – anders als bei Verkehrsunfällen – oft nicht gefunden werden. Umso wichtiger ist es für die wissenschaftliche Begleitung der Luchs-Wiederansiedlung, dass solche Beobachtungen und andere Hinweise zu Luchsen gemeldet werden (Großkarnivoren-Hotline 06306 – 911199 bzw. luchs@snu.rlp.de).

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