Sonntag, 22. September 2019

Region Pfälzerwald freut sich auf Neuankömmlinge: Neustadt übernimmt Patenschaft für einen Luchs

28. Juni 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Rheinland-Pfalz
Foto: SNU.RLP

Foto: SNU.RLP

Neustadt. Neustadt an der Weinstraße beteiligt sich mit 10.000 Euro an der Wiederansiedlung von Luchsen im Pfälzerwald.

Damit übernimmt die Stadt sozusagen die Patenschaft für ein Tier, denn der Betrag deckt die Kosten für den Fang, die veterinärmedizinische Betreuung sowie den Transport eines Luchses nach Rheinland-Pfalz.

Insgesamt sollen zunächst drei Luchswaisen aus der Slowakei freigelassen werden, fünf weitere aus der Schweiz sollen folgen.

Alle Tiere werden nach ihrer Freilassung mit Hilfe von GPS-Halsbändern beobachtet und ihre Bewegungen und ihr Verhalten dokumentiert. Genaue Termine für die Freilassungen stehen noch nicht fest.

Von Seiten der Stadt Neustadt an der Weinstraße betreut die Abteilung Landwirtschaft und Umwelt das Projekt. (stadt-nw)

Die Region Pfälzerwald freut sich auf den Luchs: Ergebnisse einer wissenschaftlichen Befragung in Trippstadt vorgestellt

Die meisten Anwohner des Pfälzerwaldes sehen die geplante Rückkehr des Luchses in die Region als Gewinn an. Das zeigt eine Untersuchung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, die am Freitag in Trippstadt vorgestellt wurde.

Demnach empfinden rund 70 Prozent der befragten Menschen ein positives oder sogar sehr positives Gefühl, wenn das Gespräch auf die große Katze kommt.

Der Luchs punktet sowohl durch sein gewinnendes Aussehen, seine verwandtschaftliche Nähe zu den vertrauten Hauskatzen aber auch aufgrund seiner Rolle im Ökosystem. Bei lediglich einem von Hundert Befragten löst die Tierart negative Gefühle aus.

Die Ergebnisse der Befragung machen auch deutlich, dass bislang etwa jeder Fünfte ein gesteigertes Interesse am Thema Luchs zeigt. Zwei Drittel kennen die Pläne der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, eine Wiederansiedlung der Wildkatze im Biosphärenreservat Pfälzerwald durchzuführen und wünschen sich zukünftig weitere Details über das Vorhaben zu erfahren.

Darüber, dass das Projekt vor allem dem Naturschutz dient, aber die Region Pfälzerwald mit der neuen Tierart auch für Waldbesucher attraktiver wird, sind sich die meisten Befragten einig. Wie sich die Betroffenheit von Bauern oder Jägern aber konkret gestaltet, ist rund 20 Prozent der Befragten nicht klar. Dass auch die Jagdverbände das Projekt unterstützen, ist im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen.

„Bemerkenswert ist die breite Zustimmung zum Luchs selbst, die aus der Befragung deutlich wird, aber auch die große Bekanntheit, die das Projekt bislang schon in der Region erreicht hat“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Ulrich Schraml, der ähnliche Untersuchungen schon in Bayern und Baden-Württemberg durchgeführt hat.

„Die Ergebnisse der Befragung sprechen für die erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit des Luchsprojektes und vor allem für die breite Allianz, die das Vorhaben unterstützt“, freut sich Umweltministerin Höfken.

Dies sei eine gute Voraussetzung für die bevorstehende Freilassung der ersten Luchse im Pfälzerwald. Jochen Krebühl von der Stiftung Natur und Umwelt ergänzt: „Es ist uns ein Ansporn, dass sich die Befragten weitere Informationen wünschen. Dem werden wir gerne nachkommen.“

Bis 2020 sollen im Rahmen des von der EU geförderten Wiederansiedlungsprojekts für Luchse insgesamt 20 Tiere im Biosphärenreservat Pfälzerwald freigelassen werden. Den Anfang machen drei Luchswaisen aus der Slowakei, die im Sommer ausgewildert werden sollen. Zudem wurden in der Schweiz die ersten Luchse gefangen und mit GPS-Halsbändern gekennzeichnet. Genaue Termine für die Freilassungen stehen noch nicht fest.

Zur Befragung:

Für die Untersuchung, die Freiburger Wissenschaftler von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Kooperation mit der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz durchgeführt hatten, wurden 318 zufällig ausgewählte erwachsene Menschen in der Region Pfälzerwald telefonisch interviewt.

Dabei waren sowohl Fragen zum Luchs selbst, seiner geplanten Rückkehr in den Pfälzerwald wie auch zur gewünschten Form der Informationsübermittlung zum Wiederansiedlungsprojekt von Interesse.

Mehr Informationen zum LIFE Luchs Projekt Pfälzerwald der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz im Internet unter www.luchs-rlp.de.

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