Albersweiler. Das Umweltbildungsprogramm „Luchsauge – Œil de lynx“ ging dieses Jahr in die zweite Runde. 10 Schulklassen haben sich Gedanken zum Thema Luchs gemacht und einiges vorbereitet, was sie nun stolz beim Luchsfest in Albersweiler auch vor Umweltministerin Ulrike Höfken präsentierten.
Als Teil der Wiederansiedlung des Luchses im Pfälzerwald wurde ein Umweltbildungsprogramm für Schulen entwickelt, um Kindern Wissen über die Biologie und Ökologie des Luchses zu vermitteln und ihnen die Art näher zu bringen.
Im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat wird pro Schuljahr mit etwa 20 Schulklassen gearbeitet, 10 davon aus dem Pfälzerwald und 10 aus den Nordvogesen.
Zu Beginn des Umweltbildungsprogramms wurden die Lehrer der beteiligten Schulklassen in einer Lehrveranstaltung durch Biologen und Luchsspezialisten über den Luchs, das Wiederansiedlungs-Projekt und seine Umsetzung informiert.
In einem nächsten Schritt überlegten sich die Schüler zusammen mit ihren Lehrern und einem Umweltpädagogen ein Projekt zum Luchs, welches innerhalb des Schuljahres bearbeitet wurde. Mit dieser Aufgabe ist auf deutscher Seite das NaturErlebnisZentrum Wappenschmiede der GNOR e. V. und auf französischer Seite „Les Piverts“ betraut.
Dieses Jahr nahmen auf der deutschen Seite 10 Schulklassen aus Neustadt, Landau, Bad Bergzabern, Hauenstein, Bruchweiler, Albersweiler und Kaiserslautern teil.
Die von den Kindern erarbeiteten Werke wurden nun auf dem „Luchs-Fest“ öffentlich präsentiert, jede Klasse erhielt für ihre Arbeit eine Auszeichnung. „Der Luchs wird in dieser jungen heranwachsenden Generation wieder ganz selbstverständliche dazugehören‘“, ist sich Umweltministerin Ulrike Höfken sicher.
Zur besonderen Freude aller begleitete sie den gesamten Vormittag. Neben den Darbietungen konnte man an den durch die einzelnen Klassen vorbereiteten Ständen unter anderem leckere Luchskekse genießen, die Hände in Fühlkisten stecken und sein Wissen über den Luchs an einem Quiz-Stand testen.
Ein weiteres zentrales Element der Bildungsarbeit im Projekt war die Erstellung einer umfangreichen Umweltbildungsmappe zum Luchs.
Die Mappe wurde vom WWF Deutschland gemeinsam mit der Stiftung erstellt und ist für die Weitergabe an Schulen, Umweltbildungsträger und weitere Einzelpersonen, die in der Naturpädagogik tätig sind, gedacht.
Dieses erlebnisorientierte Handbuch gibt Vorschläge für praktische Aktivitäten und Naturerfahrungsspiele für Kinder in verschiedenen Altersstufen. Ein Hintergrundteil ergänzt dazu das Fachwissen zum Luchs.
Hintergrund
Mithilfe des europäischen Förderprogramms LIFE-Natur führt die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mit ihren Projektpartnern Landesforsten Rheinland-Pfalz, SYCOPARC in Frankreich sowie dem WWF das Projekt zur Wiederansiedlung der Luchse durch.
Das Vorkommen kann zum Schutz und Erhalt einer Art beitragen, die in Europa nur mehr in wenigen Rückzugsgebieten vorkommt und in Zentral- und Westeuropa als gefährdet einzustufen ist. Das Projekt ist im Januar 2015 gestartet. Die Umsetzung der Maßnahmen ist über einen Zeitraum von sechs Jahren (bis 2020) vorgesehen.
Naturschutzexperten der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) haben die Konzeption geprüft und sehr positiv bewertet. Die Wiederansiedlung der Luchse wird mit 50% durch das EU LIFE-Programm gefördert und hat ein Gesamtvolumen von 2,75 Mio. €. Neben der Stiftung und ihren Projektpartnern beteiligen sich das Land Rheinland-Pfalz, die Deutsche Wildtier Stiftung, die Landesverbände von NABU und BUND, die HIT Umweltstiftung sowie weitere Förderer an der Finanzierung des Vorhabens.
Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz unterhält ein Projektbüro in der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) in Trippstadt.
Mehr Informationen zum LIFE Luchs Projekt Pfälzerwald der Stiftung und ihren Projektpartnern gibt es im Internet unter http://www.luchs-rlp.de.

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