
Timo Weber, Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz/Saarland von Bündnis Deutschland.
Foto: v. privat
RLP – Am 15. Juni 2025 wurde in Deutschland erstmals der im Vorjahr eingeführte Nationale Veteranentag begangen. Aus Sicht des Landesverbands Rheinland-Pfalz von Bündnis Deutschland ein überfälliger Schritt mit großer Symbolkraft.
Die Partei begrüßt die Einführung grundsätzlich, sieht jedoch Nachholbedarf bei der konkreten Umsetzung und der gesellschaftlichen wie politischen Anerkennung für Bundeswehrveteranen.
Timo Weber, Landesvorsitzender von Bündnis Deutschland in Rheinland-Pfalz, erklärte: „In den USA genießen Veteranen seit jeher hohe Anerkennung. Die Einführung eines Veteranentags ist auch für Deutschland ein Schritt in die richtige Richtung – aber er darf kein Lippenbekenntnis bleiben.“
Laut Bündnis Deutschland komme insbesondere dem Bund Deutscher EinsatzVeteranen e. V. (BDV) eine zentrale Rolle zu, wenn es um die Sichtbarkeit und Würdigung des Soldatenberufs gehe. Der Verband setze sich seit Jahren dafür ein, Veteranen eine Stimme zu geben.
Die zentrale Gedenk- und Dankveranstaltung am 15. Juni 2025 in Koblenz wurde enger Kooperation mit dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V., dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. sowie dem Deutschen BundeswehrVerband e. V. organisiert und vollständig finanziert aus Eigenmitteln und Spenden.
Kritik übt Bündnis Deutschland an der rheinland-pfälzischen Landesregierung, die sich nach Darstellung der Partei weder organisatorisch noch finanziell an der Veranstaltung beteiligt habe. Ein Gespräch zwischen dem BDV und dem Innenminister (Michael Ebling, SPD) gebe jedoch Anlass zur Hoffnung, dass sich dies im kommenden Jahr ändern könnte. Eine eigene Initiative des Landes für eine flächendeckende Ehrung sei bislang ausgeblieben. Für viele Veteranen sei dies ein Rückschritt und ein weiterer Hinweis auf das bestehende Anerkennungsdefizit, so Weber.
Auch auf kommunaler Ebene zeige sich laut Bündnis Deutschland ein uneinheitliches Bild: Während etwa Mannheim (Baden-Württemberg) seine Veteranen öffentlich gewürdigt habe, habe es in Ludwigshafen keinerlei Reaktion gegeben – weder Veranstaltungen noch öffentliche Stellungnahmen. Das sei ein Beleg dafür, dass der Veteranentag in vielen Städten noch nicht ausreichend verankert sei.
„Was wir brauchen, ist keine einmalige Geste, sondern echte Aufbauarbeit – gesellschaftlich, politisch, lokal wie national. Die Männer und Frauen, die diesem Land in Uniform gedient haben, verdienen mehr als höfliches Schweigen“, so Weber.

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